In der 2. Klasse Süd A hat SC Kemeten gegen SV Kroisegg mit 0:2 verloren. Lange war die Partie offen, zur Pause stand es noch 0:0, ehe die Gäste in der Schlussviertelstunde zuschlugen. Für Obmann Alois Schermann war der Schlüssel klar: eine starke Defensivleistung gegen einen offensiv gefährlichen Gegner und zwei späte Treffer, die das Spiel endgültig auf ihre Seite zogen.

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Über weite Strecken war es eine Partie, in der Kroisegg genau das umsetzen wollte, was man sich vor dem Anpfiff vorgenommen hatte. Schermann machte nach dem Abpfiff keinen Hehl daraus, dass der Respekt vor der Offensivkraft des Tabellenführers groß war. „Wir haben gewusst, dass Kemeten offensiv recht stark ist, haben uns darauf eingestellt“, sagte er. Genau dieses Einstellen auf den Gegner prägte aus seiner Sicht den Auftritt seiner Mannschaft. Zur Pause stand es 0:0, obwohl Kroisegg schon in der ersten Halbzeit offensiv auffällig geworden war. „Wir haben in der ersten Halbzeit schon zwei Lattenschüsse hintereinander gehabt“, erklärte Schermann. Die Gäste hielten also nicht nur dagegen, sie setzten auch selbst Nadelstiche und blieben im Spiel. Die Entscheidung fiel dann erst in der Schlussviertelstunde, als Andras Zoltan Sinka in Minute 76 das 0:1 erzielte und David Tokaji nur wenig später in der 79. Minute auf 0:2 stellte. Für Schermann war damit die Richtung klar: „Nach dem 2:0 war es gelaufen. Da haben wir gewusst, jetzt kann nicht mehr viel passieren.“
Dass Kroisegg ausgerechnet beim bis dahin so treffsicheren Spitzenreiter ohne Gegentor blieb, war für den Obmann der eigentliche Kern dieses Auswärtssieges. „In der Defensive“, antwortete Schermann auf die Frage nach der größten Stärke seines Teams und lieferte die Begründung gleich mit. „Dass wir das auch in der Hand gehabt haben. Die haben in letzter Zeit schon zwanzig Tore geschossen, und dass wir das so verteidigt haben, war ganz gut für uns.“ Diese Aussage erklärt gut, warum Kroisegg in Kemeten bestehen konnte. Die Gäste ließen den Favoriten nicht in den gewohnten Rhythmus kommen und hielten die Partie dadurch lange offen. Schermann hatte den Eindruck, dass Kemeten gerade in der Anfangsphase nicht richtig ins Spiel fand. „Am Anfang sind sie nicht so ins Spiel gekommen. Wir haben gewusst, wir dürfen sie nicht ins Spiel kommen lassen“, sagte er. Erst nach der Pause wurde der Druck der Gastgeber größer. „In der zweiten Halbzeit waren sie stärker. So zwanzig Minuten haben sie mehr angegriffen als wir“, schilderte Schermann eine Phase, in der Kroisegg mehr zu überstehen hatte. Gerade deshalb wertete er das Zu-null besonders hoch, weil seine Mannschaft diese Druckperiode unbeschadet überstand und sich danach selbst belohnte.
Den ersten Treffer hob Schermann dabei ausdrücklich hervor, weil er aus seiner Sicht das Spiel in die richtige Richtung brachte. „Das war das 1:0, wo wir einen Konter gefahren sind“, sagte er. Mehr musste er dazu gar nicht ausführen, denn in seiner Analyse war genau dieser Moment der Türöffner. Dass direkt danach wenig später auch das zweite Tor fiel, passte ins Bild eines Teams, das in den entscheidenden Minuten effizient war. Interessant war zudem, wie zufrieden Schermann mit der Gesamtleistung seiner Mannschaft klang. Viel Anlass zur Kritik sah er trotz aller Vorsicht nicht. „Da ist nicht viel zu meckern. Wenn wir so spielen, ist das ein guter Weg nach oben“, meinte er. Diese Einschätzung zog sich durch seine ganze Einordnung. Er lobte nicht nur die Defensive, sondern auch das Gesamtgefüge: „Man kann da nicht viel ändern. Wir können gut verteidigen, gut stürmen, das Mittelfeld war gut.“ Selbst den Unparteiischen erwähnte er positiv. „Der Schiedsrichter war aus meiner Sicht sehr gut. Er hat das mit ganz viel Ruhe gemeistert und sich nicht in den Mittelpunkt gestellt“, sagte Schermann über eine Partie, in der laut seiner Wahrnehmung zwar Härte auf beiden Seiten vorhanden war, die Leitung aber ruhig blieb. Kurz vor Schluss sah Michael Hochwarter bei Kemeten noch die Rote Karte, am Ausgang der Partie änderte das nach dem Doppelschlag der Gäste allerdings nichts mehr.
Für Kroisegg ist dieses 2:0 deshalb mehr als nur ein gutes Ergebnis, weil es gegen den Tabellenführer gelungen ist und weil der Plan der Gäste offensichtlich voll aufgegangen ist. Man stellte sich auf einen offensiv starken Gegner ein, überstand die stärkere Phase der Gastgeber nach der Pause und nutzte die eigene Chance in der Schlussphase konsequent. Genau diese Mischung aus Disziplin und Effizienz gefiel Schermann am meisten. Seine Aussagen ließen jedenfalls erkennen, dass dieser Sieg intern nicht als Zufall gesehen wird, sondern als Folge eines sehr geschlossenen Auftritts. Wenn Kroisegg diese Linie halten kann, dürfte der Erfolg in Kemeten tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung sein. Oder, wie es Schermann selbst schlicht zusammenfasste: „Wenn wir so spielen, ist das ein guter Weg nach oben.“