Am gestrigen Mittwochabend stand das Derby im ersten Halbfinale des BFV-Raiffeisenpokals zwischen dem SV Rohrbach und dem frisch gebackenen Burgenlandliga-Meister MSV 2020 auf dem Programm. Die Ausgangslage versprach dabei reichlich Spannung, denn beide Mannschaften verfolgen in dieser Saison noch große Ziele. Während die Hausherren aus Rohrbach weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Meistertitel in der II. Liga Mitte und den damit verbundenen Aufstieg in die Burgenlandliga hegen, will der MSV 2020 nach dem bereits fixierten Meistertitel nun auch im Cupbewerb nachlegen und das Double perfekt machen.
Für die Rohrbacher bot sich zudem die Chance, vor heimischer Kulisse für eine Überraschung zu sorgen und einem der aktuell stärksten Teams des Burgenlandes Paroli zu bieten. Die Gäste aus Mattersburg gingen zwar als Favorit in die Begegnung, mussten sich aber auf einen kampfstarken und hoch motivierten Gegner einstellen, der seine bislang starke Saison mit dem Einzug ins Finale weiter veredeln wollte. In einem spannenden, aber nicht hochklassigen Match setzten sich die Gäste mit 1:0 durch und erreichten den Einzug ins Finale des BFV-Raiffeisen-Cups.
Vor 1.500 Zuschauern im Gansbärenstadion entwickelte sich von Beginn an ein echtes Fußballfest. Die Gäste aus Mattersburg legten druckvoll los und erzielten bereits in der 4. Minute einen Treffer, der allerdings wegen Abseits aberkannt wurde. Der MSV ließ sich davon nicht bremsen und belagerte weiter das Tor der Hausherren.
In der 16. Minute fiel schließlich die verdiente Führung: Lukas Secco zog aus rund 20 Metern wuchtig ab, Rohrbach-Schlussmann Timon Grubmüller konnte den Ball nur abwehren, und Matthias Müller köpfte den Abpraller über den noch am Boden liegenden Goalie hinweg zum 1:0 ins Netz. In der 25. Minute hatte Niklas Lang das zweite Tor am Fuß, schoss jedoch zentral auf das Tor, obwohl Müller in der Mitte freigestanden wäre. Kurz darauf wurde auch den Hausherren ein Treffer wegen Abseits aberkannt. Bis zur Pause blieb es bei der knappen Mattersburger Führung.
Nach dem Seitenwechsel gestaltete Rohrbach die Partie offener. In der 51. Minute kam Sebastian Trenkmann nach einer weiten Freistoßflanke per Kopf zum Abschluss, doch der Ball landete sicher in den Händen von Grubmüller. Nur eine Minute später hatten die Heimischen ihre beste Möglichkeit: Nach einem Angriff über Norbert Füleki kam Christoph Schreiber aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch MSV-Torhüter Marco Cech parierte stark zur Ecke.
In weiterer Folge entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel mit vielen Unterbrechungen und einigen Halbchancen auf beiden Seiten. Ein weiterer Treffer sollte jedoch nicht mehr fallen. Damit brachte der MSV 2020 die knappe Führung über die Zeit und zog mit einem 1:0-Erfolg ins Cup-Finale ein.
„Die ersten 15 Minuten haben die Mattersburger richtig Tempo gemacht und auch das 1:0 erzielt. Danach sind wir besser ins Spiel gekommen und haben die Partie offengehalten. In der zweiten Halbzeit konnten sich die Gäste kaum noch Torchancen erspielen, und wir hatten den einen oder anderen Abschluss. Man hat aber gesehen, dass Mattersburg nicht ohne Grund Meister der Burgenlandliga wurde. Sie haben starke, individuelle Spieler. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir heute nicht gewonnen haben.“
„Wir haben hervorragend begonnen, waren dominant und sind verdient mit 1:0 in Führung gegangen. Danach hatten wir noch Möglichkeiten, das zweite Tor zu erzielen. In der zweiten Halbzeit haben wir das Ergebnis verwaltet. Das Spiel war insgesamt nicht das Gelbe vom Ei, es war viel Hektik drinnen und es gab immer wieder Unterbrechungen durch kleine Fouls. Wir haben das Finale erreicht, aber wir haben am 23.05. noch ein Meisterschaftsspiel und müssen zwei Tage später im Cup-Finale antreten. Zwei Spiele innerhalb von drei Tagen am Saisonende – da wäre vonseiten des BFV eine bessere Planung möglich gewesen.“