Burgenlandliga

Wende nach Runde sechs: Trainer Klemenschitz lobt Zusammenhalt und Mentalität

Nachdem der ASK Klingenbach in der vergangenen Saison mit einem enormen Kraftakt den drohenden Abstieg gerade noch verhindern konnte – nach der Herbstsaison standen lediglich fünf Punkte zu Buche – hoffte man im Umfeld des Vereins auf einen stabileren Verlauf der darauffolgenden Spielzeit. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch zunächst nicht. Auch in der aktuellen Saison kam die Mannschaft nur äußerst schwer in die Gänge und fand in den ersten Runden kaum zu ihrem Spiel. Nach fünf absolvierten Meisterschaftsspielen war die Situation alarmierend: Der ASK Klingenbach zierte das Tabellenende, hatte lediglich einen Punkt auf dem Konto und konnte bis dahin nur vier Treffer erzielen.

In dieser schwierigen Phase wuchs der Druck auf die Mannschaft und den Trainerstab spürbar. Umso bedeutender sollte sich jedoch das Spiel der 6. Runde gegen Siegendorf erweisen. Diese Partie markierte den Wendepunkt der bisherigen Saison. Mit einer deutlich verbesserten Leistung leitete das Team die Trendwende ein und begann in der Folge kontinuierlich zu punkten. Von diesem Zeitpunkt an präsentierten sich die Spieler gefestigter, kämpferischer und auch spielerisch stabiler.

Das Resultat dieser Entwicklung konnte sich sehen lassen: Bis zum Ende der Herbstsaison sammelte der ASK Klingenbach insgesamt 16 Punkte und arbeitete sich Schritt für Schritt aus der Abstiegszone nach oben. Besonders hervorzuheben ist dabei die Ruhe und Weitsicht der Vereinsverantwortlichen. Trotz des miserablen Saisonstarts hielt man am Trainer Thomas Klemenschitz fest und verzichtete auf den im Fußballgeschäft oft reflexartigen Trainerwechsel. Dieses Vertrauen zahlte sich aus und erwies sich rückblickend als entscheidender Faktor für die positive Entwicklung der Mannschaft.

 

Ligaportal.at sprach mit Trainer Thomas Klemenschitz über den aktuellen 11. Tabellenplatz, den schwierigen Saisonstart, die sportliche Entwicklung im Herbst, personelle Veränderungen sowie die Ziele für das Frühjahr.

Ligaportal: Die Mannschaft ist sehr schwer in die Saison gestartet. Wie haben Sie persönlich diese ersten fünf Runden erlebt?

Klemenschitz: „Die ersten fünf Runden waren sicherlich nicht positiv. Das lag einerseits an der schwierigen Auslosung, andererseits hat meine junge Mannschaft in dieser Phase viele individuelle Fehler gemacht. Das Team musste sich erst finden – und befindet sich in diesem Entwicklungsprozess auch jetzt noch.“

Ligaportal: Nach dem Spiel in der 6. Runde gegen Siegendorf kam die Wende. Was hat sich ab diesem Zeitpunkt konkret verändert?

Klemenschitz: „In Siegendorf haben wir in der letzten Minute den Ausgleich erzielt. Dieses Erfolgserlebnis war ein Wendepunkt. Danach ist die Mannschaft enger zusammengerückt, jeder hat für den anderen gekämpft – und dann wird es automatisch leichter, Spiele zu gewinnen.“

Ligaportal: Gab es nach dem schwachen Saisonstart taktische Anpassungen oder lag der Fokus eher im mentalen Bereich?

Klemenschitz: „Es war eine Mischung aus beidem. Wir haben taktische Anpassungen vorgenommen, und einige Spieler haben sich auf ihren Positionen besser eingespielt. Mental habe ich den Spielern immer gesagt: Wenn ihr das auf den Platz bringt, was ihr könnt, dann werden wir viele Spiele gewinnen.“

Ligaportal: Wie wichtig war das Vertrauen der Vereinsführung in dieser Phase? Viele Trainer wären nach einem solchen Start ausgetauscht worden.

Klemenschitz: „Ich bin kein Typ, der etwas aufgibt. Wenn ich das Gefühl habe, etwas bewirken zu können, dann bleibe ich dran. Umso dankbarer bin ich, dass die Vereinsführung hinter mir gestanden ist und auch die Spieler in die Verantwortung genommen hat.“

Ligaportal: Welche Spieler haben während des Turnarounds besonders Verantwortung übernommen?

Klemenschitz: „Hervorheben möchte ich Antonio Vidovic, der für unser Spiel essenziell ist. Er ist unser routiniertester Spieler und macht oft den Unterschied. Auch Nikola Badjikic und Kevin Domnanich haben ausgezeichnete Leistungen gezeigt und dazu beigetragen, dass wir stabiler geworden sind. Insgesamt war bei allen Spielern eine klare Leistungssteigerung zu erkennen.“

Ligaportal: Mit 16 Punkten zum Ende der Herbstsaison konnte man sich deutlich steigern. Sind Sie damit zufrieden?

Klemenschitz: „Es wären durchaus ein paar Punkte mehr möglich gewesen, vorwiegend in Spielen, in denen wir die bessere Mannschaft waren und trotzdem verloren haben. Trotzdem war ich mit dem Herbstabschluss insgesamt zufrieden.“

Ligaportal: Wo sehen Sie aktuell die größten Stärken Ihrer Mannschaft?

Klemenschitz: „Unsere größte Stärke ist der Zusammenhalt. Mit jeder Runde ist die Mannschaft enger zusammengerückt, bildet eine Einheit und jeder Spieler haut sich für den anderen voll hinein.“

Ligaportal: In welchen Bereichen gibt es noch den größten Verbesserungsbedarf?

Klemenschitz: „Vor allem die Kommunikation am Spielfeld. Das ist ein Bereich, in dem wir uns noch deutlich verbessern können.“

Ligaportal: Gibt es personelle Veränderungen in der Winterpause?

Klemenschitz: „Ja, uns verlassen die slowakischen Spieler Milos Angelovic, Tomas Solotruk und Viktor Vlcak. Neu im Kader sind Clemens Stiglitz, Yildiray Bas und Sasha Diakiese.“

Ligaportal: Welche Ziele setzen Sie sich und dem Team für die Frühjahrssaison?

Klemenschitz: „Wir möchten gegen die stärkeren Mannschaften besser mithalten, die hinter uns liegenden Teams auf Distanz halten und früh punkten, um uns nach unten abzusichern. Unser Ziel ist es, so rasch wie möglich den Klassenerhalt zu fixieren. Außerdem sollen sich unsere jungen Spieler weiterentwickeln und Schritt für Schritt Führungsrollen übernehmen.“