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„Wer das erste Tor schießt, hat die besten Karten“ – Kittsee gewinnt zähes Spiel in Wimpassing

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SV Wimpassing
SC Kittsee

In der II. Liga Nord hat sich SV Wimpassing dem Tabellenführer SC Kittsee mit 0:1 geschlagen geben müssen. Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte wurde die Partie erst nach der Pause offener, ehe Michal Slezak in Minute 62 den entscheidenden Treffer setzte. Kittsee-Trainer Martin Grabenbauer sah genau darin den Knackpunkt: „Wer das erste Tor schießt, hat in so einem Spiel die besten Karten.“


Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Eine erste Halbzeit ohne Tempo und ohne Chancen

Der Beginn passte zur Einschätzung des Kittseer Trainers, der mit den ersten 45 Minuten auf beiden Seiten nicht wirklich zufrieden war. Vieles blieb Stückwerk, ein richtiger Spielfluss kam kaum zustande und vor den Toren war über weite Strecken nichts Zwingendes zu sehen. Grabenbauer sprach deshalb auch von einem „gerechten 0:0“, weil es „keine Torchancen auf beiden Seiten“ gegeben habe. Ganz ohne Aufreger ging die erste Hälfte aus Sicht der Gäste aber dennoch nicht vorbei. Bei einem Freistoß sah Kittsee ein vermeintliches 1:0, das wegen Abseits aberkannt wurde. Der Trainer blieb bei dieser Szene sachlich und sagte, es sei für ihn zwar die einzige wirklich diskutierbare Situation gewesen, dem Schiedsrichter könne man aber keinen Vorwurf machen, „weil er dem Assistenten vertrauen muss, wenn die Fahne oben ist“.

Kittsee legt nach der Pause zu und belohnt sich

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild dann zumindest ein Stück weit. Grabenbauer hatte das Gefühl, dass seine Mannschaft „besser ins Spiel gekommen“ sei und „etwas das Kommando übernommen“ habe. Dazu passte auch, dass Kittsee nun zu Möglichkeiten kam, die es vor der Pause so nicht gegeben hatte. Vor allem bei einem Abschluss von Romulo santos musste der Wimpassinger Tormann stark eingreifen, wie der Trainer hervorhob. Die entscheidende Aktion folgte wenig später. Über die Seite spielte sich Kittsee laut Grabenbauer „super durchkombiniert“ bis an die Grundlinie, Nicolas Thaller behielt den Überblick und legte mit einem Stanglpass quer. Michal Slezak blieb ruhig, schloss mit dem ersten Kontakt ab und traf zum 1:0 ins lange Eck. Für den Kittseer Coach war das nicht nur ein sauber herausgespielter Treffer, sondern auch genau jener Moment, der dieses Spiel auf die Seite seiner Mannschaft kippte.

Nach dem 1:0 blieb Wimpassing dran, Kittsee ließ den zweiten Treffer liegen

Mit der Führung im Rücken änderte sich die Aufgabenverteilung klar. Wimpassing war nun gezwungen, mehr zu tun und nach vorne zu schieben, während Kittsee auf Räume warten konnte. Grabenbauer berichtete von zwei Hereingaben der Gastgeber, bei denen Wimpassing jeweils knapp zu spät gekommen sei. Zugleich sah er seine Mannschaft in der Schlussphase aber auch mit genügend Gelegenheiten, um früher für die Entscheidung zu sorgen. „Wir hatten in den letzten zehn Minuten noch zwei oder drei Konterchancen, wo wir absolut noch zwei Tore machen müssen“, sagte er deutlich. Zweimal sei man sogar eins gegen eins vor dem Tormann gestanden, habe die Situationen aber nicht sauber und ruhig genug ausgespielt. Deshalb blieb das Spiel bis zum Ende offen, obwohl Kittsee nach Ansicht des Trainers die klareren Möglichkeiten auf den zweiten Treffer hatte. Umso wichtiger war für ihn, dass seine Mannschaft hinten wieder stabil blieb und den knappen Vorsprung über die Zeit brachte.

Kompakt, konzentriert – und doch ein Sieg mit bitterem Beigeschmack

Grabenbauer ordnete den Auswärtssieg insgesamt nüchtern ein und wollte daraus kein Glanzstück machen. „Es war nicht alles optimal. Es war auch kein gutes Spiel von uns“, sagte der Kittseer Trainer offen. Gerade deshalb gefiel ihm, dass seine Mannschaft als geschlossene Einheit auftrat und sich in einer zähen Partie nicht aus der Ruhe bringen ließ. „Es war eine kompakte Leistung, es war eine konzentrierte Leistung“, so Grabenbauer, der vor allem die erneute Stabilität hervorhob. „Es ist, glaube ich, jetzt das fünfte Spiel zu null“, sagte er über die starke Defensivarbeit seiner Mannschaft und verwies auf die gute Abstimmung von Hintermannschaft, defensivem Mittelfeld und Tormann. Ganz ungetrübt war die Freude über die drei Punkte aber nicht. „Teuer erkauft“ nannte er den Sieg, weil sich Maximilian Mikula an der Schulter verletzt habe. Mit dem 1:0 bleibt Kittsee nach acht Runden dennoch an der Spitze der Tabelle – sportlich also ein wertvoller Nachmittag, personell aber einer mit klaren Sorgen für die nächsten Wochen.

II. Liga Nord: Wimpassing : Kittsee - 0:1 (0:0)

  • 62
    Michal Slezak 0:1