Spielberichte

Emotionaler Abschied: Weixelbaum krönt letzten Heimauftritt mit Treffer

Der derzeit auf einem Höhenflug befindliche SV Sankt Margarethen empfing in der 29. Runde der Burgenland-Energie-Landesliga den Tabellenführer und bereits feststehenden Meister Mattersburger Sportverein 2020. Die Hausherren gingen mit viel Selbstvertrauen in diese Begegnung, schließlich zeigte die Formkurve zuletzt klar nach oben und man wollte auch gegen den Ligaprimus ein Ausrufezeichen setzen.

Beim MSV 2020 stellte sich hingegen die spannende Frage, wie die Mannschaft die ersten beiden Niederlagen der Saison – in der Meisterschaft gegen Kohfidisch und im Cupfinale gegen Oberwart – verkraftet hatte. War der Meister nach einer langen und intensiven Saison am Ende seiner Kräfte angelangt, oder würde die Kühbauer-Elf noch einmal eine entsprechende Reaktion zeigen? Die Voraussetzungen für eine interessante und aufschlussreiche Begegnung waren jedenfalls gegeben. In einem offensiv geführten Meisterschaftsspiel trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 1:1-Remis.

 

Munterer Beginn beider Mannschaften

Von Beginn an entwickelte sich eine offene Begegnung, in der beide Mannschaften befreit aufspielten und den Weg nach vorn suchten. Die ersten gefährlichen Aktionen gehörten den Hausherren, die vorwiegend über die Seiten immer wieder Akzente setzen konnten. In der neunten Minute kam Kapitän Martin Weixelbaum über die rechte Seite, ließ Lukas Kaiser aussteigen und zog mit links ab. Sein Abschluss strich jedoch knapp über die Querlatte.

Auch in der Folge blieben die Heimischen aktiv und versuchten, mit schnellen Angriffen Druck aufzubauen. In der 21. Minute ergab sich nach einem Freistoß aus rund 25 Metern die nächste gute Möglichkeit. Philipp Wenzl nahm Maß und brachte den Ball wuchtig auf das Tor. Gäste-Schlussmann Michael Stöger konnte den Schuss nur nach vorn abwehren, doch der anschließende Kopfball von Dörfler bekam zu wenig Druck und wurde entschärft.

Die beste Möglichkeit der Gäste in der ersten Halbzeit folgte in der 30. Minute. Justin Strodl brachte einen raffiniert getretenen Freistoß gefährlich in den Strafraum der Hausherren, wo Matthias Müller zur Stelle war, seinen Abschluss aber an die Latte setzte. Somit blieb es trotz guter Möglichkeiten auf beiden Seiten beim torlosen Remis, mit dem die Mannschaften in die Kabinen gingen.

Hausherren mit vielen offensiven Spielzügen

Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren mit viel Schwung aus der Kabine und belagerten in den ersten zehn Minuten nach Wiederbeginn regelrecht das Tor der Gäste. Die Lederer-Truppe erspielte sich in dieser Phase mehrere echte Möglichkeiten: Einen Schuss von Florian Dörfler konnte Stöger stark parieren, wenig später köpfte Philipp Wenzl an die Latte. Auch Ahmed El-Baali und erneut Florian Dörfler verfehlten das Gehäuse der Auswärtigen nur knapp.

In der 58. Minute wurden die Bemühungen der Heimischen schließlich belohnt. Kapitän Martin Weixelbaum fasste sich aus rund 20 Metern ein Herz und versenkte das Leder sehenswert im langen Eck zur 1:0-Führung. Der Treffer war zu diesem Zeitpunkt verdient, da die Hausherren nach der Pause deutlich mehr offensive Akzente gesetzt hatten.

In der 74. Minute zeigte Schiedsrichter Albert Wandl jedoch auf den Punkt, nachdem ein Verteidiger der Heimischen den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand gespielt hatte. Lukas Secco übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß bombensicher zum 1:1-Ausgleich. Danach flachte die Partie etwas ab, klare Torchancen blieben in der Schlussphase aus. Somit endete die Begegnung mit einem 1:1-Remis.

Nach dem Schlusspfiff rückte noch einmal Martin Weixelbaum in den Mittelpunkt. Der Kapitän wurde unter Standing Ovations verabschiedet. Seit 2006 hatte er von der Schülermannschaft aufwärts bis hin zur Kampfmannschaft ununterbrochen für den Verein gespielt und sich damit einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte erarbeitet.

Stimmen zum Spiel

Günter Welz, Obmann SV Sankt Margarethen:

„Mattersburg hat das Spiel gemacht und wir haben eine Vielzahl an guten Torgelegenheiten liegen lassen. Das war heute eine gute Partie, man hat gemerkt, dass es um nichts mehr geht und beide Mannschaften befreit aufspielen konnten. Schade, dass wir den Handelfmeter bekommen haben, denn ein Sieg wäre für uns heute aufgrund der vielen Torchancen möglich gewesen.“

Josef Kühbauer, Trainer MSV 2020:

„Das war heute nicht das Gelbe vom Ei, keine gute Leistung meiner Mannschaft. Wir waren schwerfällig und unkonzentriert. Am Ende des Tages war es ein gerechtes Remis. Es war allgemein kein gutes Spiel, mit vielen Fehlpässen, nicht schön anzuschauen. Mir hat es auf jeden Fall nicht gefallen. Man merkt, dass die Luft heraus ist, weil die Meisterschaft am kommenden Wochenende endet.“