Spielberichte

FC Andau hält am Weg mit jungen Eigenbauspielern fest und peilt die Top fünf an

FC Andau

Nach Platz neun in der II. Liga Nord richtet sich der Blick beim FC Andau bereits wieder nach vorne. Sektionsleiter Johannes Lang spricht von einer Saison, in der es wegen vieler Ausfälle sportlich „sicher Luft nach oben“ gegeben habe. Trotz Abgängen und Verletzungen will der Verein seiner Linie treu bleiben, junge Eigenbauspieler einbauen und in der kommenden Spielzeit den Sprung unter die ersten fünf schaffen.


Weiß-Schwarze Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Eine Saison mit deutlichen Ausschlägen

Der Rückblick fällt bei Johannes Lang deshalb bewusst nüchtern aus. FC Andau beendete die Saison mit 36 Punkten auf Rang neun, und der Verlauf in der Tabelle zeigt, wie wechselhaft diese Monate waren. Nach dem Start auf Platz 13 arbeitete sich die Mannschaft zwischenzeitlich bis auf Rang zwei nach vorne, ehe sie sich im weiteren Verlauf wieder im Mittelfeld einpendelte. Auch die letzten Wochen spiegelten das gut wider. Auf das 1:3 gegen UFC Tadten folgte ein 0:0 gegen SC Gattendorf, danach ein weiteres 1:3 gegen FC Illmitz, ein 1:1 gegen SV Wimpassing und zum Abschluss noch ein 2:0 bei ASV Steinbrunn. Lang macht für diese Schwankungen vor allem die Personalsituation verantwortlich. „Dadurch, dass wir viele Ausfälle und viele verletzte Spieler hatten, ist sportlich sicher Luft nach oben“, sagt er. Genau in diesem Satz steckt viel von dem, was diese Saison beim FC Andau ausgemacht hat: Es gab Phasen, in denen die Mannschaft gut unterwegs war, aber eben auch immer wieder Rückschläge, die sich nicht einfach wegreden lassen.

Abgänge tun weh, die Neuen sollen sofort helfen

Dass Johannes Lang trotzdem nicht in erster Linie auf die Probleme blickt, hängt auch mit den Veränderungen im Kader zusammen. FC Andau musste einige Abgänge verkraften. Mario Wendelin beendet seine Karriere nach einem Kreuzbandriss, Max Wendelin wechselt zu Neudorf-Parndorf, Bence Sipőcz wurde abgegeben und dazu sprach Lang von einem weiteren Abgang (Jan Ziniel) in der Innenverteidigung nach St. Andrä. Solche Verluste reißen in einem Unterhauskader schnell Lücken, vor allem dann, wenn parallel mehrere Spieler verletzt ausfallen. Umso wichtiger ist für den Verein, dass die Neuzugänge nicht erst langfristig, sondern möglichst rasch Wirkung zeigen. Mit Norbert Füleki vom SV Rohrbach kommt ein Stürmer, Balint Visy verstärkt aus demselben Verein das Mittelfeld, und Karol Mezaros stößt von Inter Bratislava dazu und kann im Sturm oder auf dem Flügel eingesetzt werden. Lang formuliert die Aufgabe der Neuen ohne große Umschweife: „Die Zugänge sollen unsere Abgänge ersetzen.“ Mehr muss man dazu fast nicht sagen, denn genau darum wird es im kommenden Spieljahr gehen.

Verletzte sollen zurückkommen

Ein zentrales Thema bleibt beim FC Andau aber die Gesundheit des Kaders. Lang hofft, dass mehrere verletzte Spieler wieder zurückkommen und der Mannschaft damit mehr Möglichkeiten geben. Besonders konkret wurde er bei Lukas Wally. „Lukas Wally wurde an der Schulter operiert und wird hoffentlich mitten in der Saison auch zurückkommen“, sagt der Sektionsleiter. Gerade solche Ausfälle haben in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass junge Spieler früher Verantwortung übernehmen mussten als ursprünglich geplant. Lang hebt diesen Punkt ausdrücklich hervor und sieht darin trotz aller Schwierigkeiten auch etwas Positives. „Auf alle Fälle hervorgetan haben sich viele junge Spieler“, sagt er und nennt unter anderem Matias Unger, Luca Sattler und Tim Huber. Die Nachwuchskräfte seien „ins kalte Wasser gestoßen“ worden, hätten ihre Aufgabe aber „ordentlich gemacht“. Das ist für den Verein keine Nebensache, sondern ein wichtiger Teil der eigenen Linie, weil man in Andau eben nicht nur auf kurzfristige Lösungen setzt, sondern den eigenen Spielern bewusst Raum geben will.

Stabile Führung, klares Ziel für die nächste Saison

Abseits des Kaders bleibt beim FC Andau vieles beim Alten, und auch das bewertet Lang als Vorteil. „Trainer bleiben gleich, Funktionäre bleiben gleich. Keine Veränderungen“, sagt er. In einer Liga, die er insgesamt als sehr ausgeglichen einschätzt, kann so eine stabile Basis einiges wert sein. Besonders beeindruckt hat ihn zuletzt SC Rust, das sich den Meistertitel gesichert hat, doch darüber hinaus sieht er keine Mannschaft, die die Liga klar überragt. Genau daraus leitet sich auch der Anspruch für die nächste Saison ab. Lang will den eingeschlagenen Weg nicht verlassen, sondern konsequent weitergehen. „Unser Weg soll weiterhin sein, dass wir junge Eigenbauspieler einbauen“, betont er. Gleichzeitig formuliert er das Ziel deutlich genug, um keinen Zweifel offenzulassen: FC Andau will „unter die ersten fünf kommen“. Nach einer Saison, in der viele Ausfälle den Rhythmus immer wieder gebrochen haben, ist die Richtung damit klar. Wenn die Rückkehrer wieder Optionen bringen und die Neuzugänge einschlagen, soll aus einem neunten Platz im Mittelfeld wieder ein Angriff auf die obere Tabellenhälfte werden.