In der 2. Klasse Süd A hat SC Mariasdorf am Sonntag gegen UFC "Catering Pranger" Oberschützen mit 1:3 verloren. Nach einer starken Anfangsphase der Gäste blieb die Partie lange offen, weil Mariasdorf vor der Pause die besseren Chancen hatte und nach dem Wechsel durch Dominik Zeiler ausglich. Erst das 2:1 von Raphael Schermann brachte Oberschützen auf Kurs, ehe Dominik Kurt Huber in der Nachspielzeit entschied.
Der Start gehörte nach Einschätzung von Gerhard Wolfger klar den Gästen. "Oberschützen war die ersten zehn Minuten sehr spielbestimmend, hätte drei Tore machen können", sagte der Sektionsleiter nach dem Auswärtssieg. Dass es schon in der 5. Minute 0:1 stand, passte genau zu dieser Anfangsphase, in der Raphael Schermann für die frühe Führung sorgte. Danach blieb das Übergewicht aber nicht dauerhaft auf der Seite der Gäste. Wolfger beschrieb die Zeit bis zur Pause vielmehr so, dass "Mariasdorf klar chancenüberlegen" gewesen sei. Oberschützen nahm das 0:1 zwar in die Kabine mit, wirklich sicher war dieser Vorsprung aber nicht, weil die Gastgeber die Partie nach dem frühen Rückstand offen hielten.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eng. Wolfger formulierte es deutlich: "In der zweiten Halbzeit sind wir ausgeglichen ins Spiel gegangen. Es gab Chancen auf beiden Seiten." Genau dieses Bild zeigte sich dann auch im Spielstand. In der 50. Minute glich Dominik Zeiler für Mariasdorf zum 1:1 aus, und damit war die Partie endgültig wieder völlig offen. Lange deutete also nichts auf eine klare Sache hin. Für Wolfger kam der entscheidende Moment erst in der Schlussphase. "Erst beim 2:1 ist es gekippt. Davor war es ein ausgeglichenes Match", sagte er. Dieses 1:2 erzielte in der 77. Minute wieder Raphael Schermann, der damit zum zweiten Mal traf. In der Nachspielzeit legte Dominik Kurt Huber noch das 1:3 nach und machte den Auswärtssieg endgültig fest.
Dass Oberschützen am Ende alle drei Punkte mitnahm, erklärte Wolfger nicht mit spielerischer Dominanz, sondern sehr bodenständig. Auf die Frage nach der größten Stärke seiner Mannschaft antwortete er kurz und klar: "Glück und Teamgeist." Danach wurde er noch konkreter und verwies auf "Tormann und einzelne gute defensive Leistungen". Genau dort sah er also jene Faktoren, die in einer offenen Partie den Ausschlag gaben. Gleichzeitig verschwieg er nach dem Sieg nicht, wo seine Mannschaft noch Luft nach oben hat. "Wir müssen den Ball aktiver kontrollieren und aggressiver in die Zweikämpfe gehen", sagte Wolfger. Das passt auch zu seiner Einschätzung des Gegners. Mariasdorf sei "überraschend stark" gewesen und hätte sich "auch ein Unentschieden verdient". Gerade deshalb war der Erfolg aus Sicht der Gäste keiner von der einfachen Sorte, sondern ein hart erarbeiteter Sieg.
Auch bei den Nebenthemen blieb Wolfger sachlich. Den Unparteiischen beurteilte er "auf beiden Seiten gleich durchschnittlich", dazu meinte er, dass es "eventuell einen Elfmeter für Mariasdorf hätte geben können". Eine große Geschichte machte er daraus aber nicht. Im Mittelpunkt stand für ihn, dass Oberschützen eine lange ausgeglichene Partie am Ende auf seine Seite gezogen hat. Nach sechs Runden hält Oberschützen damit bei zehn Punkten und liegt auf Rang vier, während Mariasdorf bei drei Zählern bleibt. Der Auftritt in Mariasdorf war nach Wolfgers eigener Beschreibung also kein lockerer Nachmittag, sondern ein Spiel, in dem die Gäste gute Anfangsminuten hatten, dann leiden mussten und sich erst mit dem 2:1 wirklich belohnten.