In der II. Liga Nord hat FC Andau gegen SV Wimpassing nach 0:2-Pausenrückstand noch ein 2:2 geholt. Für Wimpassing-Trainer Peter Kaltenegger blieb nach dem Auswärtsspiel deshalb vor allem das Gefühl liegen, zwei Punkte hergegeben zu haben. „Wenn du zur Pause 2:0 vorne bist und dann nur mit einem Punkt heimfährst, ist das nicht befriedigend“, brachte er die Enttäuschung auf den Punkt.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Für die Gäste begann die Partie ideal. Schon in der 4. Minute brachte Uros Sarafinovic den SV in Führung, nach Kalteneggers Schilderung war dem Treffer eine Standardsituation vorausgegangen, bei der seine Mannschaft hellwach blieb und den Nachschuss verwertete. Noch wichtiger als das frühe 1:0 war für den Trainer aber die Art, wie Wimpassing bis zur Pause auftrat. „In der ersten Halbzeit waren wir kompakt“, sagte er, und genau dieses geschlossene Auftreten sah er als Grundlage für den klaren Vorsprung. Kurz vor dem Seitenwechsel legte Elyes Balti nach. Kaltenegger hob diesen Treffer besonders hervor und sprach von einer starken Einzelaktion sowie von einem „wunderschönen Tor“. Mit dem 2:0 zur Pause schien Wimpassing das Auswärtsspiel in Andau gut im Griff zu haben.
Direkt nach Wiederbeginn kippte das Spiel aus Sicht der Gäste aber in kurzer Zeit. Andau kam in der 48. Minute durch Norbert Füleki auf 1:2 heran, und Kaltenegger machte keinen Hehl daraus, wie er die Szene beurteilte. „Leider hat sich dieses Wochenende der Schiedsrichter in den Mittelpunkt gespielt“, sagte der Trainer und verwies darauf, dass sein Verteidiger aus seiner Sicht den Ball mit der Hüfte gespielt habe und der Angreifer unseren Spieler trifft, ehe Elfmeter gegen Wimpassing gegeben wurde. Noch größer war sein Unverständnis wenig später beim 2:2 durch Karol Meszaros in Minute 58. Kaltenegger schilderte einen hohen Ball in den Fünfer, bei dem sein Tormann im Duell (ohne Chance für den Angreifer auf den Ball) zu Boden gegangen sei, ehe der Ball über die Linie gedrückt wurde. „Wir waren dann eigentlich alle überrascht, dass das Tor zählt“, sagte er. Fest steht: Innerhalb von nur zehn Minuten war der Zwei-Tore-Vorsprung weg.
Mit dem schnellen 2:2 verlor die Partie laut Kaltenegger ihren geordneten Charakter. „Dann hat jeder mit offenem Visier gespielt, beide Mannschaften“, sagte der Wimpassinger Trainer über eine zweite Hälfte, in der aus seiner Sicht nicht mehr die taktische Linie, sondern vor allem viel Laufarbeit und viele Umschaltsituationen im Vordergrund standen. Er sprach von einer „vogelwilden Partie“, die hin und her gegangen sei und Chancen auf beiden Seiten gebracht habe. Gleichzeitig erkannte er an, dass Andau nach dem Anschluss spürbar zulegte. Die Gastgeber hätten „sehr viel Kraft und sehr viel Energie“ aus dem Ausgleich geschöpft, seien offensiv deutlich druckvoller geworden und hätten ein ganz anderes Gesicht gezeigt als noch vor der Pause. Dass Wimpassing in dieser offenen Phase sogar noch die Gelegenheit auf das 3:2 hatte mit einem vergebenen Elfmeter, passte ins Bild.
So fuhr Wimpassing am Ende zwar mit einem Zähler heim, zufrieden war Kaltenegger damit aber nicht. Er betonte zwar, dass die zweite Halbzeit insgesamt auf beiden Seiten zerfahren gewesen sei und es aus seiner Sicht viel unverständliche Entscheidungen des Schiedsrichters auf beiden Seiten gab. Noch mehr als die Diskussionen über einzelne Pfiffe beschäftigte ihn jedoch der Bruch im eigenen Spiel. „Da müssen wir schauen, dass wir die Mitte kompakter halten und in Stresssituationen ruhiger bleiben“, sagte der Trainer. Genau das habe seiner Mannschaft nach dem ersten Gegentor gefehlt. Mit dem Remis bleibt Wimpassing in der II. Liga Nord zwar angeschrieben, nach einer 2:0-Pausenführung überwog aber klar das Gefühl, dass in Andau mehr drinnen gewesen wäre.