Zwischen dem SC UNEX Eisenstadt 1907 und dem FC Großhöflein in der 2. Klasse Nord überwog nach Abpfiff beim Gast ruhige Zufriedenheit: Disziplin, Intensität und Zusammenhalt standen im Vordergrund. Großhöflein steckte ein frühes 0:1 weg, glich vor der Pause aus und blieb taktisch stabil bis zum Ende. Gerade das Kollektiv rückte ins Licht – so schilderte es Christian Neckamm, der die konsequente Umsetzung des Spielplans und die Reife einer sehr jungen Mannschaft hervorhob.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Tenor aus der Kabine: Der Auftritt war von Anfang bis Ende von Klarheit und Teamgeist geprägt. Der Trainer stellte die kollektive Reaktion auf den frühen Rückschlag heraus und betonte, dass die Mannschaft den Matchplan über die gesamte Distanz durchgezogen habe. Gegen einen Gegner mit viel Erfahrung und Routine hielt die junge Elf physisch wie mental dagegen, suchte aktiv die Duelle und setzte ihre Umschaltmomente mutig. „Die wichtigsten Szenen waren mit Abstand die Tore“, fasste der Coach die dramaturgischen Knotenpunkte zusammen. Dazu passte der Charakter der Partie: „Es war ein sehr intensiv geführtes Spiel, sehr körperbetont, aber technisch auf gutem Niveau. Es war sehr schnell geführt.“ Strittige Situationen gab es seiner Einschätzung nach nicht. Die gefährlicheren Aktionen verortete der Trainer mehrheitlich auf der eigenen Seite – das Ergebnis aus taktischer Disziplin, hoher Laufbereitschaft und sauberer Staffelung.
Ein Schwerpunkt lag auf der Arbeit gegen den Ball in ruhenden Momenten. „Wir haben die Standards sehr gut verteidigt. Wir haben versucht, auch die Standards gegen uns zu vermeiden, sprich Corner oder Freistöße in Tornähe. Das ist uns sehr gut gelungen“, beschrieb der Trainer die defensive Akribie. Das frühe 0:1 aus Großhöfleiner Sicht in der 7. Minute ging auf das Konto von Rade Trivunovic – ein Weckruf, den der FCG annahm. Der schnelle Ausgleich fiel in der 13. Minute zum 1:1 durch Lukas De Zordo, womit die Partie noch vor der Pause wieder völlig offen war und der Plan, ruhig zu bleiben und der eigenen Ordnung zu vertrauen, aufging. Nach dem Seitenwechsel erwies sich eine eigene Standardsituation als Wendepunkt: Aus einem Freistoß heraus stellte De Zordo in der 62. Minute auf 2:1; in der 88. Minute besorgte De Zordo mit seinem dritten Treffer das 3:1. Diese Sequenz spiegelte den roten Faden des Abends: konsequent verteidigen, Fehlerzonen meiden, die Ruhe bewahren und im richtigen Moment zupacken. „Das 2:1 ist aus einem Freistoß für uns entstanden. Also eine sehr gute Leistung“, unterstrich der Trainer den erarbeiteten Charakter des Vorsprungs.
Hinter dem Ergebnis stand erklärtermaßen das Kollektiv. Der Trainer wollte keinen Einzelnen zum Man of the Match ausrufen, sondern hob die Geschlossenheit hervor, die den Plan über 90 Minuten – oder eigentlich 99 Minuten – trug. Dennoch gab es Signale mit Strahlkraft: Niklas Grabner feierte mit 15 Jahren sein Startelfdebüt und „hat eine Riesenpartie gespielt. Also Hut ab.“ Später kamen zwei weitere 15-Jährige in die Partie und fügten sich ebenfalls stark ein – ein Fingerzeig, wie viel Mut und Entwicklungslust in dieser Gruppe steckt. Auch die Kulisse passte zur Geschichte des Abends: Große Inszenierung war es nicht, aber die Reaktion nach Abpfiff sprach Bände – „unsere Fans waren begeistert nach dem Spiel“.
Ohne Pathos, dafür mit klarem Plan geht der Blick nach vorne. „Wir haben jetzt neun Punkte aus vier Spielen gemacht“, ordnete der Trainer die jüngste Serie ein, „auf der wollen wir weiter aufbauen.“ Der Weg bleibt anspruchsvoll: „Es wird keine leichte Aufgabe auch in den nächsten Spielen werden. Es werden immer wieder Ausfälle dabei sein, aber wir werden unser Bestes geben.“