In der II. Liga Mitte hat der SC Neudörfl beim ASK Marz ein echtes Topspiel mit 4:2 für sich entschieden. Neudörfl führte zur Pause 1:0, legte kurz nach Wiederbeginn das 2:0 nach, musste aber zwei Treffer von Marz schlucken. In der Schlussphase drehten die Gäste mit einem Doppelschlag die Partie wieder auf ihre Seite. Trainer Peter Benes sprach danach vor allem von der Mentalität seiner Mannschaft und einer starken Auswärtsleistung – ein Sieg, der im engen Spitzenfeld der Liga doppelt wertvoll wirkt und für reichlich Gesprächsstoff am Freitagabend sorgte.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Auftritt der Gäste begann so, wie es sich Peter Benes gewünscht hatte: „Wir sind gut in das Spiel gestartet, haben es anfangs kontrolliert und sind dann auch verdient 1:0 in Führung gegangen.“ Den ersten Stich setzte in Minute 33 Márk Szileszki, der das 0:1 besorgte. Bis zur Pause blieb es beim knappen Vorsprung. „Wir haben in der Kabine gesagt, wir müssen gegen diese gute Mannschaft das zweite Tor machen – das ist uns gelungen“, so Benes. Kurz nach Wiederanpfiff traf Benedek Tanyi zum 0:2 (51.). Doch Marz blieb gefährlich und kam durch Ciprian-Florin Brata zurück: Er erzielte zunächst den Anschlusstreffer zum 1:2 (66.) und glich wenig später auch zum 2:2 aus (77.). Aus einem scheinbar komfortablen 2:0 war in wenigen Minuten ein offener Schlagabtausch geworden – mit der klaren Ansage des Neudörfl-Trainers, dass seine Elf darauf eine Antwort finden müsse.
Die Antwort kam entschlossen. Offiziell ging das 2:3 in der 82. Minute auf das Konto von Emil Haladej, ehe Yusuf Borazancioglu in der 87. Minute den Deckel zum 2:4 draufmachte. Benes zeichnete den Weg zum späten Sieg ausführlich nach: „Das 3:2 war ein super Pass von unserem Rechtsverteidiger Manuel Reisner in die Tiefe auf unsere Nummer zehn, Emil Haladej. Er ist in den Strafraum gedribbelt, hat zwei Spieler überspielt und den Ball ins Tor bugsiert.“ Beim vierten Treffer war es aus seiner Sicht ähnlich zielstrebig: „Ein super Pass ins Zentrum auf unsere Nummer 20, Yusuf Borazancioglu. Er ist dem Verteidiger davongelaufen und hat den Ball unter dem Tormann ins Tor gespielt.“ Für Benes war klar, was den Ausschlag gab: „Nicht jede Mannschaft kommt nach einem 2:2, wenn man 2:0 geführt hat, so zurück. Wir haben weiter daran geglaubt.“
In der Analyse hob Benes zwei Punkte besonders hervor: vorn die Effizienz, hinten die Geschlossenheit. „Besonders gut hat heute die Chancenverwertung funktioniert. Vier Tore auswärts erzielt man nicht in jedem Spiel“, sagte er zufrieden. Gleichzeitig verwies er auf einen wichtigen taktischen Kniff: „Wir mussten das System auf 4-1-4-1 umstellen und hatten nur eine Nummer sechs mit dem jungen Alexander Ruisz – er hat das gut gemacht.“ Insgesamt sah der Coach viele Dinge, die zu einem starken Auswärtsspiel gehören: „Die Mannschaft war voll im Soll, was die Aggressivität in den Zweikämpfen sowie erste und zweite Bälle betrifft.“ Verbesserungsbedarf blieb dennoch, denn die kurze Phase nach dem 2:0 gefiel ihm nicht: „Da haben wir etwas an Nachdruck verloren, und der Gegner hat das ausgenützt.“ Unterm Strich stand aber der feste Eindruck, dass Neudörfl als Kollektiv zu funktionieren begann – trotz „vieler Ausfälle“, wie Benes betonte.
Den Gegner ordnete Benes mit Respekt ein: „ASK Marz hat immer wieder spielerische Lösungen gesucht. Ciprian-Florin Brata ist ein Topspieler in der Liga, und auch ihre Nummer sieben war immer gefährlich und anspielbar.“ Die Statistik des Abends passte dazu: Ciprian-Florin Brata trug beide Marzer Treffer bei (66., 77.). Auch der Unparteiische bekam überwiegend positive Worte: „In Summe war die Leistung des Schiedsrichters für mich in Ordnung, eine reife Leistung. Einzig beim 1:2 ist unser Innenverteidiger gefoult worden – das hat er wohl übersehen.“
Der Erfolg in Marz war für Benes ein „Sechs-Punkte-Spiel“, das seine Mannschaft „Gott sei Dank für uns entschieden“ hat. In der Tabelle steht Neudörfl mit 52 Zählern im Spitzenfeld, Marz folgt mit 48 Punkten – und die kommenden Wochen versprechen ein enges Rennen, in dem Moral und Effizienz wieder gefragt sein werden.