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Oberwart zerlegte tapfer kämpfenden SV Wolfau im Cup-Halbfinale

Die Vorzeichen für diese Begegnung hätten kaum dramatischer sein können. Auf der einen Seite die Gastgeber aus Wolfau, die sich in dieser Cup-Saison bereits das Prädikat „Riesentöter“ verdient haben: Nachdem sie im Viertelfinale sensationell den RLO-Klub SC/ESV Parndorf aus dem Wettbewerb gekegelt hatten, träumte der gesamte Ort von der nächsten Sensation. Allerdings reiste mit Oberwart eine Mannschaft an, die spätestens nach ihrem beeindruckenden 10:0-Kantersieg gegen Mühlgraben in der Vorrunde als absoluter Titelfavorit gilt und eine enorme Offensivmacht ausstrahlt.

In der gut besuchten Arena lag ein Knistern in der Luft. Die entscheidende Frage, die die Fans beider Lager elektrisierte, war: Verfügt der SV Wolfau über die taktische Disziplin und das nötige Quäntchen Glück, um nach Parndorf den nächsten Regionalliga-Riesen in die Knie zu zwingen? Oder würden die individuelle Qualität und die Physis der Oberwarter den Hoffnungen des Außenseiters ein jähes Ende setzen? Eines war bereits vor dem Anpfiff klar: Für eine hitzige Atmosphäre und eine hoch spannende Ausgangslage war im Kampf um das begehrte Finalticket definitiv gesorgt.

 Blitztor der Gäste sorgte früh für klare Verhältnisse

Über 650 Zuschauer pilgerten trotz des Klassenunterschiedes auf den Sportplatz in Wolfau, um das Halbfinale im BFV-Raiffeisen-Cup gegen den Regionalligisten SV Klöcher Bau Oberwart live mitzuerleben. Die Hoffnung auf eine weitere Sensation der Hausherren erhielt allerdings bereits in der Anfangsphase einen herben Dämpfer. Kaum hatte Schiedsrichter Christian Heiner die Partie freigegeben, schlugen die Gäste eiskalt zu. Nach einem schnellen Angriff landete der Ball bei Tobias Polz, der in der 3. Minute zur frühen 1:0-Führung für Oberwart einschob.

Die Gäste aus der Regionalliga übernahmen danach erwartungsgemäß die Kontrolle über das Spielgeschehen und ließen Ball und Gegner laufen. Wolfau stemmte sich mit großem kämpferischem Einsatz gegen den spielerisch überlegenen Favoriten und versuchte über schnelle Gegenstöße Nadelstiche zu setzen. In der 18. Minute erhöhte Oberwart jedoch auf 2:0. Lukas Ried, der einmal mehr seine Torgefahr unter Beweis stellte, verwertete eine Offensivaktion der Gäste souverän und sorgte damit früh für klare Verhältnisse.

Trotz des Rückstandes gaben sich die Hausherren keineswegs auf. Mit viel Leidenschaft und Laufbereitschaft kämpfte der Underdog weiter um jeden Ball und kam auch zu einigen guten Torannäherungen. Die Defensive der Wolfauer arbeitete aufopferungsvoll und verhinderte bis zur Pause weitere Gegentreffer. Mit der 2:0-Führung für den Regionalligisten wurden schließlich die Seiten gewechselt.

Oberwart zog nach der Pause davon

Kurz nach Wiederbeginn machte Oberwart endgültig alles klar. In der 49. Minute war erneut Lukas Ried zur Stelle und erzielte mit seinem zweiten Treffer des Nachmittags das 3:0 für die Gäste. Doch nur wenig später explodierte das Stadion noch einmal vor Begeisterung. Nach einem direkten Freistoß von Emil Hamzagic schlug der Ball zum 1:3-Anschlusstreffer im Netz der Oberwarter ein und die Fans der Hausherren schöpften kurzzeitig neue Hoffnung.

Die Antwort des Favoriten ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nur zwei Minuten nach dem Treffer der Wolfauer zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt. Christoph Halper übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß souverän zum 4:1. Spätestens damit war die Partie entschieden.

In der Folge spielte Oberwart seine technische und körperliche Überlegenheit immer deutlicher aus. Die Kräfte der tapfer kämpfenden Hausherren schwanden zunehmend, während die Gäste weiter konsequent nach vorn spielten. In der 70. Minute schloss Stefan Wessely einen sehenswert vorgetragenen Angriff zum 5:1 ab. In der Schlussphase brachen bei Wolfau schließlich alle Dämme. Nachdem die Kräfte sichtbar nachgelassen hatten, trugen sich auch Tim Ratkowski mit dem Treffer zum 6:1 sowie Oliver Schindler mit dem 7:1-Endstand in die Torschützenliste ein.

Trotz der deutlichen Niederlage verabschiedete sich der SV Wolfau mit großem Einsatz und viel Leidenschaft aus dem Cupbewerb, während Oberwart souverän den Finaleinzug fixierte.

Stimme zum Spiel

Peter Lehner, sportlicher Leiter SV Klöcher Bau Oberwart:


„Wir sind heute mit der Bestbesetzung angereist und haben die Pflichtaufgabe erfüllt. Wir haben nie eine Cup-Sensation aufkommen lassen, haben die Partie souverän beherrscht und fahren zufrieden nach Hause.“