In der II. Liga Mitte hat sich SV Oberloisdorf am Sonntag gegen ASV Pöttsching noch ein 2:2 gesichert, wirklich zufrieden war Trainer Stefan Artner damit aber nicht. Der Ausgleich fiel erst in der 97. Minute, dennoch sprach der Oberloisdorf-Coach von einem komischen Spiel. Genügend Ballbesitz war da, saubere Lösungen und klare Aktionen aber viel zu selten.

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Der Start schien zunächst in die richtige Richtung zu gehen. Schon in der 6. Minute brachte Márk Abért die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Doch der Vorsprung hielt nicht lange. Nur zwei Minuten später glich Lukas Jagschitz für Pöttsching zum 1:1 aus, und genau diese Szene war für Artner ein Knackpunkt im Spiel. „Wir haben das 1:0 gemacht und dann aus einem Eigenfehler das 1:1 bekommen. Damit haben wir den Gegner sofort wieder aufgeweckt“, sagte der Trainer. Zur Pause stand es 1:1, nach dem Seitenwechsel geriet Oberloisdorf dann durch Theo Julius Ertlschweiger in der 51. Minute mit 1:2 in Rückstand. Artner sprach auch da von einer vermeidbaren Situation: „Wir haben eine Halbfeldflanke erneut schlecht verteidigt und den Gegner frei einlaufen lassen.“ Als Ionut-Andrei Lazar in der 78. Minute Rot sah, wurde die Aufgabe noch schwerer. Trotzdem kam Oberloisdorf in der 97. Minute noch zum 2:2. Nach einer unglücklichen Aktion in der Pöttschinger Abwehr gab es Elfmeter, Oliver Abert blieb ruhig und glich aus. „Das 2:2 müssen wir letztlich mitnehmen und auch damit zufrieden sein“, sagte Artner.
Dass am Ende noch ein Punkt heraussprang, nahm der Trainer mit. Mit der Leistung selbst konnte er aber wenig anfangen. „Mit unserer Leistung können wir nicht zufrieden sein. Dafür waren wir mit Ball zu unsauber, hatten zu viele einfache Ballverluste und waren in unseren Aktionen zu wenig klar und zwingend“, sagte Artner. Gerade das störte ihn besonders, weil seine Mannschaft über weite Strecken mehr vom Spiel hatte. Nach seiner Einschätzung kontrollierte Oberloisdorf grundsätzlich den Ball, gewann daraus aber zu selten Raum und kam dadurch auch zu wenig in wirklich zwingende Situationen. „Unser Anspruch ist, den Gegner mit unserem Ballbesitz zu bewegen und anschließend den freien Raum zu bespielen. Das ist uns heute aber selten gelungen“, erklärte er. Pöttsching überließ den Hausherren phasenweise das Spiel, stand kompakt und machte die Räume eng. Artner meinte zwar, dass genügend Möglichkeiten da gewesen wären, diese Ordnung zu bespielen, doch seine Mannschaft fand dafür zu selten die passenden Lösungen.
Vor allem nach der Pause sah Artner seine Mannschaft zwar druckvoller, ohne dass daraus der ganz große Ertrag entstand. „Wir waren speziell in der zweiten Halbzeit druckvoll, haben es aber nicht geschafft, die Defensive richtig entscheidend in Bedrängnis zu bringen“, sagte der Oberloisdorf-Coach. Er sprach von mehreren Abschlüssen außerhalb des Sechzehners, die knapp drübergingen oder zu harmlos waren, sowie Aktionen in denen Pöttsching in letzter Sekunde noch klären konnte. Dazu kam aus seiner Sicht, dass der Gegner insgesamt kaum Chancen hatte und Oberloisdorf dennoch zwei Gegentore aus eigenen Fehlern kassierte. Dass seine Mannschaft trotz Rückstand und Unterzahl bis zum Schluss weitermachte, wollte Artner aber ausdrücklich festhalten. „Positiv ist, dass die Mannschaft bis zur letzten Sekunde weitergemacht und in der 97. Minute noch den Ausgleich erzielt hat. Das zeigt schon den Willen der Mannschaft.“ Gleichzeitig wollte er das späte 2:2 nicht als Decke über die Probleme legen. Aufgrund einiger Ausfälle müsse Oberloisdorf derzeit Positionen und Abläufe neu besetzen, „das soll aber keine Ausrede sein, speziell mit Ball befinden wir uns da noch ein wenig in einer Findungsphase“, betonte Artner. Für die nächsten Wochen ist die Richtung für ihn klar: weniger einfache Ballfehler, mehr Klarheit mit dem Ball und in den entscheidenden Defensivsituationen konsequenter auftreten.