Es war die Mischung aus Comeback-Mentalität und kühlem Kopf in den entscheidenden Momenten, die den Nachmittag prägte – so schildert es Oliver Frank, sportlicher Leiter von ASV Draßburg. Im Auswärtsspiel der 2. Liga Mitte bei ASKÖ Waldquelle Kobersdorf spricht Frank von einem verdienten Erfolg und verweist auf Moral, Taktik, Physis und eine starke Torhüterleistung als Säulen des Erfolgs. Die Gastgeber beschreibt er speziell im 1. Durchgang als bärenstark und unangenehm zu bespielen, gleichzeitig lobt er die eigene Mannschaft für die Reaktion nach der Pause und die Physis in der Schlussphase. In seinen Ausführungen rücken zwei Figuren besonders in den Fokus: Keeper Bence Acsadi, den Oliver Frank als sprichwörtlichen Turm in der Schlacht hervorhebt, und Mittelfeldstratege Sandro Kristianidi, der die Partie entschied. Dazu passt Franks Fazit, dass die neu formierte Truppe "keine Mannschaft vom Reißbrett ist, sondern eine, die vom ersten Tag an verzahnt war. Die Rädchen greifen mittlerweile sehr gut ineinander. Das gibt uns große Hoffnung, dass wir uns bald aus der Abstiegszone entfernen."

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Zur Pause stand es 0:0, doch kurz nach dem Seitenwechsel traf Kobersdorf durch Stefan Schwarz in der 57. Minute zum 0:1. Draßburg reagierte umgehend: In der 69. Minute glich Sandro Kristianidi zum 1:1 aus, nur eine Minute später drehte Richard Johnson mit einem sehenswerten Kopfball-Treffer zum 2:1 die Partie. In dieser Phase verortet Frank die wichtigste Szene des Nachmittags: „Die Schlüsselszene war ganz klar die Parade beim 2:1 für uns, als unser Keeper Bence Acsadi einen wuchtigen Kopfball sensationell abwehrte – da hatte unser Torwart nicht nur den Ball gehalten, sondern gefühlt das ganze Spiel!" Kobersdorf beendete die Partie nach einer Gelb-Roten Karte gegen Endrit Kuqi in der 87. Minute in Unterzahl. In der Nachspielzeit setzte Sandro Kristianidi mit dem 3:1 den Schlusspunkt. Oliver Frank beschreibt den Moment des Rückstands als „kalte Dusche“ und hebt die Antwort seiner Mannschaft ausdrücklich hervor. Auf den Punkt bringt er die Wende so: „Wir haben – wie in der Vorwoche – das Spiel gedreht, weil wir taktisch von Trainer Dominik Schiefer perfekt eingestellt waren und wir der Schlussphase den Heimischen physisch überlegen waren. All dies zeigt, welch sehr gute Arbeit der neue Trainer bisher geleistet hat.“
Oliver Frank ordnet die Partie klar über die Achse aus Torwart und Mittelfeldspieler. Den Schlussmann Bence Acsadi fasst er als Fels in der Brandung zusammen und betont die Bedeutung der großen Parade beim Stand von 2:1 aus Draßburger Sicht. Als Matchwinner rückt er neben einer sehr guten Mannschaftsleistung Sandro Kristianidi ins Rampenlicht und sagt über dessen Entwicklung und Output: „Er hat erneut wichtige Tore zum Sieg erzielt. In der Vorbereitung hat er schon mehrmals getroffen, und jetzt hat er in den ersten zwei Ligaspielen jeweils die entscheidenden Treffer zum Sieg beigesteuert. Ich bin froh, dass er jetzt bei uns ist. Er hatte mit Beginn der Vorbereitung kleine Anlaufschwierigkeiten, aber jetzt ist er richtig stark da.“ Dass die Mannschaft im Finish mehr zulegen konnte, verknüpft Frank mit der Physis: Die Bilanz der jüngsten Wochen fasst er prägnant zusammen: „Zwei Rückrundensiege in Folge, die neuformierte Truppe funktioniert. So kann die Heimfahrt gerne öfter aussehen!"
Die Wertschätzung für den Gegner zieht sich durch Franks Analyse. Zunächst betont er: „In der ersten Halbzeit war es ein offener Schlagabtausch. Die Gastgeber aus Kobersdorf waren bärenstark. Sie haben sehr gute individuelle Spieler in ihren Reihen, die in der Vergangenheit schone oft Spiele im Alleingang entscheiden konnten.“ Später unterstreicht er diese Einordnung erneut: „Kobersdorf ist eine homogene, spielstarke Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern und hat in der ersten Halbzeit genau das geliefert, was wir erwartet haben.“ Mit der Spielleitung von Eyüp Orman zeigte sich Oliver Frank rundum einverstanden: „Die Spielleitung war total in Ordnung – ein umsichtiger, sehr guter Schiedsrichter, der meines Erachtens keine Fehler begangen hat und eine gute Leistung gezeigt hat.“ Zum Abschluss richtet er den Blick auf die Personalthemen: „Leider haben wir zwei Spieler verletzungsbedingt zu beklagen. Einer ist Roman Hofmann, der hoffentlich bald wieder zurückkommen wird. Länger fällt leider Riccardo Popp aus, der sich im letzten Heimspiel gegen Oberpetersdorf/Schwarzenbach einen Bänderriss im Knöchel zugezogen hat."