In der II. Liga Mitte hat der ASV Draßburg am Samstagnachmittag gegen den SC Neudörfl eine klare 0:4-Heimniederlage hinnehmen müssen. Sportlicher Leiter Oliver Frank sprach danach von einem „extrem bitteren Nachmittag“ und sah vor allem die Reaktion seiner Mannschaft nach den Gegentoren als großes Problem. Ein Strafstoß nach rund einer halben Stunde brachte die Gäste auf Kurs, danach verlor Draßburg die Partie zunehmend aus der Hand.

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Für Oliver Frank begann das Spiel aus Draßburger Sicht nicht erst mit dem Endstand unerquicklich, sondern schon mit dem Verlauf bis zum ersten Gegentor. „Es war von Anfang an ein sehr unglücklicher Spielverlauf“, sagte der sportliche Leiter nach dem Schlusspfiff und machte klar, dass seine Mannschaft den Nachmittag nie wirklich in den Griff bekam. Das 0:1 in der 31. Minute durch Renato Gomes Batista Junior fiel per Strafstoß, und genau dieser Treffer war für Frank der erste große Einschnitt. „Der Gegentreffer per Strafstoß nach rund einer halben Stunde hat uns erstmals den Stecker gezogen“, formulierte er deutlich. Über die Entscheidung selbst wollte er sich nicht lange aufhalten, verwies aber darauf, dass die Situation „sicherlich zu hinterfragen“ sei. Gleichzeitig stellte er auch klar: „Wenn der Schiedsrichter das so entscheidet, dann ist es eben Strafstoß.“ Damit war das Thema für ihn im Grunde erledigt, weil ihn weit mehr störte, was seine Mannschaft danach auf den Platz brachte.
Dass Draßburg am Ende mit 0:4 unterging, lag für Oliver Frank nicht nur am ersten Gegentor, sondern vor allem daran, dass Neudörfl die wichtigen Momente konsequent nutzte. Schon vier Minuten nach dem Elfmeter legten die Gäste nach, als Max Lackner in der 35. Minute zum 0:2 traf. Mit diesem Spielstand ging es auch in die Pause, und aus Sicht der Heimischen war das bereits eine schwere Hypothek. Richtig bitter wurde es dann direkt nach Wiederbeginn. In der 50. Minute erhöhte Matthias Müller auf 0:3, nachdem dem Treffer laut Frank ein „individueller schwerer Abwehrfehler“ vorausgegangen war. Spätestens da war die Partie klar in Richtung der Gäste gekippt. Das 0:4 in der 64. Minute, erneut durch Max Lackner, beschrieb Frank als Folge eines weiteren „kapitalen Abwehrfehlers“. Neudörfl musste aus seiner Sicht dafür nicht glänzen, war aber in den entscheidenden Situationen voll da. „Sie haben die Chancen, die sie hatten, eigentlich eiskalt genützt“, sagte Frank. Dazu habe der Gegner „einen klaren Matchplan“ gehabt und diesen „perfekt umgesetzt“.
Mindestens so sehr wie das nackte Ergebnis ärgerte Frank die Art des Auftritts. Gerade nach den Gegentoren habe er das vermisst, was für eine Reaktion in so einer Partie nötig gewesen wäre. „Speziell nach den Gegentreffern hat mir das echte Aufbäumen gefehlt“, sagte er. Noch deutlicher wurde er bei der Beschreibung dessen, was seine Mannschaft aus seiner Sicht nicht auf den Platz brachte: „Wir haben nicht die richtige Körpersprache auf den Platz gebracht, um so eine Partie noch einmal zu drehen oder zumindest Gegenwehr zu zeigen.“ Dass diese Niederlage nach einer spielfreien Woche zustande kam, machte die Sache für ihn nicht leichter. Er habe erwartet, „dass wir ausgeruht sind, uns extrem auf das Spiel freuen und auch mit dementsprechender Einstellung ins Spiel gehen“. Stattdessen hätten genau jene Grundlagen gefehlt, die für ihn im Unterhaus unverzichtbar sind. Frank sprach von fehlenden „Basics im Fußball“, von zu wenig „unbedingtem Siegeswillen“ und von einer Mentalität, die seine Mannschaft zu Saisonbeginn noch ausgezeichnet habe. Auch spielerisch blieb vieles hinter den Erwartungen zurück. „Der Ballbesitzfußball, der uns immer wieder auszeichnet, kam in diesem Spiel viel zu kurz“, sagte er.
Völlig ohne Hoffnungsmoment verlief die Partie aus Draßburger Sicht zwar nicht, doch auch dieser eine Ansatz blieb folgenlos. Oliver Frank erinnerte an eine große Möglichkeit durch Andras Kilin, die nach dem 0:3 noch einmal ein kleines Fenster hätte öffnen können. „Auch nach dem 0:3 hatten wir durch Andras Kilin eine Top-Torchance. Leider hat er die nicht verwertet“, sagte er. Ein Anschlusstreffer hätte die Begegnung vielleicht noch einmal etwas beleben können, doch dazu kam es nicht mehr. So blieb am Ende eine Niederlage, die der sportliche Leiter ohne Ausflüchte einordnete: „Das war schlichtweg ein schlechtes Spiel von uns. Das müssen wir ganz klar so analysieren.“ Viel Zeit zum Hadern bleibt den Draßburgern ohnehin nicht. Frank kündigte an, den Rückschlag „ganz schnell und sachlich aufzuarbeiten“, ehe schon am Freitag das nächste Spiel in Pöttsching ansteht. Für ihn wird dann vor allem entscheidend sein, „wie wir darauf reagieren werden“.