Ligaportal-Gründer und Geschäftsführer Dr. Thomas Arnitz hat Ligaportal.at - Österreichs größtes Fußballportal - in den vergangenen 19 Jahren mit seinem Team zu einer datengetriebenen Digitalplattform weiterentwickelt. Im Interview mit Leadersnet.at - Österreichs größter Business-Plattform - erklärt er, warum Regionalität und Community heute wichtiger sind als reine Reichweite, weshalb KI den Journalismus nicht ersetzt und wie mit der hauseigenen KI-Assistentin "Valentina" mittlerweile bis zu 800 Interviews pro Woche geführt werden.

Mit Ihrem KI-Assistenten "Valentina" haben Sie Neuland betreten. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?
Arnitz: "Das Zwischenfazit ist sehr positiv. Valentina hat sich im täglichen Einsatz bewährt, weil sie ein konkretes Problem löst: Wie bringen wir noch mehr Stimmen, Emotionen und Einschätzungen aus den unteren Ligen in journalistische Form? Die KI ersetzt dabei keine Redaktion, sondern schafft einen neuen Zugang zu Inhalten. Pro Woche führt Valentina mittlerweile rund 700 bis 800 Interviews und erstellt daraus Spielberichte mit Original-Statements. Dadurch gelingt es uns, mehr als 80 Prozent aller Spiele mit Berichten abzudecken."
Wie stellen Sie sicher, dass Geschwindigkeit und Automatisierung nicht zulasten journalistischer Qualität gehen?
Arnitz: "Geschwindigkeit ist nur dann wertvoll, wenn die Qualität stimmt. Deshalb setzen wir auf klare Prozesse, Plausibilitätsprüfungen und redaktionelle Kontrolle. Wir kommunizieren offen, dass bei Valentina KI zum Einsatz kommt, und wir lassen die Technologie nicht unkontrolliert laufen. Der entscheidende Grundsatz lautet: Die KI liefert Unterstützung, aber sie trägt nicht die journalistische Verantwortung. Diese Verantwortung bleibt beim Menschen und bei Ligaportal. Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: Fehler können immer passieren – beim Menschen ebenso wie bei der Maschine."
Fotocredit: Stefan Pajman