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"Uns hat offensiv die Durchdringung gefehlt" – Riedlingsdorf startet mit einem 0:0

Bad Tatzmannsdorf
Riedlingsdorf

Zum Auftakt der 1. Klasse Süd hat sich Bad Tatzmannsdorf von Riedlingsdorf mit 0:0 getrennt. Für Riedlingsdorf-Trainer Semir Huremovic war das Remis unterm Strich in Ordnung, auch wenn er nach der Pause die besseren Momente bei seiner Mannschaft sah. Ausschlaggebend waren aus seiner Sicht ein nervöser Beginn, gelungene Umstellungen im Laufe der ersten Halbzeit und fehlende Durchschlagskraft nach vorne.


Blauer Fußball und blauer Fußballschuh

Foto von Janosch Diggelmann auf Unsplash

Nervöser Beginn auf schwierigem Terrain

Riedlingsdorf brauchte laut Huremovic einige Zeit, um in der neuen Liga anzukommen. "Wir sind sehr nervös in das Spiel gekommen", sagte der Trainer offen. Bad Tatzmannsdorf hatte diese Unsicherheit in den ersten Minuten sofort auf seiner Seite. Die Heimischen kamen zu klaren Vorteilen, sammelten viele Ecken und waren gerade in der Anfangsphase das aktivere Team. Huremovic sprach sogar von "zwei, drei Hochkarätern" für Bad Tatzmannsdorf. Nach rund 20 bis 25 Minuten änderte sich das Bild aber. Riedlingsdorf stellte taktisch um, veränderte Positionen und fand damit deutlich besser in die Partie. "Dann konnten wir die Nervosität ablegen und unser Spiel spielen", so Huremovic. Zur Pause stand es damit weiterhin 0:0, obwohl Bad Tatzmannsdorf im ersten Durchgang nach Einschätzung des Trainers näher an der Führung war.

Nach der Pause hatte Riedlingsdorf die besseren Momente

Vor allem die zweite Halbzeit sah der Riedlingsdorf-Coach dann auf seiner Seite. Huremovic hatte den Eindruck, dass seine Mannschaft körperlich Vorteile bekam und das Spiel nun anders annehmen konnte als vor der Pause. Ganz folgenlos blieb das nicht, nur die Belohnung fehlte. "In der zweiten Halbzeit waren wir dann besser", fasste er die Kräfteverhältnisse aus seiner Sicht zusammen. Die größte Szene gehörte Marijan Markovic, der eine hundertprozentige Möglichkeit vorfand, den Ball aber nicht im Tor unterbrachte, weil der Tormann von Bad Tatzmannsdorf stark parierte. Schon zuvor hatte auf der anderen Seite Sebastian Lang Riedlingsdorf mit einem Superreflex im Spiel gehalten, als Patrick Bürger aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Gerade diese beiden Szenen erklären auch, warum Huremovic am Ende meinte, dass "das Unentschieden in Ordnung" gegangen sei.

Defensiv stark, offensiv mit zu wenig Durchschlagskraft

Ein Punkt, den der Trainer besonders hervorhob, war die Arbeit gegen den Ball. Bad Tatzmannsdorf gilt für ihn als Mannschaft mit viel Qualität und großer Gefahr bei ruhenden Bällen, umso zufriedener war er mit dem, was seine Elf in diesem Bereich zeigte. "Unsere Standardsituationen defensiv haben sehr gut funktioniert. Wir haben nichts zugelassen", sagte Huremovic. Eckbälle, Freistöße und hohe Bälle nach vorne habe Riedlingsdorf "super wegverteidigt". Dass es dennoch nicht zu mehr reichte, erklärte er vor allem mit den kurzfristigen Ausfällen in seinem Kader. "Die zwei kurzfristigen Ausfälle haben uns sehr wehgetan", meinte der Trainer. Gerade im Offensivspiel habe das Spuren hinterlassen. Huremovic sprach von zu wenig Durchdringung, zu wenigen Torschüssen und zu wenig Variabilität über die Seiten.

Ein Punkt, mit dem der Trainer leben kann

Trotzdem wollte Huremovic den Auftakt nicht kleinreden. Für viele seiner Spieler war es laut dem Trainer das erste Match in der 1. Klasse, und genau deshalb bewertete er die 90 Minuten insgesamt positiv. "Hut ab für das erste Spiel in der 1. Klasse, für wahrscheinlich neunzig Prozent der Spieler in unserem Kader. Das war über neunzig Minuten gesehen eine gute Leistung", sagte er. Weil Bad Tatzmannsdorf vor der Pause Vorteile hatte und Riedlingsdorf nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel fand, nahm der Trainer den Punkt sachlich mit. Auch die Leistung des Schiedsrichterteams ordnete er nüchtern ein: "Das war eine gute Leistung, ohne strittige Situationen." So blieb am Ende ein torloser Auftakt, der aus Sicht von Riedlingsdorf vor allem eines zeigte: Defensiv war die Basis da, vorne fehlte noch das letzte Stück.