Bei 1. Klasse Süd-Klub Erdbau Berger Deutsch Kaltenbrunn fällt die Zwischenbilanz nüchtern, aber klar aus. Der Tabellenneunte mit 37 Punkten sieht in der zurückliegenden Spielzeit einen guten Zusammenhalt in der Mannschaft, musste aber fast durchgehend mit personellen Problemen leben. Genau dort setzt Obmann Wolfgang Weber an: Die vielen Ausfälle und das ungelöste Stürmerproblem haben aus seiner Sicht verhindert, dass mehr möglich war.

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Weber beginnt seinen Rückblick nicht mit nackten Zahlen, sondern mit dem, was aus seiner Sicht in der Gruppe funktioniert hat. „Der Zusammenhalt der Mannschaft hat eigentlich sehr gut funktioniert“, sagt der Obmann und spricht damit einen Punkt an, der in einer langen Saison im Unterhaus oft entscheidend ist. Gleichzeitig macht er aber auch klar, warum der Blick auf die Spielzeit nicht nur positiv ausfällt. „Mit der kompletten Mannschaft haben wir die ganze Saison nicht spielen können, also nicht mit der stärksten“, sagt Weber. Gerade diese Aussage erklärt viel. Deutsch Kaltenbrunn musste sich immer wieder anpassen, ohne einmal wirklich durchgehend in Bestbesetzung antreten zu können. Dazu kommt für ihn ein zweites Thema, das ebenfalls auf der Hand liegt: „Das Stürmerproblem ist ein Verbesserungspotenzial.“ Mehr sagt er dazu zwar nicht, aber die Richtung ist eindeutig. Der Verein weiß, wo er ansetzen muss, wenn er in der kommenden Meisterschaft stabiler nach vorne gehen soll.
Auch auf personeller Ebene herrscht bei Erdbau Berger Deutsch Kaltenbrunn derzeit vor allem Kontinuität. Weber berichtet, dass es bislang keine Abgänge gegeben hat. „Es hat niemand den Verein verlassen. Bis jetzt nicht“, sagt er. Gleiches gilt auch für mögliche Verstärkungen. Das heißt: Der Verein setzt vorerst auf den vorhandenen Kader, der in den vergangenen Monaten ohnehin oft nicht vollständig zur Verfügung stand. Umso wichtiger ist die Nachricht aus dem medizinischen Bereich. „Die Verletzungen sind seit letzter Woche alle ausgeheilt. Es dürften alle fit sein“, erklärt Weber. Noch will er das nach dem Training endgültig überprüfen, doch die Tendenz ist klar positiv. Auffällig ist auch, dass er keinen einzelnen Spieler hervorheben will. „Ich will da niemanden herausheben. Die ganze Gruppe hat ein gutes Verhältnis, sie ziehen alle an einem Strang“, sagt Weber. Gerade nach einer Saison mit vielen Ausfällen ist das ein Satz, der einiges über das Innenleben der Mannschaft erzählt.
Wenn Weber auf die Liga insgesamt blickt, nennt er zwei Mannschaften, die bei ihm Eindruck hinterlassen haben. „ASKÖ SV Großpetersdorf und SV Oberwart 1b waren sicher eine Klasse stärker als der Rest der Liga“, sagt er. Auch diese Einschätzung ordnet die eigene Saison ein, denn Deutsch Kaltenbrunn bewegte sich mit Rang neun im Mittelfeld und sah offenbar genau, wo die Unterschiede zu den stärksten Teams lagen. Neben dem Sport gibt es im Vereinsumfeld aber ebenfalls etwas, worauf hingearbeitet wird. Weber verweist auf das 95-jährige Bestandsjubiläum, das am ersten Oktoberwochenende mit einem Frühschoppen in der Vereinshalle gefeiert werden soll. Damit ist der Blick nicht nur auf die Meisterschaft gerichtet, sondern auch auf das Vereinsleben. Sportlich bleibt die Ausgangslage dennoch klar: Wenn der Kader diesmal wirklich fit bleibt und die Mannschaft ihren Zusammenhalt wieder auf den Platz bringt, will Deutsch Kaltenbrunn die Punkte mit einer breiteren Basis holen als zuletzt.