II. Liga Mitte, 19. Runde im Burgenland: Im Duell mit USC master design Pilgersdorf erlebte Christian Kodydek, Trainer von SV 7023 Zemendorf-Stöttera-Pöttelsdorf, einen Nachmittag der verpassten Chancen – mit Spannung bis zum Schluss. Zur Pause stand es 0:0, ehe die Partie nach dem Seitenwechsel kippte und schließlich 1:2 endete. Kodydek legte den Finger in die Wunde: Er sprach von zwei Eigenfehlern vor den Gegentoren, betonte lange Phasen der eigenen Überlegenheit, verwies auf einen Stangenschuss und hob den Anschlusstreffer nach einem Standard hervor. Gleichzeitig erkannte er den größeren Willen der Gäste an und lobte deren cleveres Management der Schlussphase.

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Nach einer torlosen ersten Halbzeit (0:0) schlug USC master design Pilgersdorf unmittelbar nach Wiederbeginn zu: In der 46. Minute stellte Zsolt Takacs auf 0:1. Der Angreifer Zsolt Takacs erhöhte in Minute 78 auf 0:2 und brachte die Gäste komfortabel in Front.
SV 7023 Zemendorf-Stöttera-Pöttelsdorf stemmte sich gegen die Niederlage, kam in der 86. Minute durch Martin Haider zum 1:2 und drückte in der Schlussphase auf den Ausgleich. Nach 90 Minuten blieb es jedoch beim 1:2. Kodydek ordnete die Treffer klar ein und verwies auf eigene Versäumnisse sowie zwei vorausgegangene Fehlerketten in seiner Mannschaft.
Besonders prägnant beschrieb Kodydek zwei Szenen seines Stürmers: „Unser Stürmer ist zweimal allein auf den Tormann zugelaufen und hat beide Male zu überhastet abgeschlossen. Das ist natürlich bitter.“ Seine Mannschaft sah er bei ruhenden Bällen stark – der Anschlusstreffer resultierte aus einer solchen Situation: „In Standardsituationen sind wir mittlerweile sehr gefährlich und verteidigen die auch gut weg. Unser Anschlusstreffer ist aus einer Standardsituation entstanden.
Umso ärgerlicher ist es, dass wir so billige Tore kassieren gegen einen Gegner, der sich aus dem Spiel heraus nicht wirklich viele Chancen erarbeitet hat. Das ist doppelt bitter. Nichtsdestotrotz muss man Pilgersdorf für die kämpferische Leistung gratulieren – sie haben den Sieg unterm Strich mehr gewollt als wir.“ Der erwähnte Stangenschuss der Gastgeber passte ins Bild dieses unglücklichen Nachmittags.
Über die letzten Minuten, in denen SV 7023 Zemendorf-Stöttera-Pöttelsdorf dem Ausgleich nahe war, sagte Kodydek: „In der Schlussphase hätten wir definitiv noch zum Ausgleich kommen können. Pilgersdorf hat das dann richtig gut gemacht, indem sie bei jeder Gelegenheit Zeit von der Uhr genommen haben. Auch das kann man ihnen nicht vorwerfen – sie spielen gegen den Abstieg. Das war clever vom Trainerteam, sehr abgebrüht, und dazu auch noch einmal Gratulation.“
Zur Intensität auf dem Platz und zur Stimmung meinte er: „In manchen Phasen war es hitzig, weil einige fragwürdige Foulspiele dabei waren. Allerdings waren auch wir jahrelang im Abstiegskampf. Ich weiß, was es heißt, gegen den Abstieg zu spielen.“
Ungeachtet der vielen eigenen Chancen fand Kodydek deutliche Worte zur eigenen Leistung und Haltung: „Vorweg: Wir haben aus dem Spiel heraus kaum Torchancen zugelassen. Trotzdem bleibe ich dabei: Mit so wenig Leidenschaft, wie wir sie phasenweise an den Tag gelegt haben, kann man in einem Meisterschaftsspiel nicht antreten – speziell nicht zu Hause.“
Dass Zsolt Takacs die Partie mit seinen Treffern in der 46. und 78. Minute entscheidend prägte und Martin Haider in Minute 86 nach einem Standard verkürzte, ist dokumentiert – ebenso wie der Abpfiff zum 1:2. Kodydeks Fazit bleibt geprägt von verpassten Gelegenheiten, der Anerkennung für Pilgersdorfs Kampf und dem klaren Anspruch, zu Hause mit mehr Leidenschaft aufzutreten.