Nach einem intensiven Duell in der 2. Klasse Nord zwischen Eisenstadt 1907 und Sigleß ordnete Trainer Goran Cekic die Lage ein. Für ihn war der 6:4-Heimsieg verdient, weil sein Team nach der Pause „einfach mehr für das Spiel gemacht“ habe. Er hob die Wucht im Mittelfeld- und Angriffspressing sowie das hohe Tempo seiner „jungen Wilden“ hervor: Fünf 17-Jährige in der Startelf, viel Direktspiel nach vorne und klare Umstellungen prägten seine Analyse. Den Ballbesitz sah Cekic ausgeglichen bei 50:50.

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„Das Endergebnis ist gerecht, weil wir in der zweiten Halbzeit konditionell mehr Power hatten als der Gegner“, erklärte Cekic. Taktisch betonte er eine klare Handschrift: schnelles Umschalten, direktes Spiel nach vorne, zielstrebige Konter. „Mit unseren jungen Wilden – diesmal standen fünf 17-Jährige in der Startelf – sind wir vorne sehr schnell. Wenn wir schnell umschalten, sind wir extrem gefährlich.“ Beim Ballbesitz wollte er kein Übergewicht reklamieren: „Ich würde den Ballbesitz 50:50 einschätzen.“ Aus Trainersicht funktionierte auch das Anlaufen von Beginn an: Gegen den Tabellenzweiten sei man früh „giftig, unangenehm und laufstark“ gewesen und habe die taktischen Vorgaben beherzt umgesetzt.
Der Auftakt gehörte Eisenstadt: Kerem Ayhan traf früh in der 2. Minute zum 1:0, Attila Soos legte in der 12. Minute zum 2:0 nach. Sigleß antwortete prompt, als Adam Szalai in der 15. Minute auf 2:1 stellte. Eisenstadt blieb druckvoll: Soos erhöhte in der 21. Minute auf 3:1, Ayhan schnürte in der 25. Minute seinen Doppelpack zum 4:1. Doch die Gäste blieben hartnäckig: Szalai verkürzte in der 29. Minute auf 4:2, Martin Draskoczi legte in der 39. Minute zum 4:3 nach. Bis zur Pause egalisierte Sigleß den Rückstand – Halbzeitstand 4:4. Für Cekic passte die wilde Dramaturgie zur Entwicklungskurve seines jungen Teams: Individuelle Fehler – inklusive eines verursachten Elfmeters – hätten Sigleß zurück ins Spiel gebracht. „Das ist Teil des Prozesses“, so der Coach.
Nach dem Wechsel drehte Cekic an den Stellschrauben: Aus dem Mittelfeldpressing wurde mutiges, ultrahohes Anlaufen. „Wir haben den Gegner früh gestört und dadurch die entscheidenden Tore gemacht.“ Kurz nach Wiederbeginn fand Eisenstadt die rasche Antwort: Kerem Ayhan stellte in der 52. Minute auf 5:4 und komplettierte damit seinen starken Dreierpack. Den Schlusspunkt setzte Rade Trivunovic in der 84. Minute zum 6:4. Ein Schlüssel lag für den Coach im konsequenten Verteidigen der stärksten Offensivkräfte der Gäste: Der gefährliche Flügel mit der Nummer 20 wurde eng markiert, ebenso der Taktgeber mit der Nummer 6 vor der Abwehr – so nahm Eisenstadt Sigleß nach der Pause die entscheidenden Räume. „So sind wir zu unseren drei Punkten und einem verdienten Sieg gekommen“, bilanzierte Cekic.
Personell bleibt die Lage angespannt. „Wir sind nicht komplett. Das hat man auch in den letzten zwei Spielen gesehen“, erklärte Cekic und verwies auf den längerfristigen Ausfall von Innenverteidiger Balazs Bakondi (Kreuzbandriss). Auch der etatmäßige Kapitän Faton Vokshi fehlt weiterhin. Gleichzeitig lobte der Trainer die jungen Eigenbau Spieler im Kader: „Die, die da sind, bringen ihre Leistung – und das zählt.“
Die Marschroute ist klar – mit Blick auf Entwicklung und Attraktivität: Die Zuschauer hätten „zwei gute Mannschaften“ gesehen, viel Intensität und zahlreiche taktische Elemente. „Wir wollen unseren Fans etwas bieten: eine junge, laufstarke Mannschaft mit klarem Spielsystem.“ Unterm Strich stand ein stürmischer Abend, der über die 4:1-Führung und den 4:4-Pausenstand bis hin zum 6:4-Sieg führte – und vor allem ein Team zeigte, das es seinen Entwicklungsweg entschlossen weitergeht.