Spielberichte

Horitschon kämpft sich zurück – Entscheidung fällt in letzter Runde

Showdown in Siegendorf: In der vorletzten Runde der Burgenland-Energie-Landesliga stand für den ASV Siegendorf und den ASK Horitschon enorm viel auf dem Spiel. Beide Mannschaften gingen punktgleich in dieses direkte Duell, beide befanden sich vor dem Anpfiff auf einem Abstiegsplatz – die Ausgangslage hätte also kaum brisanter sein können.

Für beide Teams zählte im Kampf um den Klassenerhalt praktisch nur ein voller Erfolg. Dementsprechend durften sich die Zuschauer auf ein intensives, kampfbetontes und emotionales Fußballspiel einstellen, in dem jeder Zweikampf, jeder Ballgewinn und jeder Fehler über den weiteren Verlauf der Saison entscheiden konnte. Während der Sieger noch einmal neue Hoffnung schöpfen durfte, drohte dem Verlierer ein ganz bitterer Schritt in Richtung Abstieg. Die Entscheidung über den Abstieg wurde vertagt, denn die beiden Mannschaften trennten sich mit einem 2:2-Remis, wobei die Siegendorfer aufgrund ihrer Strafverifizierung bei Punktegleichheit immer hinten angereiht werden.

 

Zerfahrene erste Halbzeit ohne große Höhepunkte

In der ersten Halbzeit merkte man beiden Mannschaften deutlich an, wie viel in dieser Begegnung auf dem Spiel stand. Die Nervosität war auf beiden Seiten spürbar, kein Team wollte den ersten entscheidenden Fehler machen. Dementsprechend entwickelte sich eine zerfahrene Partie, in der der Spielfluss immer wieder durch Fouls, ungenaue Zuspiele und zahlreiche Standardsituationen unterbrochen wurde.

Die Hausherren hatten zwar leichte Vorteile bei den Spielanteilen und versuchten, etwas mehr Kontrolle in ihr Spiel zu bringen, wirklich zwingend wurden sie aber kaum. Auch die Gäste standen defensiv kompakt und lauerten auf Umschaltmomente, konnten im letzten Drittel jedoch ebenfalls keine klaren Möglichkeiten herausspielen. So blieb vieles Stückwerk, gefährliche Abschlüsse waren Mangelware. Folgerichtig ging es nach einer kampfbetonten, aber chancenarmen ersten Hälfte mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Nun fielen auch die Treffer

Nach dem Wiederbeginn nahm die Begegnung deutlich an Fahrt auf. Die Hausherren wirkten nun entschlossener und kamen nach einem Ballverlust der Gäste im Mittelfeld zu ihren ersten gefährlichen Offensivaktionen. In der 54. Minute wurde dieser bessere Start in die zweite Halbzeit auch belohnt: Lukas Grozurek verwertete eine Möglichkeit zur 1:0-Führung und sorgte damit für den ersten großen Jubel aufseiten der Heimischen.

Nur neun Minuten später legten die Gastgeber nach. Kader Bamba war zur Stelle und brachte seine Mannschaft mit 2:0 in Front. Zu diesem Zeitpunkt schien vieles für die Hausherren zu sprechen, doch die Wirtitsch-Truppe gab sich keineswegs geschlagen. Die Gäste zeigten eine starke Reaktion und kamen praktisch postwendend zurück in die Partie. Nach einer gelungenen Kombination war es Manuel Baumgartner, der das Spielgerät im Kasten der Heimischen versenkte und auf 1:2 verkürzte. Dieser Anschlusstreffer gab den Auswärtigen sichtlich Auftrieb. Horitschon blieb jetzt am Drücker, agierte mutiger und suchte immer wieder den Weg nach vorn. In der 81. Minute legte sich Adam Bendeguz Horvath den Ball für einen Freistoß aus rund 20 Metern zurecht. Der Mittelfeldspieler fasste sich ein Herz und donnerte das Leder unhaltbar über die Mauer hinweg zum viel umjubelten 2:2-Ausgleich in die Maschen.

Nun mussten die Hausherren alles nach vorn werfen, denn ein Punkt wäre in der Endabrechnung wohl zu wenig gewesen. Dadurch ergaben sich aber auch Räume für die Gäste. Nach einem schnellen Umschaltmoment hatte Sebastian Billmaier im Strafraum der Heimischen sogar den Lucky Punch vor den Füßen, brachte die Kugel jedoch nicht im Tor unter. So blieb es am Ende bei einem 2:2-Remis, durch den die Entscheidung im Abstiegskampf erst in der letzten Meisterschaftsrunde am kommenden Wochenende fallen wird.

Stimmen zum Spiel

Dominik Wydra, Trainer ASV Siegendorf:


„Wir haben den Sieg heute hergeschenkt. Bis zum 2:0 waren wir die klar bessere Mannschaft und hatten das Spiel eigentlich im Griff. Horitschon war zu diesem Zeitpunkt schon am Boden, doch durch einen Fehler von uns haben wir den Gegner wieder aufgeweckt. Für uns ist die Chance auf den Klassenerhalt dadurch natürlich gesunken. Theoretisch ist er aber noch möglich. Jetzt müssen wir schauen, wie Klingenbach heute spielt und was der letzte Spieltag noch bringt.“

Luca Wirtitsch, Trainer ASK Horitschon:

„In der ersten Halbzeit hatten beide Mannschaften die Hosen voll. Das Spiel war nervös und zerfahren. Ich würde sagen, dass uns dieses Remis mehr hilft als unserem heutigen Gegner, da Siegendorf eine Strafverifizierung hat. Wir haben die Entscheidung über den Abstieg nicht mehr selbst in der Hand und müssen auf Punkteverluste von Klingenbach hoffen. Ich muss meinen Jungs aber ein großes Kompliment machen, weil sie heute wieder Charakter gezeigt und einen Rückstand aufgeholt haben.“