In der II. Liga Mitte hat sich ASV Pöttsching am Sonntag mit 3:2 gegen USC master design Pilgersdorf durchgesetzt. Früh in Führung, nach der Pause wieder vorne und am Ende mit einem späten Eigentor zum Sieg gekommen – für Trainer Thomas Köller war es trotzdem kein ruhiger Nachmittag. "Wir haben die Partie viel zu lange offen gehalten und verpasst früh alles klar zu machen", sagte er nach dem Schlusspfiff.

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Der Start sprach klar für Pöttsching. Schon in der 4. Minute brachte Efe Kakci bei seinem Startelf-Debüt die Gastgeber mit 1:0 in Führung und genau dieses frühe Tor passte zu dem Bild, das Köller nach dem Spiel schilderte. "Wir waren spielbestimmend und haben uns in der ersten Halbzeit sehr viele hochkarätige Chancen erarbeitet", sagte der Trainer. Ganz so geradlinig blieb der Nachmittag aber nicht. Pilgersdorf hielt die Partie am Leben, gab sich nicht auf und kam noch vor der Pause zurück. In der 41. Minute traf Laszlo Buzas zum 1:1, sodass es trotz Pöttschinger Vorteilen mit einem offenen Spielstand in die Kabinen ging. Köller brachte dieses Wechselbad treffend auf den Punkt: "Es hat ein paar Phasen gegeben, in denen uns das Spiel fast entglitten wäre."
Auch nach dem Seitenwechsel ging es nicht lange ruhig weiter. Lukas Jagschitz stellte in der 51. Minute zwar auf 2:1 für Pöttsching, doch die Sicherheit brachte auch dieser Treffer nicht. Köller sprach davon, dass seine Mannschaft viele Möglichkeiten gehabt habe, die Partie schon früh zu entscheiden, sich dafür aber nicht belohnte. Statt den Vorsprung auszubauen, blieb das Match offen, und genau das spielte den Gästen in die Karten. Der Trainer hob hervor, dass Pilgersdorf vor allem in Umschalt-Situationen und bei Standards immer wieder gefährlich wurde. Diese Einschätzung passte auch zur nächsten Wendung, denn in der 62. Minute glich Phillip Heinrich zum 2:2 aus. So wurde aus einem Spiel, in dem Pöttsching viel richtig machte, wieder ein vollkommen offener Schlagabtausch.
Besonders kritisch sah Köller die Phase direkt nach der Pause. "Der Gegner hatte nach Wiederanpfiff mehrere Torchancen am Stück", sagte der Pöttsching-Coach und verschwieg auch nicht, dass seine Mannschaft in dieser Zeit "mit ein wenig Glück" ohne Gegentor blieb. Dass Pöttsching dennoch im Spiel blieb, führte er vor allem auf Einsatz und Laufbereitschaft zurück. "Wir haben füreinander gekämpft und sind viel gelaufen", meinte er. Gleichzeitig blieb der Finger aber klar in der Wunde. "Ganz viel Luft nach oben hat die Chancenauswertung, wie auch schon in den letzten Spielen", sagte Köller. Damit erklärte er auch, warum ein Spiel, in dem seine Mannschaft lange mehr davon hatte, bis in die Schlussphase eng blieb und nie wirklich unter Kontrolle geriet.
Die Entscheidung fiel schließlich in der 83. Minute und auf ungewöhnliche Art. Offiziell wurde das 3:2 als Eigentor von Soma Tibor Takacs gewertet. Köller beschrieb die Szene so: "Ein langer Ball für unseren Stürmer, der ihn nicht erreicht hat. Der Innenverteidiger lief den Ball ab und spielte ihn Richtung Tormann. Der Ball kullerte für uns glücklicherweise unter seinem Fuß durch." Auch deshalb sprach der Trainer hinterher von einem glücklichen Ende, obwohl seine Mannschaft diesen Druck erzwungen habe. Dazu kam noch eine heikle Schlussphase: "Da wir schon dreimal gewechselt hatten und sich ein Spieler verletzt hatte, mussten wir die letzten fünf Minuten inklusive Nachspielzeit mit einem Mann weniger verteidigen. Das wurde eine Abwehrschlacht." Umso mehr strich Köller hervor, dass sich Pilgersdorf "nie aufgegeben" habe und seiner Elf "alles abverlangt" habe. Für Pöttsching stehen nach fünf Runden nun sechs Punkte, und aus diesem knappen Sieg will der Coach "die richtigen Rückschlüsse ziehen und die Energie und den Schwung mitnehmen für die kommenden Spiele".