Ein ernüchterter, zugleich konstruktiver Auftritt nach dem Schlusspfiff: Jakob Andreas Leitgeb ordnete das 0:3 seines SV Straßburg gegen den Friesacher AC/Hirter Pils in der 1. Klasse Mitte klar ein. „Friesach war über 90 Minuten die stärkere Mannschaft und hat verdient gewonnen“, so der Obmann. In seiner Rückschau steckten Tempo, Zweikampfhärte und kurze Phasen der Kontrolle – am Ende aber deutliche Vorteile für die Gäste. Zur Pause stand es 0:0, nach dem Seitenwechsel entschieden Effizienz und Entschlossenheit der Friesacher die Partie. Sein Team hatte zwar die erste hundertprozentige Möglichkeit, fand anschließend aber zu selten in gefährliche Abschlusspositionen. Im Fokus steht für ihn nun die Reaktion: täglich arbeiten, Rückkehrer integrieren und im nächsten Spiel wieder anschreiben.

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Leitgeb schilderte ein Spiel, in dem seine Mannschaft früh die erste große Gelegenheit hatte, aber am stark reagierenden Schlussmann der Gäste scheiterte. Danach verzeichneten die Friesacher mehr und klarere Chancen; zur Halbzeit blieb es dennoch 0:0. Nach dem Wiederanpfiff kippte die Begegnung zugunsten der Gäste, die ihre Überlegenheit in Tore ummünzten. Die Treffer fielen in der zweiten Hälfte: Paul Pirker eröffnete zum 0:1, Jan Mesec legte zum 0:2 nach, ehe erneut Paul Pirker mit dem 0:3 den Schlusspunkt setzte. Aus Leitgebs Sicht entstanden die Tore großteils aus dem Spiel heraus. Strittige Szenen rückten nicht in den Vordergrund; es entwickelte sich eine fair geführte Partie mit klarer Chancenverteilung.
Besonders prägend war für Leitgeb die Sequenz rund um den Führungstreffer und den schnellen zweiten Gegentreffer. Er skizzierte den Umschwung so: „Das 1:0 für die Friesacher fiel nach einem Lattentreffer, den Abpraller konnten sie verwerten. Wir hatten dann die Chance zum Ausgleich, und im Gegenzug fiel das 2:0 – damit war das Spiel praktisch entschieden, das dritte war die Draufgabe. Friesach war an diesem Tag die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen.“ Diese Phase beschreibt die Dynamik der zweiten Halbzeit: ein enges Spiel bis zum 0:1, eine große Möglichkeit zum Ausgleich – und der Gegenzug, der die Vorentscheidung zum 0:2 brachte, bevor das 0:3 alles klar machte.
In der Einordnung des aktuellen Weges nimmt Leitgeb kein Blatt vor den Mund: „Wir hatten keinen guten Auftakt – zweimal verloren, noch kein Tor geschossen. Wir haben sicher einige Baustellen. Wir hoffen, dass verletzte und abwesende Spieler zurückkommen und dass sich’s dann in den nächsten Spielen verbessert. Aber ein Schritt nach dem anderen, täglich arbeiten – und dann versuchen wir nächste Woche wieder zu punkten.“ Trotz der Enttäuschung fand er anerkennende Worte für den Gegner: „Ich kann den Friesachern nur gratulieren. Sie haben jetzt eine stolze Serie von zehn unbesiegten Spielen und, ich glaube, sechs Siegen hintereinander. Wenn sie so weitermachen, wird es für sie Anfang Juni ein sehr gutes Ende nehmen.“
Damit ist die Stimmungslage klar umrissen: nüchtern, selbstkritisch und lösungsorientiert – mit dem Blick nach vorn und dem Anspruch, die Lektionen aus diesem 0:3 schnell in Punkte umzumünzen.