Bei USC master design Pilgersdorf gegen ASV Pöttsching in der II. Liga Mitte erlebte Thomas Köller einen Nachmittag, der seine Mannschaft sichtbar befreite. Nach einer torlosen ersten Hälfte und einem von beiderseitiger Verunsicherung geprägten Beginn sprach der Pöttschinger Trainer von einem verdienten Ausgang dank einer starken zweiten Halbzeit, unterstrich die Geschlossenheit und freute sich über das Comeback seines Kapitäns Michael Matouschowsky. Der klare 4:0-Auswärtssieg wirkte wie ein spürbarer Befreiungsschlag.

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Der Auftakt war geprägt von Vorsicht und Brüchen im Spiel. Köller fand dafür klare Worte: „Zu Beginn hat man die Verunsicherung von beiden Mannschaften gemerkt und es war eine sehr zerfahrene Partie.“ Das passte zum Bild der ersten 45 Minuten, in denen beide Seiten lange nach Rhythmus suchten – zur Pause stand es 0:0. In seiner Einordnung betonte Köller, dass er das Chancenplus dennoch bei seiner Mannschaft gesehen habe. Die erste Chance ein Tor zu erzielen, hatten aber die Hausherren, mit einem Flachschuss am langen Eck vorbei. Auf Nachfrage nach einem dominierenden Einzelspieler wich er einer Personalisierung bewusst aus und hob die Geschlossenheit hervor: „Auf unserer Seite war es eine geschlossene Mannschaftsleistung mit sehr guten Einzelleistungen.“ Dass Pöttsching in dieser Phase noch nicht in voller Selbstverständlichkeit agierte, klang an anderer Stelle ebenfalls an: Die Startphase habe unter der angespannten Ausgangslage gelitten, ehe die Mannschaft nach und nach Struktur fand und Zugriff entwickelte – ein Prozess, den sein Team nach der Pause konsequent fortsetzte.
„Ja, das Endergebnis war aufgrund der zweiten Halbzeit gerecht“, bilanzierte Köller – eine Einschätzung, die sich im Verlauf nach dem Seitenwechsel widerspiegelte. Kurz nach Wiederbeginn löste eine beherzte Aktion den Knoten: Samir Mesanovic brachte Pöttsching in der 53. Minute mit 1:0 in Führung. Es war der Moment, der der zuvor zähen Partie eine klare Richtung gab. Nur wenig später legte Lukas Jagschitz mit einem energischen Doppelpack nach (60., 65.) und stellte auf 3:0. In der Schlussphase setzte Theo Ertlschweiger in der 90. Minute den Schlusspunkt zum 4:0.
Auch in dieser dominanten Phase blieb Köllers Blick auf dem Kollektiv: Anstatt einzelne Akteure herauszuheben, verwies er auf das Zusammenspiel und den solidarischen Auftritt aller Mannschaftsteile – "genau jene Tugenden, die wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten, setzten wir um und kamen voll zur Geltung."
Ein persönlicher Akzent überlagerte die nüchternen Fakten: Ein Spieler kehrte nach sehr langer Verletzungspause zurück – Kapitän Michael Matouschowsky. Die Rückkehr des Spielführers passte zum Gesamtbild eines Tages, an dem die Last von den Schultern zu fallen schien. Köller sprach den schwierigen Rückrundenstart selbst an und verknüpfte den Auswärtssieg klar mit einem mentalen Umschwung. Seine Worte ließen kaum Interpretationsspielraum: „Extrem wichtig. Der Druck und der Ballast ist abgefallen und wir können wieder befreit aufspielen. Das gibt der Mannschaft Selbstvertrauen und ganz viel Kraft.“
Inhaltlich blieb der Trainer dabei seiner Linie treu: Nicht Zufall oder Fehler des Gegners, sondern Stabilität, Konsequenz und Teamgeist machten den Unterschied – Pöttsching nutzte die zweite Halbzeit und nimmt diesen Rückenwind nun mit in die kommenden Aufgaben.