Nach dem 0:2 gegen ASK Jabing in der 2. Klasse Süd A zeigte sich Tobias Binder von Deutsch Schützen schonungslos selbstkritisch. „Wir sind von Beginn an nicht richtig in die Partie gekommen“, resümierte der Trainer. Defensiv habe seine Mannschaft „solide – nicht sehr gut, aber auch nicht schlecht“ agiert. Nach dem Seitenwechsel legte Deutsch Schützen zu, doch der Ertrag blieb aus: „Von der 45. bis zur 70. Minute waren wir aggressiver und schneller, mit mehreren Offensivaktionen – aber die hundertprozentige Chance fehlte.“ Sein Fazit: „Man muss eingestehen, dass die Niederlage am Ende verdient war.“

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Binder beschrieb eine erste Halbzeit, in der seine Mannschaft offensiv kaum stattfand und Jabing klar tonangebend war: „Die erste Halbzeit war keine gute Leistung, mit vielen Ballverlusten und Unkonzentriertheiten; Jabing war klar die bessere Mannschaft.“ Der Rückstand resultierte aus einem individuellen Patzer: „Durch einen Eigenfehler haben wir das 0:1 bekommen – bitter, aber verdient.“ In der 28. Minute traf Tomislav Marelja zum 0:1, zur Pause lag Deutsch Schützen 0:1 zurück. Defensiv sah Binder sein Team grundsätzlich stabil – gerade gegen den Tabellenführer sei es schwierig, alles wegzuverteidigen.
Nach dem Wiederanpfiff registrierte Binder eine klare Steigerung: „Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten wir zwei gute Chancen, wir sind zweimal allein aufs Tor gelaufen, haben es aber nicht genutzt. Mit zwei Torschüssen gegen einen Tabellenführer reicht es nicht.“ Insgesamt blieb Jabing gefährlicher: „Im Großen und Ganzen war Jabing die gefährlichere Mannschaft und hatte mehr Torchancen; hundertprozentige Möglichkeiten gab es auf beiden Seiten nicht.“ In der 73. Minute entschied Benjamin Hupfer mit dem 0:2 die Partie.
Beim Ballbesitz sah Binder leichte Vorteile auf Seiten der Gäste: „Jabing war die spieldominierende Mannschaft mit mehr Ballbesitz und höherem Tempo; ich würde insgesamt etwa 55 zu 45 Prozent für Jabing schätzen.“ Geprägt war die Partie aus seiner Sicht von vielen Unterbrechungen: „Es war auf beiden Seiten sehr kampfbetont, mit wenig Spielfluss, weil viele – auch leichtere – Zweikämpfe in Fouls mündeten.“ Unterm Strich sah er viele Duelle auf Augenhöhe, mit einem kleinen Plus für die Gäste im Anlaufen: „Die Jabinger waren insgesamt etwas aggressiver und im Pressing besser als wir.“
Selbstkritisch blieb Binder vor allem bei der Umsetzung des Plans: „Der Matchplan, die taktische Ausrichtung, wurde leider nicht umgesetzt. Daran müssen wir viel arbeiten und es in den nächsten Spielen besser machen.“ Bei ruhenden Bällen erkannte er Qualität auf beiden Seiten: „Jabing hat sehr gute Eckball- und Freistoßschützen sowie kopfballstarke Spieler – mit den zwei Innenverteidigern und dem Stürmer waren die Standards auf beiden Seiten gefährlich.“ Für den weiteren Weg dient der Tabellenführer als Maßstab: „Man hat gesehen, warum Jabing die Tabelle anführt: eine sehr gute Mannschaft mit vielen starken Individualspielern. Wir müssen in den nächsten Wochen dorthin kommen, unsere inzwischen stärkere Mannschaft noch klarer in die richtige taktische Richtung bringen und mehr aus unseren Qualitäten machen.“