Spielberichte

„Wir haben das Glück erzwungen“: Marz dreht das Spiel in den letzten Minuten

SV 7023 Z-S-P
ASK Marz

Zum Abschluss der II. Liga Mitte feierte der ASK Marz beim SV 7023 Zemendorf-Stöttera-Pöttelsdorf einen 3:1-Auswärtssieg. Nach frühem Rückstand glichen die Marzer rasch aus und ließen in einer offenen zweiten Halbzeit nicht locker. Ein später Doppelschlag – erst in Minute 89, dann in der Nachspielzeit – entschied die Partie. Co-Trainer Martin Zimmermann fasste den Schlüssel zum Erfolg so zusammen: „Wir sind als Team aufgetreten, haben bis zum Schluss daran geglaubt – wir haben das Glück erzwungen.“


Ball liegt bei der Eckfahne - leeres Spielfeld

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Kalte Dusche, schnelle Antwort und ein offenes Spiel bis zur Pause

Marz bekam die berühmte kalte Dusche: Nach sechs Minuten stellte Martin Haider für ZSP auf 1:0, aus Marzer Sicht ein wuchtiger Distanzschuss, der unhaltbar im Eck einschlug. „Wir sind kalt erwischt worden“, sagte Martin Zimmermann, „aber die Mannschaft hat sich schnell gefangen.“ Der Gast übernahm in der Folge mehr und mehr die Initiative. Zimmermann sah in der ersten Hälfte „ein klares Chancenplus“, haderte aber damit, dass seine Elf in guten Zonen oft noch einen Pass suchte, statt konsequent abzuschließen. Belohnt wurde der Aufwand dennoch früh: Nach einem gefühlvollen Chip von Luis Pichler auf Ciprian-Florin Brata konnte der ZSP-Schlussmann Bratas Abschluss nur abklatschen, Jawad Nabavi staubte in Minute 12 zum 1:1 ab. Das Remis zur Halbzeit passte aus seiner Sicht trotz Marzer Übergewicht: „Von den Spielanteilen waren wir besser, aber das 1:1 war unterm Strich gerecht.“

Pfostenpech und dann die Erlösung: Brata und Nabavi entscheiden spät

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine weitgehend ausgeglichene Partie. Marz blieb aktiv, ZSP suchte mit schnellen Bällen aus der Abwehr immer wieder direkt die Spitze. Die beste Marzer Gelegenheit vor der Schlussphase: ein Kopfball von Tobias Kornfehl nach einem Corner, der an die Stange klatschte. „Wir haben heuer in der Nachspielzeit schon oft Gegentore bekommen“, erinnerte Zimmermann. „Dieses Mal hat es sich umgedreht, Gott sei Dank.“ Der Lohn für den langen Atem kam in Minute 89: Ein weiter Seitenwechsel landete bei Ciprian-Florin Brata, dessen Abschluss zwar nicht voll durchkam, aber vom Tormann nicht mehr entscheidend geklärt werden konnte – 1:2. ZSP warf danach alles nach vorne, doch Marz setzte den konternden Schlusspunkt. Über die starke Achse Brata/Nabavi kam der Ball links in den Strafraum, Nabavi täuschte den Torhüter und schob in der 90.+3 zum 1:3-Endstand ein. „Wir wollten den Sieg unbedingt, haben den Druck hochgehalten – und wurden dafür spät belohnt“, so Zimmermann.

„Mannschaftliche Kompaktheit“ als Schlüssel – Respekt für ZSP und ein versöhnlicher Abschluss

In der Analyse hob der Co-Trainer immer wieder den Zusammenhalt hervor. „Der entscheidende Moment war, dass wir als Team aufgetreten sind. Die Burschen von der Bank haben sich nahtlos eingefügt, wir haben bis zum Schluss alles probiert.“ Auch der Bogen über die letzten Wochen war ihm wichtig: „Wir hatten ein Tief mit vier Niederlagen in Serie, haben uns zusammengerauft und uns vorgenommen, die letzten drei Spiele zu gewinnen. Das ist uns mit den Siegen gegen Draßburg, Kaisersdorf/St. Martin und jetzt hier gelungen – trotz vieler Verletzungen ein super Abschluss und Rang vier.“ Den Gegner lobte er ausdrücklich: „ZSP hat uns 90 Minuten Paroli geboten, war ebenbürtig und sehr direkt im Umschalten. Da mussten wir ein, zwei brenzlige Situationen mit Tacklings und Blocks bereinigen.“ Diskussionsstoff lieferte eine Szene in Minute 79, als ZSP Elfmeter forderte. Zimmermann schilderte: „Es hat so ausgesehen, als könnte es ein Foul gewesen sein. Der Schiedsrichter hat gesagt, er hat es von seiner Position nicht sehen können, der Assistent hatte Sichtbehinderung.“ Insgesamt fand er dennoch versöhnliche Worte: „Im Großen und Ganzen hat die Leistung vom Schiedsrichter gut gepasst.“ Emotional wurde es beim Blick nach innen: „Wir wollten unserem Trainer Gerald Linshalm, der uns nach eineinhalb Jahren verlässt, einen schönen Abschied bereiten. Das haben wir geschafft.“ Nach dem Schlusspfiff stand die Freude im Vordergrund – und ein gemeinsames Siegerfoto in der Kabine als runder Abschluss einer Saison, die für Marz mit einem späten Auswärtssieg noch einmal die richtige Wendung nahm.

II. Liga Mitte: SV 7023 Z-S-P : ASK Marz - 1:3 (1:1)

  • 93
    Jawad Nabavi 1:3
  • 89
    Ciprian-Florin Brata 1:2
  • 12
    Jawad Nabavi 1:1
  • 6
    Martin Haider 1:0