In der II. Liga Süd musste Bad Tatzmannsdorf beim SV Mühlgraben eine 2:4-Niederlage einstecken – und das, obwohl die Partie lange völlig offen war. Doppeltorschütze Luka Grgic hielt die Gäste zweimal im Spiel, am Ende entschieden späte Treffer für Mühlgraben. Aus Sicht von Sektionsleiter Uwe Schermann war „eine gelb-rote Karte der Knackpunkt“, zudem haderte er mit „kleinlicher Linie“ des Unparteiischen. Mühlgraben festigte damit die obere Tabellenhälfte, Tatzmannsdorf wartet weiter auf Zählbares.

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Die Partie begann offen, beide Teams suchten den Weg nach vorne, ohne hinten allzu viel preiszugeben. Nach gut einer halben Stunde schlug Mühlgraben erstmals zu: In der 37. Minute brachte Bence Heiter die Hausherren mit 1:0 in Front. Bad Tatzmannsdorf ließ sich davon nicht beirren und blieb dran. Sektionsleiter Uwe Schermann ordnete das so ein: „Das Spiel war sehr ausgeglichen. Trotz vieler Ausfälle haben wir uns Chancen herausgespielt.“ Die Gäste wurden dafür unmittelbar vor dem Pausenpfiff belohnt: In Minute 45+1 stellte Luka Grgic auf 1:1 – ein Zeitpunkt, der dem Auftritt der Kurstädter zusätzlich Rückenwind gab. „Beide Halbzeiten waren ausgeglichen“, betonte Schermann später, „beide Mannschaften waren ganz gut im Spiel.“
Auch nach der Pause blieb es ein offener Schlagabtausch. Mühlgraben erwischte jedoch wieder den besseren Start und ging in der 56. Minute durch Niklas Fasch-Tauschmann mit 2:1 in Führung. Bad Tatzmannsdorf antwortete zehn Minuten später erneut über Luka Grgic: In Minute 66 traf er zum zweiten Mal an diesem Abend – 2:2, alles wieder offen. In der Schlussphase kippte das Spiel dann zugunsten der Heimelf. Bendegúz Keresztély Szinay stellte in der 82. Minute auf 3:2, in der Nachspielzeit setzte Bence Heiter mit seinem zweiten Treffer zum 4:2 (90+2) den Deckel drauf. Aus Gästesicht gab es dabei einen klaren Wendepunkt. „Entscheidend war die gelb-rote Karte. Erst danach konnte sich Mühlgraben in Überzahl durchsetzen“, sagte Schermann. Zur Leitung meinte er: „Die Schiedsrichterleistung war ausbaufähig. Es wurden sehr kleinliche Fouls gepfiffen.“ Zugleich zollte er dem Gegner Respekt: „Mühlgraben hat die Chancen besser genutzt.“
Trotz des Ergebnisses wollte Schermann seinem Team nichts absprechen. „Das war eine beherzte, kämpferische Leistung von uns“, hielt der Sektionsleiter fest. „Wir sind gut in die Zweikämpfe gekommen und haben uns trotz vieler Ausfälle gut dagegen gestemmt.“ Was am Ende fehlte, brachte er nüchtern auf den Punkt: „Wir werden versuchen, unsere Chancen besser zu nutzen.“ Den Weg für die nächsten Wochen skizziert er klar: „Wir wollen weiterhin mehr auf unsere Jugend setzen. Wir haben mit vielen Ausfällen zu kämpfen, daher werden wir die jungen Spieler forcieren und mit dieser Strategie in die neue Saison gehen.“ Während Mühlgraben mit nun 45 Punkten den sechsten Platz festigt, steht Bad Tatzmannsdorf bei 19 Zählern im hinteren Drittel. Für die Kurstädter zählt nach dieser ordentlichen Auswärtsleistung vor allem, die gezeigten Ansätze rasch in Punkte umzumünzen – idealerweise schon im nächsten Spiel.