In der II. Liga Mitte hat SC Neudörfl am Freitagabend ASK Marz mit 3:1 besiegt. Für Marz-Trainer Thomas Urbanek lag der Knackpunkt nicht in einer klaren spielerischen Unterlegenheit, sondern in zwei Gegentoren, die er als Geschenke bezeichnete. Nach einem 1:1 zur Pause blieb die Partie lange offen, ehe Max Lackner mit seinem dritten Treffer den Heimsieg endgültig absicherte.

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Urbanek erlebte zunächst einen besseren Beginn der Gastgeber. „In den ersten zehn Minuten war Neudörfl besser im Spiel, wir haben ein bisschen gebraucht, um hineinzukommen“, sagte der Trainer der Gäste. Danach sei Marz aber präsenter geworden, und genau so beschrieb er auch den weiteren Verlauf der ersten Hälfte. Bis zur 29. Minute sprach er von einem ausgeglichenen Spiel, ehe seine Mannschaft das 0:1 selbst einleitete. Ein Rückpass landete bei Max Lackner, der das Geschenk annahm und Neudörfl in Führung brachte. Marz brauchte laut Urbanek danach einige Minuten, um sich wieder zu sammeln, fand dann aber die passende Antwort. In der 39. Minute glich Frantisek Lady nach einer gut gespielten Aktion über die linke Seite mit einem Abschluss aus rund 16 Metern zum 1:1 aus. Für Urbanek war das die Phase, in der seine Mannschaft richtig im Spiel war. Bis zur Pause, so seine Einschätzung, habe Marz das Geschehen sogar eher im Griff gehabt, auch wenn Neudörfl noch mit einem Kopfball an Torhüter David Kornfehl scheiterte.
Nach dem Seitenwechsel sah Urbanek zunächst keinen offenen Schlagabtausch, sondern eher eine Partie, die ohne große Höhepunkte dahinlief. „Die ersten zwanzig Minuten nach der Pause hatte Neudörfl etwas mehr Ballbesitz, das ist mit wenig Chancen auf beiden Seiten dahingeplätschert“, sagte er. Gerade deshalb wog das 2:1 umso schwerer. In der 66. Minute spielten die Gastgeber einen guten Angriff über die linke Seite zu Ende, brachten den Ball scharf in die Mitte und fanden wieder Max Lackner, der eiskalt verwertete. Urbanek ordnete genau diese Szene als Unterschied an diesem Abend ein. Neudörfl sei aggressiver in den Zweikämpfen gewesen und habe in den richtigen Momenten die Tore gemacht. Auf der anderen Seite vermisste er bei seiner Mannschaft genau jene Eigenschaften, die in solchen Auswärtsspielen nötig sind. „Wir waren nicht gut genug in den Zweikämpfen und haben unsere spielerische Qualität nur ganz selten gezeigt“, sagte der Marzer Coach.
Mit dem zweiten Gegentor war die Partie für die Gäste aber noch nicht gelaufen. Urbanek betonte ausdrücklich, dass Marz danach das Spiel wieder stärker an sich gezogen habe. Vor allem in der letzten Phase baute seine Mannschaft Druck auf und versuchte, doch noch zum Ausgleich zu kommen. „Die Mannschaft hat nicht aufgegeben“, hob er hervor. Laut seiner Schilderung kam Marz zu drei oder vier guten Möglichkeiten, ohne dabei zu den ganz klaren Chancen zu kommen. Ein Abschluss ging ins Außennetz, ein weiterer Versuch wurde geblockt, und in einer Szene fehlte vor dem Tor die Genauigkeit. Urbanek sprach deshalb auch nicht davon, dass seine Elf das 2:2 zwingend hätte machen müssen. Genau das passte zu seiner Gesamtanalyse: Es war für ihn keine Partie, in der Marz komplett unterlegen war, aber eben auch keine, in der seine Mannschaft die spielerische Qualität konstant genug auf den Platz brachte. So blieb es bis in die Nachspielzeit hinein beim 1:2, ehe Neudörfl nach einer Freistoßsituation noch auf 3:1 stellte. Wieder war Max Lackner zur Stelle und machte damit seinen Dreierpack perfekt.
Rund um das dritte Gegentor hatte Urbanek noch eine klare Sicht auf die Situation. Aus seiner Sicht hätte der Treffer nicht zählen dürfen, weil ein Neudörfler bei der Freistoßausführung den Abstand verkürzt habe. Gleichzeitig schob er aber selbstkritisch nach, dass Marz in dieser Szene klüger agieren müsse. Insgesamt wollte er die Niederlage deshalb nicht an einer einzigen Entscheidung festmachen. Er sprach zwar von einer zeitweise hitzigen Partie, die nach einem Schlag abseits des Balles emotionaler geworden sei, betonte aber auch: „In Summe ist es halbwegs fair abgelaufen.“ Viel wichtiger blieb für ihn die eigene Leistung. „Wenn du in Neudörfl etwas mitnehmen willst, darfst du keine zwei Tore herschenken“, sagte Urbanek. Genau darin lag für ihn der Hauptgrund für das 1:3. Er gratulierte seinem Ex-Verein zum Sieg und machte zugleich klar, worauf es jetzt ankommt: Marz müsse in den nächsten Spielen wieder punkten.