Spielberichte

"Wir sind hinter unseren Erwartungen geblieben" – SV Heiligenkreuz zieht eine schonungslose Saisonbilanz

SV Heiligenkreuz

In der 1. Klasse Süd hat SV Heiligenkreuz die Saison auf Rang elf mit 34 Punkten beendet, und die interne Aufarbeitung fällt deutlich aus. Obmann Markus Jost spart nach einer wechselhaften Rückrunde nicht mit Klartext, spricht von einer klaren Enttäuschung und leitet daraus Konsequenzen ab. Der Verein hält am Trainer fest, verändert aber den Kader und will auch bei der Infrastruktur spürbar nachlegen.


Verschiedene Fußballtore auf einem Trainingsplatz

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Zwischen Lichtblicken und klarer Enttäuschung

Die letzten Wochen der Meisterschaft haben schon ganz gut gezeigt, warum die Bilanz in Heiligenkreuz so nüchtern ausfällt. Auf ein 2:2 gegen FC Minihof-Liebau folgte ein deutliches 5:0 gegen SV Zuberbach, danach sogar ein 6:0 beim SC Kemeten. Dass am Ende trotzdem kein wirklich gutes Gefühl geblieben ist, lag auch an den beiden Niederlagen zum Schluss, der knappen gegen SC Wiesfleck und dem klaren 0:5 gegen SV Oberwart 1b. Markus Jost brachte die zurückliegende Saisonhälfte deshalb ohne Ausflüchte auf den Punkt: "Bei uns hat nicht viel funktioniert. Wir sind eindeutig hinter unseren Erwartungen geblieben." Der Obmann sprach zwar von einzelnen positiven Phasen, machte aber gleichzeitig klar, dass diese aus seiner Sicht zu wenig waren. "Es hat immer wieder Lichtblicke gegeben, aber im Großen und Ganzen war die Rückrunde sehr enttäuschend", sagte Jost. Rang elf nach 30 Runden mit 34 Punkten ist damit auch intern kein Ergebnis, das man schönreden möchte.

Trainer bleibt, Kader wird aber deutlich verändert

Aus dieser Einschätzung hat der Verein bereits erste Konsequenzen gezogen. Jost schilderte offen, dass man nach der enttäuschenden Phase zum Schluss gekommen sei, "dass wir etwas verändern müssen, etwas Gravierendes verändern müssen". Genau das passiert nun im Kader. Mit Kevin Poredoš (Stürmer), David Mondovics (Mittelfeld), Huba Nagy (Verteidiger) und Bence Sipőcz (Verteidiger) gibt es mehrere Abgänge, auf der anderen Seite wurden bereits mehrere Neuzugänge genannt. Jakob Stangl und Oliver Nayri kommen vom SV Güssing und sind für die Defensive und Offensive vorgesehen, Patrick Granicz wechselt vom FC Dunajváros nach Heiligenkreuz und soll den Angriff verstärken. Ebenfalls vom FC Dunajváros stoßen Verteidiger Géza Tóthiska und Mittelfeldspieler Kristóf Bátor dazu. Weiters kommen Fabian Hutterer vom SK Fürstenfeld und Mark Szili vom eigenen Nachwuchs dazu. Auffällig ist dabei, dass der Verein trotz der harten Saisonanalyse am Trainer festhält. Jost sieht gerade dort einen wichtigen Ansatzpunkt für die nächsten Monate: "Positiv ist, dass wir mit dem Trainer weiterarbeiten wollen, weil wir sehen, dass da viel Potenzial ist und er gute Ideen hat." Gleichzeitig machte er klar, dass nun die Mannschaft stärker auf diese Linie ausgerichtet werden soll. "In der Mannschaft haben wir einiges verändert und wir hoffen, dass das die richtigen Entscheidungen sind", sagte der Obmann.

Jubiläum im Blick und Hoffnung auf einen besseren Neustart

Die Neuaufstellung in Heiligenkreuz beschränkt sich aber nicht nur auf den Kader. Auch rund um die Sportanlage will der Verein etwas weiterbringen. Das Flutlicht wurde bereits auf LED umgerüstet, dazu ist als nächster Schritt eine Sanierung der Kabinen geplant. Für Jost hängt das direkt mit der mittelfristigen Ausrichtung des Vereins zusammen, denn im kommenden Jahr steht das 80-Jahr-Jubiläum an. "Da wollen wir mit einer sehr guten Mannschaft und mit einer tollen Infrastruktur punkten und den Verein für die Zukunft gut aufstellen", sagte er. Dazu kommt mit Fabian Hutterer noch ein personelles Thema, das sportlich Gewicht hat. Der Spieler hat sich das Kreuzband gerissen, wird demnächst operiert und soll nach Hoffnung des Vereins in der Rückrunde zumindest wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können. Dass in der Liga andere Teams zuletzt einen stärkeren Eindruck hinterlassen haben, sprach Jost ebenfalls offen an. Besonders SV Oberwart 1b und Loipersdorf-Kitzladen/Buchschachen nannte er als Mannschaften, die ihn in den vergangenen Monaten beeindruckt haben. Für den SV Heiligenkreuz ist die Richtung damit klar: Die Analyse ist gemacht, die ersten Schritte sind gesetzt, und nach einer enttäuschenden Rückrunde soll der Neustart diesmal nicht nur angekündigt, sondern auch auf dem Platz sichtbar werden.