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Pokal-Wahnsinn in Redlschlag: Pinkafeld entgeht der Sensation erst im Elfmeterschießen

Was für ein Fußballabend in Redlschlag! In der ersten Runde des BFV-Cups brachte die SG EFM Redlschlag den favorisierten Landesligisten SC HERZ Pinkafeld an den Rand des Ausscheidens. Der Underdog führte zwischenzeitlich mit 3:1, musste erst in der fünften Minute der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen und lieferte sich anschließend mit dem Favoriten ein dramatisches Elfmeterschießen. Ausgerechnet Neuzugang Daniel Tödtling, der zuvor mit einem Traumfreistoß getroffen hatte, scheiterte am Ende vom Punkt. Pinkafeld setzte sich hauchdünn durch und zog in die nächste Runde ein.
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Verabschiedung von den mitgereisten Fans nach einem harten Kampf.

Rund 300 Zuschauer sehen einen mutigen Underdog

Schon vor dem Anpfiff herrschte auf der Sportanlage in Redlschlag eine besondere Atmosphäre. Bei drückender Schwüle und Temperaturen um 33 Grad kamen im Laufe des Nachmittags rund 300 Zuschauer auf den Platz. Für zusätzliche Stimmung sorgten etwa 50 Fans aus der Steiermark, die Daniel Tödtling bei seinem ersten Pflichtspiel für seinen neuen Verein unterstützen wollten. Der Defensivspezialist war vom SV Eggersdorf nach Redlschlag gewechselt.

Sportlich war die Rollenverteilung eigentlich klar. Pinkafeld ging als Landesligist als Favorit in die Partie, doch Redlschlag zeigte von Beginn an, dass man sich keinesfalls verstecken wollte. Nach einigen ersten Möglichkeiten auf beiden Seiten schlugen die Gäste in der 23. Minute zu. Dario Tadic spielte einen perfekten Ball auf Lukas Zapfel, der aus kurzer Distanz zum 0:1 verwertete. Wer nun glaubte, dass der Favorit die Partie kontrollieren würde, wurde eines Besseren belehrt.

Bazso lässt den Sportplatz erstmals beben

Redlschlag blieb mutig und wurde kurz vor der Pause belohnt. In der 42. Minute kam Adam Bazso frei zum Abschluss und jagte den Ball sehenswert ins linke Kreuzeck. Das 1:1 ließ den Sportplatz erstmals so richtig beben. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich endgültig ein Pokalfight, wie man ihn sich kaum besser wünschen kann. Pinkafeld traf zunächst nach einem Corner von Zapfel die Latte, doch wenige Minuten später folgte auf der anderen Seite der große Auftritt von Daniel Tödtling.

Tödtling hämmert Freistoß aus 35 Metern ins Kreuzeck

In der 54. Minute legte sich der Neuzugang den Ball bei einem Freistoß zurecht – aus einer Distanz, aus der wohl viele eher eine Hereingabe erwartet hätten. Tödtling entschied sich anders und drosch das Leder aus rund 35 Metern sensationell ins Kreuzeck. 2:1 für Redlschlag – und die Tribüne stand Kopf.

Der Außenseiter hatte nun endgültig Blut geleckt. Während Pinkafeld den Druck erhöhte, blieb Redlschlag bei Kontern gefährlich. Gleichzeitig entwickelte sich der Torhüter der Hausherren immer mehr zum Fels in der Brandung und verhinderte mehrfach den Ausgleich. Dann folgte in der 69. Minute die nächste Sensation: Nach einem Konter traf Marok zum 3:1.

Plötzlich lagen zwei Tore zwischen dem Dorfverein und dem Landesligisten. Die Frage auf dem Sportplatz lautete nur noch: Kann Redlschlag diesen Vorsprung tatsächlich über die Zeit bringen?

Pinkafeld wirft alles nach vorne

Der Favorit reagierte und warf nun alles in die Offensive. Redlschlag verteidigte leidenschaftlich, hatte aber auch selbst Möglichkeiten. Tödtling setzte einen Abschluss nur Zentimeter neben das Tor, zuvor war ein Freistoß der Gastgeber, ebenfalls durch den bewährten Schützen, an der Stange gelandet. Bei 4:1 wäre wohl alles klar gewesen.

In der 87. Minute wurde es dann richtig eng. Nach einem Abstauber verkürzte Lukas Zapfel auf 3:2. Die letzten Minuten wurden zur Abwehrschlacht. Pinkafeld drückte, Redlschlag kämpfte um jeden Meter und der Heimkeeper hielt seine Mannschaft mit einer weiteren starken Parade im Spiel. Fünf Minuten Nachspielzeit wurden vom Schiedsrichter angezeigt.

Und tatsächlich fehlten nur noch Augenblicke zur großen Pokalsensation.

Tadic rettet Pinkafeld in letzter Sekunde

In der 95. Minute bekam Pinkafeld noch einmal einen Freistoß zugesprochen. Dario Tadic übernahm die Verantwortung – und traf zum 3:3.

Für Redlschlag war es ein brutaler Moment. Der Außenseiter hatte den Landesligisten praktisch am Boden, doch mit einer der letzten Aktionen rettete sich Pinkafeld. Eine Entscheidung fiel nicht mehr, sodass ein Elfmeterschießen über den Aufstieg entscheiden musste.

Ausgerechnet Tödtling wird zur tragischen Figur

Auch vom Punkt schenkten sich beide Teams nichts. Die Schützen zeigten starke Nerven, lange Zeit fand praktisch jeder Versuch den Weg ins Tor. Die Spannung war kaum noch zu überbieten.Dann kam jener Moment, der die Geschichten schreibt, die nur der Fußball hervorbringen kann.

Ausgerechnet Daniel Tödtling scheiterte beim entscheidenden Versuch.Damit war das Pokalmärchen des Außenseiters beendet. SC HERZ Pinkafeld setzte sich im Elfmeterschießen hauchdünn durch und zog in die nächste Runde des BFV-Cups ein. Für Redlschlag blieb zunächst nur die große Enttäuschung. Doch der Underdog hatte dem Landesligisten über 120 Minuten alles abverlangt und war nur wenige Sekunden von einer echten Pokalsensation entfernt gewesen.

Für die rund 300 Zuschauer war es jedenfalls ein Fußballnachmittag, den sie so schnell nicht vergessen dürften: sechs Tore in der regulären Spielzeit, Aluminiumtreffer, ein 35-Meter-Traumtor, ein Ausgleich in der fünften Minute der Nachspielzeit und schließlich die Entscheidung vom Elfmeterpunkt.

„Natürlich waren wir heute ganz knapp dran. In der 95. Minute führen wir noch gegen einen Landesligisten, da glaubst du natürlich daran, dass du die Sensation über die Zeit bringen kannst. Am Ende ist es anders gekommen – aber so ist der Fußball. Bei mir überwiegen ganz klar die Freude und der Stolz über das, was meine Spieler heute auf den Platz gebracht haben. Wir sind ein kleiner Verein und haben einem Landesligisten über die gesamte Spielzeit alles abverlangt. Deshalb gibt es von mir auch keinen Vorwurf und kein schlechtes Wort. Ganz im Gegenteil: Vor dieser Leistung kann man nur den Hut ziehen. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft und darauf, wie sie unseren Verein heute präsentiert hat.“ — Trainer Benedikt Bertl

Mehr Pokaldrama geht kaum.

Bericht und Foto Florian Kober