Burgenlandliga

Herics: „Für einen Aufsteiger ist das zweite Jahr das gefährlichste“

Eine der größten positiven Überraschungen der abgelaufenen Saison war zweifellos der dritte Tabellenplatz des Aufsteigers SV hpt Eberau. Nach dem Sprung in die Burgenland-Energie-Landesliga war keineswegs davon auszugehen, dass sich die Mannschaft derart schnell und eindrucksvoll in der neuen Spielklasse zurechtfinden würde. Doch Trainer Christoph Herics gelang es, ein Team zu formen, das von Beginn an geschlossen auftrat, mutig agierte und sich rasch Respekt in der Liga verschaffte.

Der Aufsteiger versteckte sich vor keinem Gegner und zeigte bereits früh, dass er nicht nur gekommen war, um den Klassenerhalt zu schaffen. Eberau präsentierte sich spielfreudig, laufstark und taktisch gut organisiert. Mit kompakter Defensive, hoher Einsatzbereitschaft und selbstbewusstem Auftreten bewies die Mannschaft, dass sie mit den etablierten Teams der Liga absolut mithalten kann.

Besonders beeindruckend war die Konstanz, mit der Eberau über weite Strecken der Saison punktete. Während andere Teams mit Schwankungen zu kämpfen hatten, hielt sich der Aufsteiger beharrlich im Spitzenfeld und bestätigte seine starken Leistungen immer wieder aufs Neue. Entscheidend war dabei nicht nur die individuelle Qualität einzelner Spieler, sondern vor allem das funktionierende Kollektiv.

Mit dem hervorragenden dritten Tabellenplatz belohnte sich der SV hpt Eberau für eine außergewöhnlich starke Entwicklung. Der Erfolg ist ein deutliches Zeichen für die ausgezeichnete Arbeit von Trainer Christoph Herics und seinem Team, aber auch für die gute Struktur innerhalb des Vereins. Als Aufsteiger derart konstant im Vorderfeld mitzuspielen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Der dritte Rang ist daher nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein klares Signal für die Zukunft. Der SV hpt Eberau hat eindrucksvoll bewiesen, dass er in der Burgenlandliga angekommen ist und mit seiner Entwicklung noch lange nicht am Ende sein muss.

 

Ligaportal.at sprach mit Trainer Christoph Herics über das abgelaufene Spieljahr, die Entwicklung der Mannschaft, die Kaderplanung und die Ziele für die kommende Saison.

Ligaportal: Wie fällt Ihr persönliches Fazit zur abgelaufenen Saison aus? Was waren Ihrer Meinung nach die Gründe für die hervorragende Platzierung?

Herics: „Ausschlaggebend waren der Teamgeist, das Teamwork und die Entwicklung meiner Spieler. Sie wollten jedes Spiel gewinnen, und diesen Spirit hat man schon im Training gespürt. Im Verein hat jeder das gemacht, was er machen muss und gut kann – ob Obmann, Funktionäre, Trainerteam oder Spieler. Schlussendlich kann man sagen, dass harte Arbeit und Teamwork die Basis für diese hervorragende Platzierung waren.“

Ligaportal: Was waren aus Ihrer Sicht die größten Höhepunkte der Saison?

Herics: „Es gab einige besondere Spiele, aber der größte Höhepunkt war sicher das Duell gegen Mattersburg – Tabellenführer gegen Tabellenzweiten. ORF Burgenland war live dabei, im Fernsehen wurde darüber berichtet und einige Verantwortliche wurden interviewt. Das hatte schon einen Flair von Professionalität. Besonders stolz war ich darauf, wie meine Mannschaft nach einem 0:1-Rückstand zurückgekommen ist und am Ende ein Remis geholt hat.“

Ligaportal: Gab es in der Saison besondere Herausforderungen – etwa durch Verletzungen, Kaderplanung oder andere äußere Umstände?

Herics: „Im Herbst hatten wir 18 Kaderspieler, von denen einige teilweise unzufrieden waren, weil sie weniger zum Zug gekommen sind. Im Frühjahr hat sich die Situation dann völlig verändert. Niko Urbauer fiel mit einem Meniskusschaden aus, Manuel Skerlak mit einem Knöchelbruch, Maximilian Mayer mit einem Kreuzbandriss und Marcel Pomper mit einem Nasenbeinbruch. Wir haben aber nie gejammert und hatten trotzdem immer elf Spieler auf dem Platz.“

Ligaportal: Wie sieht es im Verein mit der Nachwuchsarbeit aus? Stehen junge Spieler auf dem Sprung in die Kampfmannschaft?

Herics: „Wir haben bereits eine sehr junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren. Derzeit haben wir einen 15-jährigen Spieler, der auf dem Sprung in die Kampfmannschaft ist. Außerdem haben wir einige sehr junge Spieler dazugeholt, die wir zu gegebener Zeit in die Kampfmannschaft einbauen wollen.“

Ligaportal: Welche Zugänge und Abgänge gibt es im Sommer zu vermelden?

Herics: „Als Zugänge dürfen wir Elias Stranzl und Adam Horvath vom ASK Horitschon sowie Alexander Resner vom FC Deutschkreutz begrüßen. Verlassen haben uns Mate Hanzl, der seine Karriere beendet hat, und Paul Stumpf, der nach Neuberg gewechselt ist.“

Ligaportal: Worauf wurde bei den Neuverpflichtungen besonders geachtet?

Herics: „Uns war wichtig, junge und hungrige Spieler zu holen, die aus der Region kommen und noch viel erreichen wollen.“

Ligaportal: Aus der Statistik ist ersichtlich, dass Ihre Mannschaft in dieser Saison auswärts mehr Punkte geholt hat als auf heimischem Rasen. Was waren aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?

Herics: „Das ist sehr schwierig zu erklären. Ein Grund könnte sein, dass viele Fans zu den Auswärtsspielen mitfahren und die Mannschaft dort frenetisch anfeuern. Das gibt den Spielern sicher einen zusätzlichen Motivationsschub. Auswärts stehen die Fans meistens in einem Block zusammen und werden dadurch akustisch stärker wahrgenommen. Bei Heimspielen sind sie eher auf dem Platz verteilt, wodurch dieses Feeling nicht ganz so stark hinüberkommt.“

Ligaportal: Wann beginnt das Mannschaftstraining?

Herics: „Wir haben am 1. Juli mit dem Mannschaftstraining begonnen und am Freitag bereits das erste Testspiel gegen Großpetersdorf mit 5:1 gewonnen.“

Ligaportal: Welche sportlichen Ziele wurden intern für die kommende Saison ausgegeben?

Herics: „Für einen Aufsteiger ist das zweite Jahr bekanntlich das gefährlichste. Deshalb wollen wir so schnell wie möglich viele Punkte sammeln, mit dem Abstieg nichts zu tun haben und uns, wenn möglich, wieder im oberen Mittelfeld der Tabelle platzieren.“