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WSG Wietersdorf – Trainer Jakob Johann Rabensteiner: „In den schwersten Momenten finden wir immer ein Mittel“

WSG Wietersdorf

In der 1. Klasse Mitte hat Jakob Johann Rabensteiner mit seiner WSG Wietersdorf zuletzt eine beeindruckende Entwicklung eingeleitet. Nach schwierigen Wochen im Herbst, geprägt von Verletzungen und Umstellungen, feierte seine Mannschaft drei Siege in Serie gegen direkte Konkurrenten und stellte den Anschluss an das obere Mittelfeld wieder her. Damit festigten die Wietersdorfer den achten Tabellenrang und blicken nach mehreren Rückschlägen wieder optimistisch auf den weiteren Saisonverlauf. Trainer Rabensteiner spricht im Interview über Zusammenhalt, Nachwuchsförderung und die Bedeutung eines funktionierenden Kollektivs für den jüngsten Aufwärtstrend.

Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von fünf Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Mannschaftsgeist als Fundament des Erfolgs

Für Rabensteiner ist die aktuelle Entwicklung kein Zufall: „Ich habe einen großen Zusammenhalt gesehen, auch in schwierigen Phasen, wo wir viele Ausfälle gehabt haben.“ Während der ersten Saisonhälfte musste das Trainerteam zahlreiche Ausfälle kompensieren, reaktivierte Spieler und zog Talente aus der U17 hoch.

Besonders stolz zeigt sich Rabensteiner über die Art und Weise, wie junge Akteure den Sprung in die Kampfmannschaft gemeistert haben. „Man hat gesehen, dass die Entwicklung der Jungen gut funktioniert. Es klappt nicht alles auf Anhieb, aber das ist völlig okay.“ Durch diesen Fokus auf die Nachwuchsarbeit konnte die Wietersdorfer Mannschaft personelle Engpässe überbrücken, ohne an Leistungsstabilität zu verlieren.

Kontinuität und maßvolle Veränderungen

Auch beim Blick auf den Kader unterstreicht Rabensteiner die Stabilität innerhalb des Vereins: „Im Großen und Ganzen ist der Kader gleich geblieben.“ Eine nennenswerte Veränderung war allerdings der Abgang eines zentralen Mittelfeldspielers, den Rabensteiner als „absoluten Qualitätsfaktor“ bezeichnet. Der Spieler wechselte zu einem anderen Klub, während Wietersdorf gezielt einen neuen Angreifer verpflichtete, um der Offensive mehr Durchschlagskraft zu verleihen.

Zudem wurde Benjamin Pankratz nach seinem Bundesheer-Einsatz reaktiviert. „Wir wollten im Sturm noch nachlegen, weil wir zu wenig Tore geschossen haben“, erklärt Rabensteiner. Überhaupt legt er großen Wert darauf, jungen Spielern behutsam Verantwortung zu übertragen – und ihnen gleichzeitig erfahrene Mentoren an die Seite zu stellen. „Wir haben auch zwei junge Talente aus der Region geholt“, berichtet er. Zusätzlich kommt ein junger Tormann, der von Stammkeeper Schorn aufgebaut wird und Erfahrung sammeln soll. Durch diesen Mix aus Erfahrung und Perspektive will der Trainer die Mannschaft nachhaltig weiterentwickeln.

Optimismus, Nachwuchs und starke Gegner

Die Atmosphäre im Verein beschreibt Rabensteiner als „ziemlich gut“. Nach zuletzt wichtigen Siegen spüre man Aufbruchsstimmung: „Wir stehen stabil im Mittelfeld, haben keine Sorgen um den Abstieg und wollen mit dieser positiven Stimmung möglichst viele Punkte mitnehmen.“ Auch im Jugendbereich hat sich einiges getan. Zwei Nachwuchstrainer absolvierten kürzlich erfolgreich ihr D-Diplom, was den Aufbau einer neuen Jugendmannschaft ermöglichte. „Darauf sind wir besonders stolz“, betont der Coach.

Sportlich zeigt sich Rabensteiner beeindruckt vom Niveau in der Liga: Velden und Afritz hätten „spielerisch tollen Fußball“ gezeigt, einen sieht er gar als Fixaufsteiger: „Wenn sie so weiterspielen wie bisher, werden sie aufsteigen.“ Als besonderen Moment der Saison bezeichnet er einen Auswärtssieg in einer „unglaublichen Atmosphäre mit sehr emotionalem Publikum“. Dieses Erlebnis habe eindrücklich gezeigt, wozu sein Team imstande ist, wenn Zusammenhalt und Einsatz stimmen. Mit einem stabilen Kader, gesund zurückkehrenden Spielern und gewachsenem Selbstvertrauen peilt Rabensteiner nun einen positiven Saisonabschluss an. Sein Leitsatz bleibt unverändert: „In den schwersten Momenten haben wir immer irgendein Mittel gefunden – und genau das macht uns als Team aus.“