Die Herbstsaison des ASK Kohfidisch kann aus Sicht des Vorstandes insgesamt als zufriedenstellend bewertet werden. Das vor der Meisterschaft definierte Minimalziel – ein einstelliger Tabellenplatz – wurde erreicht. Mit 21 Punkten auf der Habenseite beendete die Mannschaft die Herbstserie schließlich auf dem neunten Rang. Betrachtet man jedoch den Saisonverlauf im Detail, zeigt sich deutlich, dass für das Team deutlich mehr möglich gewesen wäre.
Der ASK Kohfidisch startete äußerst vielversprechend in die Meisterschaft. Nach einer starken Siegesserie fand sich die Mannschaft bereits in der achten Runde auf dem hervorragenden zweiten Tabellenplatz wieder und zählte damit zu den positiven Überraschungen der Liga. In dieser Phase präsentierte sich das Team kompakt, selbstbewusst und effizient. Doch im weiteren Verlauf kam es zu einem spürbaren Bruch im Spielverlauf: Auf die Erfolgsserie folgten vier Niederlagen sowie zwei Unentschieden, wodurch der ASK sukzessive in der Tabelle abrutschte und den Anschluss an die Spitzenplätze verlor.
Erst im letzten Spiel der Herbstsaison gelang es, den Abwärtstrend zu stoppen. Mit einem überzeugenden Sieg gegen Horitschon sicherte sich die Mannschaft letztlich den ersehnten neunten Tabellenrang und damit einen versöhnlichen Abschluss der Hinrunde.
Auffällig über die gesamte Herbstsaison hinweg war jedoch die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff. Die insgesamt 23 erzielten Treffer verteilen sich auf neun verschiedene Spieler, was zwar für mannschaftliche Geschlossenheit spricht, zugleich aber das Fehlen eines klassischen Torjägers („Knipsers“) offenlegt, der in engen Spielen den Unterschied ausmachen kann.
Statistisch betrachtet musste der ASK Kohfidisch die höchste Niederlage bereits in der dritten Runde gegen Edelserpentin hinnehmen, während der höchste Saisonsieg ausgerechnet im letzten Spiel der Herbstserie gegen Horitschon gefeiert wurde – ein Ergebnis, das sinnbildlich für die wechselhafte, aber keineswegs enttäuschende erste Saisonhälfte steht.
Ligaportal.at sprach mit dem sportlichen Leiter Thomas Polzer über den aktuellen 9. Platz im Ranking, die Entwicklung der Mannschaft im Herbst, personelle Veränderungen sowie die sportlichen Erwartungen für das Frühjahr.
Ligaportal: Der Herbst war von Höhen und Tiefen geprägt. Mit etwas Abstand betrachtet: Wie lautet Ihr persönliches Fazit zur bisherigen Saison?
Polzer:
„Grundsätzlich können wir mit der Punkteausbeute zufrieden sein. Wir hatten bessere und schlechtere Phasen, aber trotz der Verjüngung der Mannschaft im Sommer lagen wir nach der 8. Runde sogar auf dem zweiten Tabellenplatz. Danach haben wir einige Spiele verloren – was auch der jungen Mannschaft geschuldet ist, der noch die nötige Konstanz fehlt. Mit den erreichten 21 Punkten im Herbst können wir insgesamt sehr zufrieden sein.“
Ligaportal: In der achten Runde lag die Mannschaft auf Platz zwei. Was hat in dieser Phase besonders gut funktioniert?
Polzer: „Mir hat imponiert, dass die Mannschaft bis zum Schlusspfiff aktiv war, sich körperlich voll hineingehauen und großen Druck erzeugt hat. Vor allem aber war der Glaube an den Sieg immer da. Dadurch konnten wir einige Spiele spät noch für uns entscheiden – das war bis etwa zur Mitte der Herbstmeisterschaft unser Erfolgsrezept.“
Ligaportal: Wie bewerten Sie die Entwicklung der Mannschaft im Verlauf der Herbstsaison?
Polzer: „Trotz des kleinen Umbruchs im Sommer – unser gefährlichster Torschütze Tim Schreiben ist doch nach Hartberg gewechselt – hat die Mannschaft das hervorragend kompensiert. Die Tore wurden auf mehrere Spieler verteilt, und die jungen Akteure haben sich gut weiterentwickelt und starke Leistungen gezeigt.“
Ligaportal: In welchen Bereichen besteht Ihrer Meinung nach noch der größte Handlungsbedarf?
Polzer: „Verbesserungspotenzial gibt es in allen Bereichen. Ich möchte das nicht auf Offensive oder Defensive beschränken. Wichtig ist, dass jeder eingesetzte Spieler aus seinen Fehlern lernt und sich dadurch kontinuierlich weiterentwickelt.“
Ligaportal: Die 23 Tore verteilen sich auf neun Spieler. Sehen Sie darin eher eine Stärke oder ein Problem?
Polzer: „Nach dem Abgang unseres besten Torschützen war klar, dass wir die Verantwortung im Torabschluss auf mehrere Schultern verteilen müssen. Das hat uns letztlich auch weniger ausrechenbar für die Gegner gemacht – insofern sehe ich das klar als Stärke.“
Ligaportal: Der klare Sieg zum Abschluss gegen Horitschon: Wie wichtig war dieses Spiel für die Mannschaft?
Polzer: „Der Sieg war für den Kopf enorm wichtig. Nach sechs Spielen ohne vollen Erfolg haben wir gezeigt, dass wir noch gewinnen können. Das 5:1 gegen Horitschon war für die gesamte Mannschaft ein bedeutungsvoller Erfolg und ein versöhnlicher Abschluss der Herbstmeisterschaft.“
Ligaportal: Gibt es personelle Veränderungen im Kader?
Polzer: „Als Zugang kehrt Tim Schreiber nach einem halben Jahr in Hartberg wieder zu uns zurück, darüber freuen wir uns sehr. Verlassen hat uns Joao Lopez da Silva, der nach Markt Allhau gewechselt ist. Wir bedanken uns bei ihm und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“
Ligaportal: Gibt es konkrete sportliche Ziele für die Rückrunde?
Polzer: „Zu Saisonbeginn habe ich als Ziel einen Tabellenplatz zwischen Rang sechs und neun ausgegeben – daran hat sich nichts geändert. Wenn wir im Frühjahr erneut rund 21 Punkte holen, wird sich ein einstelliger Tabellenplatz ausgehen. Ich wäre sehr froh, wenn wir die Leistungen aus dem Herbst bestätigen könnten.“