Volle Intensität, sechs Treffer und eine Schlussphase mit Gesprächsstoff: In der II. Liga Mitte setzte sich Bad Sauerbrunn 1b gegen den SV Oberloisdorf mit 4:2 durch – ein Auftritt, den der Sauerbrunner Trainer Heinz Kremser als verdient einordnet. „Es war ein spannendes Spiel mit vielen Toren, sechs insgesamt. Das Ergebnis geht in Ordnung – wir hatten zu unseren vier Toren noch vier Großchancen.“ Der Trainer schildert eine Partie mit Ausgleichsphasen und klaren Möglichkeiten für sein Team, aber auch einem Knackpunkt auf Seiten der Gäste. Seine Analyse zeichnet ein Bild von hohem Einsatz, wenigen strittigen Szenen und einer Mannschaft, die ihren Plan über 90 Minuten samt Nachspielzeit konsequent verfolgt hat. Zugleich blickt Kremser bereits auf die nächste Aufgabe und beschreibt klar, was er von seiner Elf erwartet – und warum dieser Abend für seine Spieler mehr als nur drei Punkte bedeutet.

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Der offene Start mündete früh in zählbare Aktionen: Bad Sauerbrunn 1b stellte in Minute 33 durch Martin Majnovics auf 1:0, Zoltán Ferencz glich für Oberloisdorf in der 36. Minute zum 1:1 aus. Kurz vor der Pause traf Christoph Edelbauer zum 2:1 in der 44. Minute. Nach Wiederbeginn rückte eine Szene in den Mittelpunkt, die Kremser später als entscheidend einordnete: Oberloisdorfs Richard Papp sah Gelb-Rot vier Minuten nach Wiederbeginn. In der Schlussphase erhöhte Ewan Herzog auf 3:1 in Minute 82. Oberloisdorf meldete sich durch Zoltan Ferencz mit dem 3:2 zurück in der 89., ehe Emirhan Özdemir unmittelbar vor Ende in der 95. Minute den Schlusspunkt zum 4:2 setzte. Kremser hob mehrere klare Möglichkeiten seines Teams hervor: „Auf unserer Seite gab es die Chance durch Christoph Edelbauer in der 13. Minute – er schoss knapp am langen Eck vorbei. Dann hatte Timo Marzi zweimal eine Möglichkeit aus kurzer Distanz, der gegnerische Tormann reagierte sehr gut und hielt jeweils. Und dann gab es noch eine Riesenchance in der 78. Minute, als unser Stürmer Emirhan Özdemir übers leere Tor schoss.“ Auch Oberloisdorf bekam aus seiner Sicht einen Big Point: „Oberloisdorfs Stürmer Zoltan Ferencz lief alleine auf unseren Tormann zu, der zum Glück Sieger blieb. Das hätte das 2:2 sein können – wahrscheinlich spielentscheidend.“
Ein aufgeladener Zweikampfcharakter prägte die Partie, ohne aus dem Ruder zu laufen. Für Kremser war die Unterzahl des Gegners nach der Pause ein klarer Faktor in der Spielverteilung: „Der Ballbesitz war ziemlich ausgeglichen. Vielleicht hatten wir in der zweiten Hälfte etwas mehr Ballbesitz – wahrscheinlich wegen des Ausschlusses beim Gegner –, ansonsten eher ausgeglichen.“ Brisant: Der Trainer hatte in der Pause eine konkrete Ansage gemacht – und die Konsequenzen folgten prompt für den bereits verwarnten Gegenspieler: „Ich habe zu meinem Mittelstürmer gesagt, er soll sich bei Fouls zurückhalten und dem Oberloisdorfer das Foulspiel überlassen, weil der schon Gelb hatte – und das ist aufgegangen. Beim ersten Angriff hat er wieder am Leiberl gezupft und wurde dann mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.“
Die Zweikampfführung ordnet Kremser in die Kategorie „hart, aber sauber“ ein: „Es war eine intensive Zweikampfführung, insgesamt ein gutes Zweite-Liga-Spiel. Beide Mannschaften haben tollen Einsatz gezeigt. Geht in Ordnung.“ Strittige Szenen sah er kaum – mit einer Ausnahme in der Schlussphase: „Es gab eigentlich keine strittigen Situationen. Das Einzige Fragwürdige war, warum wir sechs Minuten nachspielen mussten. Es gab nur eine verletzungsbedingte Unterbrechung, die vielleicht eineinhalb Minuten dauerte. Warum das so lang war, wusste niemand am Platz.“
Das Echo in der Kabine war für den Coach unmissverständlich positiv – und zugleich mahnend fokussiert: „Wir sind im Abstiegskampf. Wir wollen auch auswärts punkten. Es wird wieder schwierig, aber wenn wir die Zweikämpfe wieder so annehmen wie zuletzt, sind wir auf einem richtig guten Weg.“ Besonders wichtig war ihm die unmittelbare Wertschätzung für seinen Kader: „Es freut mich generell, dass sich die Spieler für ihren tollen Trainingsaufwand und -einsatz – die Moral stimmt – mit diesem Sieg endlich belohnen konnten. Beim ersten Spiel beim Tabellenführer war es sehr schwer, aber diesmal ist unser Plan aufgegangen.“ Für Kremser steht fest: Einsatz, Disziplin und das Nutzen der eigenen Momente haben diesen Abend geprägt – und liefern die Leitplanken für die kommenden Aufgaben.