Spielberichte

Zu wenig Aggressivität vor der Pause – Oberdorf rettet mit zwei Standards noch ein 2:2

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
ASKÖ Oberdorf
ASV Tobaj

In der II. Liga Süd hat ASKÖ Oberdorf gegen ASV Gemeinde Tobaj nach Rückständen noch ein 2:2 geholt. Trainer Christoph Kuh sprach von einem „erwartet schwierigen Spiel“ und machte vor allem die erste Halbzeit als Problem aus. Dass seine Mannschaft am Ende dennoch punktete, lag aus seiner Sicht an den Umstellungen nach der Pause, an der Moral und an zwei Standardsituationen.


Spieler in grünem Trikot führt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Vor der Pause war Tobaj das aktivere Team

Aus Oberdorfer Sicht begann die Partie so, wie es Christoph Kuh im Nachhinein auch schilderte: unangenehm, intensiv und über weite Strecken mit Vorteilen für die Gäste. „Es war für uns das erwartete schwierige Spiel. Tobaj war physisch und kämpferisch sehr gut“, sagte der Trainer und legte damit den Schwerpunkt seiner Analyse klar auf die Anfangsphase. Vor allem im ersten Durchgang hatte Tobaj laut Kuh mehr Zug im Spiel, war aggressiver in den Duellen und insgesamt aktiver. Kurz vor dem Seitenwechsel schlug sich das auch auf der Anzeigetafel nieder, als Robin Jautz-Lackner in der 44. Minute das 0:1 erzielte. Für Oberdorf war das aus Sicht des Trainers sogar noch ein Ergebnis, mit dem man leben musste. „Sie waren in der ersten Halbzeit viel aktiver, viel aggressiver und gingen dann auch kurz vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung, wo wir schon höher in Rückstand geraten hätten können“, sagte Kuh. Damit war die Richtung für seine Pausenanalyse klar vorgegeben.

Umstellungen bringen Oberdorf zurück, Tobaj antwortet schnell

Nach dem Seitenwechsel zeigte Oberdorf dann ein anderes Gesicht. Kuh sprach davon, dass seine Mannschaft „durch Umstellungen besser in die zweite Halbzeit gestartet“ sei, und genau das spiegelte sich rasch im Ergebnis wider. In der 55. Minute gelang Dominik Beres nach einem Standard der Ausgleich zum 1:1, womit die Gastgeber wieder voll in der Partie waren. Viel Zeit, um daraus Ruhe zu ziehen, blieb allerdings nicht. Nur fünf Minuten später stellte Felix Heindl den alten Abstand wieder her und brachte Tobaj in der 60. Minute mit 2:1 nach vorne. Gerade diese Phase störte Kuh besonders, weil seine Mannschaft den eben erst erarbeiteten Ausgleich sofort wieder aus der Hand gab. „Wir haben dann aber leider wieder viel zu schnell das 1:2 erhalten, wo wir dann einem Rückstand wieder nachgelaufen sind“, sagte der Oberdorf-Trainer. Dass seine Mannschaft danach dennoch nicht auseinanderfiel, wertete er als das Positive dieses Nachmittags.

Zwei Standards, viel Moral und ein später Ausgleich

Am Ende war es wieder eine ruhende Kugel, die Oberdorf den Punkt sicherte. In der 88. Minute traf David Roth nach einem Standard zum 2:2 und stellte damit den Endstand her. Für Kuh war das kein Zufall, sondern einer jener Punkte, die für sein Team an diesem Tag wirklich funktionierten. „Wir haben uns immer wieder zurückgekämpft, vor allem in der zweiten Halbzeit, und aus den Standardsituationen die beiden Tore erzielt“, sagte er. Genau darin lag für Oberdorf die Lebensversicherung in einer Partie, in der aus dem Spiel heraus lange nicht genug Druck da war. Gleichzeitig ordnete der Trainer das Remis sehr nüchtern ein und sah Tobaj trotz des späten Ausgleichs näher am vollen Erfolg. „Aufgrund der ersten Halbzeit war Tobaj eher näher am Sieg und wir konnten dann immer wieder Moral beweisen, uns zurückkämpfen ins Spiel und noch den einen Punkt holen.“ Dass der späte Ausgleich erst in der 88. Minute fiel, gab dem Schlusspunkt noch eine besondere Note, ohne etwas an Kuhs grundlegender Einschätzung zu ändern.

Was Oberdorf mitnimmt und wo der Hebel angesetzt werden muss

So blieb für Oberdorf ein Remis, das sich einerseits wie ein gewonnener Punkt anfühlte, andererseits aber die Schwächen des Nachmittags offenlegte. Kuh benannte sie ohne große Umschweife: „Meiner Meinung nach fehlte vor allem in der ersten Halbzeit die nötige Aggressivität, die Kampfbereitschaft, in die Zweikämpfe zu gehen, um Tobaj besser Paroli bieten zu können.“ Dazu kam sein ausdrückliches Lob für den Gegner, der „das Spiel sehr gut gemacht hat“ und „sehr kampfbetont und aggressiv“ auftrat. Auch wenn es laut Kuh „ein, zwei Situationen“ gab, in denen man über härtere persönliche Strafen hätte diskutieren können, wollte er daran die Partie nicht aufhängen. Entscheidend blieb für ihn, dass seine Mannschaft nach der Pause zulegte und zumindest noch reagierte. In der Tabelle steht Oberdorf nach zwölf Spielen mit 14 Punkten auf Rang acht, Tobaj hält bei 12 Zählern auf Platz zwölf. Viel verändert hat dieses 2:2 damit nicht, aber es zeigte deutlich, worauf es für Oberdorf in den kommenden Spielen ankommen wird: von Beginn an wacher, aggressiver und zweikampfstärker aufzutreten.

II. Liga Süd: Oberdorf : ASV Tobaj - 2:2 (0:1)

  • 88
    David Roth 2:2
  • 60
    Felix Heindl 1:2
  • 55
    Dominik Beres 1:1
  • 44
    Robin Jautz-Lackner 0:1