Ein Spiel unter Ausnahmebedingungen und eine klare Botschaft des Trainers: Für Tobias Binder war der Auftritt von Deutsch Schützen gegen UFC Siget in der Wart in der 2. Klasse Süd A vor allem ein Statement in Sachen Charakter. Nach der frühen Unterzahl – Maximilian Wiesler sah in der 25. Minute Rot – blieb sein Team stabil, ging mit 1:1 in die Pause und erarbeitete sich dank enormer Lauf- und Zweikampfbereitschaft den 2:1-Sieg. „Wir haben den Sieg kämpferisch verdient“, sagte Binder, verwies auf zahlreiche Ausfälle und räumte ein, dass taktisch und spielerisch nicht alles gelang. Entscheidend sei gewesen, dass das Kollektiv hielt, die Defensive die Standards des Gegners weitgehend neutralisierte und die Zuschauer das Team spürbar trugen. Auch der Blick nach vorn stimmt positiv: Mehrere Rückkehrer kündigen sich für die neue Trainingswoche an.

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Binder fasste die 90 Minuten so zusammen: „Die gesamte Leistung war für mich eine Willensleistung.“ Der Platz war schwer zu bespielen, die Mannschaft lange in Unterzahl – und genau daraus zog sie Kraft. „Nach dem Ausschluss von Maximilian Wiesler hat man meiner Mannschaft angesehen, dass sie unbedingt wollte.“ Zur Pause stand es 1:1, danach legten die Gastgeber in der Intensität weiter zu: „Die 2. Halbzeit war von den zehn Spielern auf dem Feld eine echte Mörderleistung.“ Trotz des Handicaps blieb die Kontrolle über weite Strecken bemerkenswert. Binder ordnete nüchtern ein, dass spielerisch und taktisch nicht alles funktionierte – wichtig sei gewesen, dass die Vorgaben in der Defensive umgesetzt wurden und jeder für den anderen ging. Phasenweise sei der Gegner überlegen gewesen, „aber über weite Strecken hatten wir trotz Unterzahl mehr Ballbesitz – rund 70 Prozent“.
Die Partie nahm früh Fahrt auf: Dominik Laky eröffnete in der 12. Minute zum 1:0, Xavér Megyesi glich in der 17. zum 1:1 aus, ehe Martin Rakhely in der 57. das 2:1 markierte. Die Rote Karte für Maximilian Wiesler zwang Deutsch Schützen zu enormer Disziplin gegen den Ball und zu kompakten Abständen, nach vorn waren vor allem Konter und Standards gefragt. Binder hob drei Akteure explizit hervor: Routinier Josef Csencsits rückte in die Innenverteidigung und überzeugte mit starkem Stellungsspiel; Mittelfeldmotor Attila Berta, mit 39 Jahren der erfahrenste im Team, spulte ein enormes Laufpensum ab; und der neu verpflichtete Stürmer arbeitete unermüdlich vorne wie hinten. „Diese drei Spieler würde ich wirklich hervorheben“, betonte Binder.
Die Liste der Ausfälle war lang – umso größer die Erleichterung über positive Nachrichten: Ein Neuzugang (zuletzt Zuberbach) kehrt nach Gelbsperre zurück, Rückkehrer Zsolt Topor (Magna Hodos) steigt am Mittwoch wieder voll ein und könnte am Sonntag gegen Oberschützen eine Option sein, auch Routinier Franz Gesslbauer soll nach gesundheitlichen Problemen wieder mittrainieren. Kapitän Andreas Wallner biss sich gegen Siget trotz einer trainingsfreien Woche durch und spielte nach Binders Einschätzung bei rund 50 Prozent. Insgesamt rechnet der Trainer damit, dass die Genannten nächste Woche zu 90 Prozent wieder zur Verfügung stehen. Zum Gegner fand Binder anerkennende Worte – insbesondere für Standardsituationen: Siget habe sich trotz eines schwachen Herbsts gesteigert und verfüge über starke Einzelspieler, „sehr, sehr gute Standards – das könnte im Laufe der Saison noch eine Waffe sein.“ Und er richtete sich ausdrücklich an die Anhänger: „Der Deutsch Schützen Sportverein steht mit zehn Punkten an drittvorletzter Stelle. Wir hatten einen sehr schwierigen Herbst, haben durch den neuen Vorstand ab November sehr viel gearbeitet, damit wir 2026 mehr Erfolg haben und nach vorne schauen können und wollen.“ Sein Schlussakkord galt der Kulisse: „Heute sind sehr viele Zuschauer gekommen, sie haben uns unterstützt und angefeuert – während und nach dem Spiel. Dafür bin ich sehr dankbar.“