In der II. Liga Nord feierte der SC Kittsee gegen den UFC Pama einen späten 2:1-Derbysieg. Nach einem 0:1-Pausenrückstand durch einen Strafstoß von Mugove Leroy Munyorove drehte Kittsee nach der Pause mächtig auf und wurde in der langen Nachspielzeit belohnt: Patrick Pail traf in der 88. Minute zum Ausgleich, Jakub Lieskovsky machte in Minute 95 alles klar. Trainer Martin Grabenbauer sprach von einer schwachen ersten, aber einer sehr starken zweiten Hälfte seines Teams.

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash
Kittsee brauchte lange, um ins Derby zu finden. Trainer Martin Grabenbauer nahm kein Blatt vor den Mund: „UFC Pama war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Wir hatten keinen Zugriff, sie waren griffiger, konsequenter und spielerisch bei ein, zwei Dingen besser.“ Dass es bis zur 38. Minute 0:0 stand, verbuchte er als Glück, ehe die Gäste per Strafstoß in Führung gingen. In der Kabine drehte Kittsee an den Stellschrauben – mit Wirkung. „Zweite Halbzeit war ein komplett anderes Bild. Von der 45. bis zur 95. haben wir auf ein Tor gespielt, hatten das Spiel unter Kontrolle“, sagte Grabenbauer. Seine Elf kam nun über die Seiten, kombinierte sauber und arbeitete sich Chancen heraus. „Wir hatten einen Lattenkopfball, zwei-, dreimal hält ihr Tormann sensationell“, so der Coach, der seine Mannschaft trotz Rückstand ruhig und geduldig agieren sah. Der Druck blieb hoch – und am Ende zahlte sich das Anlaufen aus.
Das 0:1 fiel in Minute 38 vom Punkt: Mugove Leroy Munyorove verwandelte für Pama. Grabenbauer ordnete die Szene fair ein: „Als Trainer sieht man so einen Elfer gerne grenzwertig. Aber der Schiedsrichter hat eine Sekunde zu entscheiden, das war in Ordnung. Wir haben es akzeptiert, es war keine Fehlentscheidung.“ In der Schlussphase kam Kittsee zurück. Der Ausgleich in der 88. Minute fiel nach einer Ecke – Patrick Pail staubte ab. „Patrick hat am schnellsten reagiert und uns die letzte Hoffnung gegeben. Mit dem 1:1 war sofort wieder Euphorie da, wir wussten, es gibt eine lange Nachspielzeit“, erklärte Grabenbauer. Den Siegtreffer bereitete Kittsee über links mustergültig vor: Daniel Valach steckte durch auf David Surina, der im Strafraum den Kopf hob und querlegte – Jakub Lieskovsky vollendete in der 95. Minute „staubtrocken in Mittelstürmer-Manier“, wie es der Trainer formulierte. „Ein traumhaft herausgespieltes Tor und hochverdient“, resümierte er zufrieden.
Trotz der späten Wende fand Grabenbauer respektvolle Worte für den Gegner: „Erste Halbzeit war Pama klar besser. Vielleicht waren sie für so ein Derby besser vorbereitet. Dafür waren wir nach der Pause klar besser.“ Ein Thema war auch die eigene Personalsituation. „Wir laufen seit Wochen mit einer blutjungen Truppe auf, haben viele Ausfälle und müssen Schlüsselspieler ersetzen. Die Jungs bemühen sich, manchmal brauchen sie nur einen kleinen Anstoß. Wir sind auf einem guten Weg, und unser Auftrag ist, die Jungen weiterzuentwickeln und zu stabilisieren.“ Sportlich richtet sich der Blick bereits auf das Saisonfinale. „Wir fahren geschlossen mit dem Bus nach Neufeld und wollen natürlich auch das letzte Spiel gewinnen. Auswärts haben wir eine supertolle Bilanz, die wollen wir nicht abreißen lassen“, so der Coach. In der Tabelle steht Kittsee mit 43 Punkten auf Rang drei, Pama hält bei 15 Zählern – der Derbysieg passt zur starken Rückrunde und gibt Rückenwind für den Schlusspunkt.