Als ein echtes Wellenbad der Gefühle lässt sich die abgelaufene Saison des SV Sankt Margarethen wohl am treffendsten beschreiben. Die Mannschaft erwischte zunächst einen starken Start und mischte nach den ersten dreizehn Spielen sogar im Spitzenfeld der Burgenland-Energie-Landesliga mit. Sechs Siege, fünf Remis und lediglich zwei Niederlagen bedeuteten zu diesem Zeitpunkt den hervorragenden dritten Tabellenplatz. Alles deutete darauf hin, dass der SV Sankt Margarethen eine sehr erfolgreiche Saison spielen und sich dauerhaft im oberen Tabellenbereich festsetzen könnte.
Doch was danach folgte, war sportlich kaum zu erklären. Plötzlich riss der Faden komplett. Die Mannschaft schlitterte in eine Negativserie, die man in dieser Form nicht erwarten konnte. Neun Niederlagen, nur unterbrochen von einem Sieg und zwei Unentschieden, ließen den Verein in der Tabelle immer weiter abrutschen. Aus dem einstigen Spitzenteam wurde binnen weniger Wochen eine Mannschaft, die sich plötzlich mit dem Tabellenkeller beschäftigen musste. Am Tiefpunkt fand sich der SV Sankt Margarethen nur noch auf dem zwölften Tabellenplatz wieder – gerade einmal einen Punkt vor der Abstiegszone.
Gerade in dieser schwierigen Phase zeigte sich jedoch, dass in der Mannschaft weiterhin Charakter und Qualität steckt. In den letzten fünf Begegnungen präsentierte sich der SV Sankt Margarethen wieder deutlich stabiler und erinnerte an die starken Leistungen zu Saisonbeginn. Mit vier Siegen und einem Remis legte das Team einen beeindruckenden Schlussspurt hin und konnte die Meisterschaft letztlich doch noch auf dem achten Tabellenrang beenden. Damit gelang es, eine zwischenzeitlich bedrohliche Situation doch noch in einen versöhnlichen Saisonabschluss zu verwandeln.
Auch mit Blick auf die kommende Spielzeit gibt es bereits eine erfreuliche Nachricht zu vermelden. Der „verlorene Sohn“ Ernest Grvala kehrt nach seinem kurzen Gastspiel bei TWL Elektra wieder ins Greabochstadion zurück. Seine Rückkehr darf durchaus als wichtiges Signal gewertet werden, denn Grvala kennt den Verein, das Umfeld und die Liga bestens. Mit seiner Erfahrung und Qualität soll er dem SV Sankt Margarethen wieder zusätzliche Stabilität verleihen und dazu beitragen, dass die Mannschaft in der neuen Saison konstanter auftritt als zuletzt.
Ligaportal.at sprach mit Obmann Günter Welz über die Gründe für den Leistungsabfall, die Kaderplanung im Sommer und die sportlichen Ziele für die kommende Saison.
Ligaportal: Wie fällt Ihr persönliches Fazit zur abgelaufenen Saison aus? Was waren Ihrer Meinung nach die Gründe für den Durchhänger in der Rückrunde?
Günter Welz: „Namhafte Spieler wie Ernest Grvala haben uns im Winter verlassen. Sein Ersatz Jakub Hronec konnte verletzungsbedingt nur in sieben Spielen eingesetzt werden, dadurch hat uns ein Spielmacher gefehlt. Trotzdem konnten wir die Saison auf dem achten Tabellenrang abschließen.“
Ligaportal: Welche Ziele hatten Sie vor Saisonbeginn formuliert – und wurden diese erreicht?
Welz: „Wir hatten vor Saisonbeginn einen einstelligen Tabellenplatz anvisiert, und das ist uns auch gelungen. Ärgerlich war natürlich der Durchhänger, der eine bessere Platzierung verhindert hat.“
Ligaportal: Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Mannschaft – sowohl sportlich als auch im Teamgefüge?
Welz: „Das ist absolut in Ordnung. Wir hoffen, dass wir die Neuzugänge gut integrieren können, insgesamt sind wir auf einem guten Weg. Was etwas schmerzt, ist die Tatsache, dass wir derzeit kaum junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs haben. Das ist aber auch ein demografisches Problem. Momentan fehlen uns Jugendliche in jenem Bereich, die über die Reserve den Sprung in die Kampfmannschaft schaffen könnten. Unser Ziel ist es, hier in den nächsten Jahren wieder eine Verbesserung herbeizuführen.“
Ligaportal: Gab es in dieser Saison besondere Herausforderungen – sei es durch Verletzungen, Kaderplanung oder andere äußere Umstände?
Welz: „Die Verletzung von Jakub Hronec war schon sehr schmerzhaft für uns. Dazu kam der Durchhänger, der zu einer gewissen Verunsicherung geführt und auch bei manchen Funktionären an den Nerven gezehrt hat.“
Ligaportal: Welche Abgänge und Zugänge gibt es im Sommer zu vermelden? Ein besonderes Highlight ist sicherlich die Rückkehr von Ernest Grvala.
Welz: „Ernest Grvala kommt wieder zurück. Er weiß, was er an uns hat, und wir wissen, was wir an ihm haben. Damit ist das Thema Spielmacher erledigt. Weitere Zugänge sind Justin Härtel von Maccabi Wien, Fabian Bayer aus Reisenberg, Lukas Haiden aus Loipersbach, Merven Ernst aus Lafnitz und Matthias Böhm aus Steinbrunn. Bedauerlicherweise verlässt uns Kapitän Martin Weixelbaum aufgrund einer Karrierepause. Wir hoffen natürlich, dass er bald wieder zurückkommt. Weitere Abgänge sind Gergö Fönyedi nach Leithaprodersdorf, Jakub Hronec nach Frauenkirchen, Marcus Scheiber mit Karriereende, Lukas Janisch nach Oggau und Sebastian Zankovitsch nach Breitenbrunn.“
Ligaportal: Aus der Statistik ist zu ersehen, dass Sie in dieser Saison nur vier Siege auf fremdem Rasen errungen haben. Was waren die Gründe dafür?
Welz: „Das ist richtig. Zu Hause waren wir eine Macht, auswärts waren wir schwach. Ich weiß aber nicht, woran das gelegen hat.“
Ligaportal: Wann beginnt das Mannschaftstraining?
Welz: „Wir haben am 28. Juni mit dem Training begonnen. Das erste Vorbereitungsspiel haben wir vorgestern gegen Gloggnitz mit 1:4 verloren.“
Ligaportal: Welche sportlichen Ziele wurden intern ausgegeben?
Welz: „Wie im vergangenen Jahr wollen wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Wenn es gut läuft, ist vielleicht auch ein Platz in den Top fünf möglich. Außerdem möchten wir vermehrt junge Spieler in die Kampfmannschaft einbauen, was uns im Frühjahr teilweise schon gelungen ist.“