Ein Nachmittag, der sich für Andreas Konrad, Co-Trainer des SV Marsch Neuberg, zu einem Statement in der II. Liga Süd verdichtete: In Bad Tatzmannsdorf sah er eine Mannschaft, die nach kurzen Anlaufproblemen das Heft in die Hand nahm und den 2:1-Auswärtssieg energisch festzurrte. Konrad legte die Messlatte für die eigene Leistung hoch: „Das Ergebnis war aus unserer Sicht voll gerecht. Wir haben hochverdient gewonnen.“ Während Bad Tatzmannsdorf früh vorlegte, blieb Neuberg ruhig, drehte nach der Pause über Entschlossenheit und Präzision das Spiel – und fand nach Konrads Lesart auch die klareren Möglichkeiten. „Klar, die besseren Torchancen hatten wir; eine einzelne Szene möchte ich gar nicht herausheben“, sagte er und hob stattdessen den kollektiven Zugriff hervor, der auf dem Platz wie in seinen Aussagen sichtbar wurde.

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Bad Tatzmannsdorf setzte früh ein Ausrufezeichen: Patrick Bürger traf in der 17. Minute zum 0:1 aus Neuberger Sicht. Bis zur Pause blieb es bei diesem Zwischenstand. Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste mit klarem Fahrplan – und mit Wirkung. In der 77. Minute fiel der Ausgleich zum 1:1 durch Toni Kurecki, nur vier Minuten später stellte Neuberg in der 81. Minute auf 2:1 durch Bruno Zejavac. Diese kurze, entscheidende Vier-Minuten-Phase kippte die Partie endgültig auf die Seite der Gäste. Der Schlusspfiff nach insgesamt 96 Minuten besiegelte den Auswärtserfolg. In der Rückschau verband Konrad das Ergebnis mit der Spielkontrolle, die sein Team über weite Strecken ausübte: „Bis auf die ersten zehn Minuten hat unser Team das Spiel komplett kontrolliert.“ Das passt zur Dramaturgie dieses Comebacks: Ausgleich und Siegtor resultierten aus einem kollektiven Anschieben, das in den Schlüsselmomenten konsequent zu Ende gespielt wurde.
Konrad blieb in seiner Analyse nah an der Systematik des Erfolgs. Die Anfangsphase sah er als Korrekturfenster, danach griff der Plan. „Grundsätzlich – bis auf die ersten zehn Minuten – hat es sehr gut gepasst und wir haben alle taktischen Vorgaben sehr gut umgesetzt“, erklärte der Co-Trainer. Das Selbstverständnis seiner Mannschaft unterstrich er, indem er keinen „Mann des Spiels“ küren wollte: „Nein, den gibt es nicht. Wir haben als Team sehr gut gespielt.“ Die Chancenbilanz ordnete er klar zu Neubergs Gunsten ein: kontrollierte Ruhe nach dem Rückstand, höhere Schlagzahl in der zweiten Halbzeit und Effizienz in den entscheidenden Momenten.
Respekt gab es von Konrad für den Gastgeber, der den Gästen nichts schenkte: „Der Gegner war voll, vor allem körperlich sehr stark präsent und hat sehr gut dagegengehalten.“ Gerade deshalb wog die Neuberger Schlussphase besonders schwer, weil sie sich gegen einen physisch robusten Widersacher durchsetzte. Zur Spielleitung fiel sein Urteil knapp und positiv aus: „Die Spielleitung war in Ordnung.“ Ein kurzer Blick auf die Personalsituation rundete den Auftritt ab – ohne zu klagen, vielmehr mit Hoffnung auf baldige Rückkehr: „Heute haben zwei Spieler gefehlt, einer beruflich, einer verletzt, aber ich hoffe, dass sie im Laufe der nächsten Woche zurückkommen.“ Unter dem Strich stand ein 2:1 aus Sicht des SV Marsch Neuberg – getragen von taktischer Disziplin, geschärfter Effizienz nach der Pause und einem Team, das im Kollektiv Antworten fand.