In der II. Liga Süd trennten sich der ASV Gemeinde Tobaj und der SC Grafenschachen mit 1:1. Lange sah es nach einem typischen Abtasten ohne großes Risiko aus, ehe die Partie in der Schlussphase doch noch Fahrt aufnahm. Tobaj geriet spät durch Michael Strobl in Rückstand, kam aber nur vier Minuten später durch Michael Schendl zurück und holte damit aus Sicht von Trainer Johann Pigel einen verdienten Punkt.

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Dass Tobaj an diesem Nachmittag nicht mit voller Kapelle antreten konnte, prägte die Herangehensweise von Beginn an. Trainer Johann Pigel musste seine Mannschaft wieder umbauen, weil mit Roman Rasser ausgerechnet sein Torjäger fehlte. „Ich musste wieder umstellen, weil mein Torjäger Roman Rasser nicht spielen konnte“, sagte der Tobaj-Coach nach der Partie. Pigel sprach sogar davon, mit dem „letzten Aufgebot“ antreten zu müssen. Entsprechend wurde auch taktisch etwas verändert, doch der Trainer hatte schon vor dem Anpfiff das Gefühl, dass diese Begegnung kaum von offenem Visier leben würde. „Der Spielverlauf war wie zu erwarten. Keiner wollte was riskieren“, brachte er die ersten 45 Minuten auf den Punkt. Das spiegelte sich auch im Halbzeitstand wider: Nach einer vorsichtigen ersten Hälfte ging es mit einem 0:0 in die Kabinen. Für Pigel passte dieses Bild auch zur Ausgangslage beider Teams, die im unteren Tabellenbereich eng beieinander lagen und vor allem eines vermeiden wollten: eine Niederlage.
Ganz ohne Möglichkeit blieb Tobaj aber nicht. Pigel verwies vor allem auf eine Szene in der 25. Minute, die aus seiner Sicht durchaus einen anderen Verlauf hätte einleiten können. „Den Unterschied hätte es machen können, wenn wir in der 25. Minute bei einer Torchance in Führung gegangen wären“, sagte er. Weil diese Möglichkeit ungenutzt blieb, blieb das Spiel in seinem zähen Rhythmus. Lange deutete vieles darauf hin, dass sich beide Mannschaften mit dem einen Punkt arrangieren würden. Dann kippte die Partie in der Schlussphase plötzlich doch auf eine Seite. In der 83. Minute brachte Michael Strobl die Gäste mit 1:0 in Führung. Pigel sprach dabei von einem „unglücklichen Ausflug“ seines Tormannes, der zum Rückstand führte. „Was man nicht schießt, das bekommt man dann“, meinte der Trainer, der diesen Nackenschlag aber nicht als Ende seiner Mannschaft sah. Im Gegenteil: Tobaj reagierte sofort. Nur vier Minuten später stellte Michael Schendl auf 1:1. Für Pigel war genau das der Punkt, der seine Sicht auf das Endergebnis entscheidend bestätigte. „Die Jungs haben sich nicht aufgegeben und den Ausgleich quasi erzwungen“, sagte er. Gerade weil Tobaj nach dem 0:1 nicht auseinanderfiel, sondern noch einmal zurückkam, sprach für den Trainer am Ende vieles für ein gerechtes Remis.
Auch wenn Tobaj nur einen Punkt mitnahm, sah Pigel in einigen Bereichen klare Fortschritte. Vor allem defensiv habe seine Mannschaft das umgesetzt, was man sich vorgenommen hatte. „Die Defensive wollten wir einmal stabilisieren. Das ist uns ganz gut gelungen“, erklärte der Trainer. Dazu passte auch seine Einschätzung, dass Tobaj nicht viele Torchancen zugelassen habe und insgesamt kontrollierter wirkte als in manchen Partien davor. Dass es trotz dieser stabileren Basis nicht zu mehr reichte, führte Pigel vor allem auf die personelle Lage zurück. „Wenn man keine Stürmer hat, kann man schwer Tore schießen“, sagte er mit Blick auf den Ausfall von Roman Rasser und weitere verletzte Spieler. Seit Wochen müsse Tobaj mit einem sehr kleinen Kader arbeiten, teilweise sei man schon nahe daran, die Bank mit Spielern aus der Reserve auffüllen zu müssen. Umso wichtiger war für den Trainer eine andere Personalie: Der Kapitän konnte in der Schlussphase wieder mitwirken. Viel wichtiger war ihm ohnehin der Blick nach vorne. „Die Jungs bemühen sich“, betonte er, und fügte an: „Wenn wieder alle gesund zurückkehren, wird das in Tobaj wieder ganz anders ausschauen.“ Genau zwischen vorsichtiger Zufriedenheit über den Punkt und der Hoffnung auf personell bessere Zeiten lässt sich dieses 1:1 einordnen.