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Oberwart eiskalt: 4:0 im Pokalfinale

Im Finale des BFV-Raiffeisencups kam es am Montag zu einem echten Fußball-Leckerbissen: Der Mattersburger Sportverein 2020 traf vor vollem Haus auf den Regionalligisten SV Klöcher Bau Oberwart. Die Ausgangslage verspricht Brisanz, Spannung und besondere Pokalatmosphäre.

Der MSV 2020 geht mit breiter Brust in dieses Endspiel. Die Mannschaft von Trainer Josef Kühbauer steht bereits seit einiger Zeit als Meister der Burgenland-Energie-Landesliga fest und hat ihr großes Saisonziel eindrucksvoll erreicht. In der Meisterschaft präsentierten sich die Mattersburger als Maß aller Dinge, überzeugt mit Stabilität, Offensivkraft und mannschaftlicher Geschlossenheit. Nun bietet sich die große Chance, eine starke Saison mit dem Cupsieg zu krönen.

Mit dem SV Klöcher Bau Oberwart wartet allerdings ein Gegner, der eine Liga höher spielt und zuletzt in der Regionalliga Ost ordentlich Selbstvertrauen tankte. Drei Siege in Serie geben der Mannschaft zusätzlichen Rückenwind. Oberwart verfügt über viel Qualität, Tempo im Spiel nach vorn und die Routine, um enge Partien für sich zu entscheiden.

Eines ist sicher: Die Zuschauer durften sich auf ein intensives, emotionales und spannendes Pokalfinale freuen, in dem Leidenschaft, Tagesform und Nervenstärke über den Cupsieg entscheiden könnten.

 Offene erste Halbzeit

Das Finale im BFV-Raiffeisencup begann mit einer rund zehnminütigen Verspätung. Der Grund dafür war der enorme Zuschauerandrang: Viele der rund 2.000 Besucher standen kurz vor dem Anpfiff noch vor den Kassen. Die Kulisse war damit eines Endspiels absolut würdig.

Auf dem Rasen entwickelte sich zunächst eine vorsichtige Anfangsphase. Beide Mannschaften tasteten sich ab, wollten nicht zu früh ins offene Messer laufen und legten großen Wert auf defensive Ordnung. In der 16. Minute wurde es erstmals richtig gefährlich: Christoph Halper brachte eine scharfe Flanke in den Mattersburger Strafraum, Christoph Leitgeb blockte den Ball unglücklich ab – das Leder klatschte ans Aluminium. Der MSV hatte in dieser Szene Glück, nicht früh in Rückstand zu geraten.

Nur sieben Minuten später war es dann aber so weit. Nach einem raffiniert getretenen Eckball von Stefan Trimmel kam der Ball an den zweiten Pfosten, wo Michael Hutter goldrichtig stand und per Kopf zur 1:0-Führung für Oberwart einnickte. Mattersburg zeigte sich davon aber nicht geschockt und kam wenig später zu einer Doppelchance. Zunächst wollte Niklas Lang mit einem Pass Justin Strodl bedienen, doch Adam Peter Woth konnte in höchster Not zur Ecke klären. Nach dem anschließenden Corner von Strodl kam Lukas Grimmer zum Kopfball, setzte diesen aber an die Querlatte. Bis zur Pause gab es auf beiden Seiten noch einige Torannäherungen, weitere Treffer blieben jedoch aus. Mit der knappen 1:0-Führung für Oberwart ging es in die Kabinen.

Oberwart machte den Sack zu

Nach dem Seitenwechsel erwischte der Regionalligist den besseren Start. In der 50. Minute fasste sich Christoph Halper ein Herz und erhöhte mit einem strammen Schuss auf 2:0. Dieser Treffer spielte Oberwart natürlich in die Karten, während Mattersburg nun noch mehr Risiko nehmen musste.

In der 62. Minute wurde es im Oberwarter Strafraum noch einmal brenzlig. Nach einem vermeintlichen Handspiel forderten die Hausherren vehement Elfmeter, doch Schiedsrichter Thomas Kaplan ließ weiterspielen. In der Folge mühte sich der MSV zwar um den Anschlusstreffer, wirklich zwingende Möglichkeiten blieben aber weitgehend aus. Oberwart agierte abgeklärt, ließ defensiv wenig zu und wartete geduldig auf die entscheidenden Räume.

Diese boten sich in der Schlussphase. In der 79. Minute setzte Lukas Ried seinen Mitspieler Nicolas Christopher Wisak ideal in Szene, der das Leder zum 3:0 im Mattersburger Gehäuse versenkte. Damit war die Entscheidung in diesem Pokalfinale gefallen. Nur drei Minuten später durfte sich auch Lukas Ried selbst in die Torschützenliste eintragen und stellte auf 4:0. Dieser Treffer bedeutete zugleich den Endstand.

Am Ende setzte sich der SV Klöcher Bau Oberwart mit 4:0 durch und krönte sich mit einer abgeklärten, effizienten Vorstellung zum Cupsieger. Der MSV 2020 hielt primär in der ersten Halbzeit gut dagegen und hatte durch den Lattentreffer von Lukas Grimmer die große Chance auf den Ausgleich, musste sich nach dem Seitenwechsel aber der höheren Effizienz und Klasse des Regionalligisten beugen.

Stimmen zum Spiel

Josef Kühbauer, Trainer MSV 2020:


„In den ersten 25 Minuten waren wir noch etwas ängstlich und haben uns zu wenig zugetraut. Danach sind wir besser ins Spiel gekommen und hatten nach guten Umschaltmomenten zwei richtig gute Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Kurz nach der Pause haben wir dann ein dummes Gegentor bekommen, danach war der `Kas` gegessen. In diesem Spiel hat man gesehen, was uns für die Regionalliga noch fehlt. Meine jungen Spieler wissen jetzt, wie es in der RLO zugeht: Man muss schneller denken, schneller handeln und schneller umschalten. Für die Zuschauer war es jedenfalls ein guter Pokalfight mit vier Toren.“

Peter Lehner, sportlicher Leiter SV Klöcher Bau Oberwart:

„Trotz des klaren 4:0-Sieges war es für uns keine leichte Aufgabe, weil wir heute sicher nicht unseren besten Tag erwischt haben. Bis zur 2:0-Führung hätte die Partie durchaus auch kippen können, denn Mattersburg hat es uns mit einer kompakten Defensivleistung sehr schwer gemacht. Am Ende war es aber ein reifer Auftritt unserer Mannschaft. Wir haben die entscheidenden Momente genutzt und mit dem 4:0-Sieg letztlich alles richtig gemacht.“