Ein intensiver Nachmittag in Afritz, ein Duell mit viel Energie und knackigen Zweikämpfen: Zwischen dem SV Afritz 1975 und dem SV Glanegg in der 1. Klasse Mitte sahen die Zuschauer lange ein enges Spiel. Am Ende stand aus Glanegg-Sicht ein 0:2 – und dennoch überwog bei Trainer Wolfgang Thun-Hohenstein die Zuversicht: "Wir nehmen nur Positives mit. Durch zwei kleine Fehler haben wir die Partie aus der Hand gegeben, aber meine Jungs haben richtig, richtig stark dagegengehalten."

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Thun-Hohenstein beschrieb eine offene erste Hälfte mit Chancen auf beiden Seiten. Bis weit in den zweiten Durchgang hinein blieb es für ihn ein Duell auf Augenhöhe: "Bis zum 0:2 war es eine ziemlich ausgeglichene Partie." Danach kippte die Partie in Richtung der Heimelf – doch Glanegg blieb im Spiel, auch dank eines starken Schlussmanns: "Nach dem 0:2 hat Afritz Überhand bekommen, sie hatten drei, vier richtig gute Chancen, die unser Torhüter souverän gehalten hat."
Die Tore fielen zu markanten Zeitpunkten: In der 41. Minute traf Felix Opriessnig zum 0:1, in der 83. Minute stellte Patrick Gailer auf 0:2. Ebenfalls in der 83. Minute sah Glaneggs Marcel Prassl Gelb-Rot – der SV Glanegg musste die Schlussminuten in Unterzahl bestreiten. Die emotionale Kurve am Platz spürte Thun-Hohenstein deutlich: "Meiner Meinung nach ist den Afritzern nach dem ersten Tor richtig der Felsen heruntergeflogen." Mit Blick auf die Endphase ergänzte er: "Wenn du in den letzten Minuten eine rote Karte bekommst und 0:2 hinten bist, hat die Heimmannschaft als würdiger Tabellenführer Übergewicht."
Auch die Rahmenbedingungen prägten die Partie. Zum Untergrund meinte der Glanegg-Coach: "Der Platz in Afritz war sehr schwer zu bespielen – sehr eng, sehr klein. Die Zuschauer: positive Einflüsse. Es ist für jeden Fußballer eigentlich geil, dort oben zu spielen." Bei Standards hatte Glanegg den Gegner gut im Griff: "Afritz ist bei Standards bekannt für seine großen Spieler. Sie haben mit Srdan Arsic einen Ausnahmespieler für Standarts der auch gut 2 m misst. Den hatten wir recht gut aus dem Spiel genommen. Wir waren darauf vorbereitet; Standards waren in diesem Spiel letztlich nicht entscheidend."
Nach dem Abpfiff setzte Thun-Hohenstein ein Zeichen des Respekts: "Ich bin nach dem Spiel zum Schiedsrichter in die Kabine, habe als Verlierer den Hut gezogen und ihm zu dieser Leistung gratuliert – auch seinen Assistenten." Sein Ausblick bleibt positiv und fordernd zugleich: "Mein Team und ich nehmen nur die positiven Sachen mit. Sie waren für diese junge Mannschaft richtige Männer. Sie haben gegen Männer gespielt – genau das werden wir in Zukunft umsetzen, und dann werden wir keine Probleme haben."