In Friesach ordnet Christopher Hafner die turbulente Auswärtspartie seines Teams, Schiefling, beim Friesacher AC ein: ein 2:2, das zwischen Deutlichkeit und Enttäuschung pendelt. In der 1. Klasse Mitte spricht der Coach von zwei gänzlich unterschiedlichen Halbzeiten – und davon, wie seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel den Faden verlor.

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Hafners Analyse fällt klar aus: „Das Spiel war in zwei komplett verschiedene Spielhälften unterteilt.“ Aus seiner Sicht dominierte Schiefling vor der Pause deutlich, hätte die Partie früh entscheiden können und lag folgerichtig mit 2:0 in Front. Danach kippte die Statik. Der Trainer benennt die Symptome unverblümt: „Da flattern die Nerven bei den routinierten Spielern – warum auch immer.“ Seine Elf agierte nach dem Umschwung zu passiv, verlor Struktur und Tiefe: Schiefling zog sich zu weit zurück, stellte das Kombinationsspiel ein und suchte zu oft den langen Ball – eine Entwicklung, die er in diesem Frühjahr bereits mehrfach gesehen hat. Der Kontrast der Halbzeiten prägt seine Gesamtsicht und nährt die Selbstkritik, das Remis selbst verschuldet zu haben.
Die Partie bekam früh eine klare Richtung: Ein Eigentor von Andreas Wolfger stellte in Minute 5 auf 1:0, ehe Adrian Stroj in der 33. Minute auf 2:0 erhöhte. Nach dem Seitenwechsel fand der Gastgeber sofort zurück: Jan Mesec verkürzte in der 47. Minute auf 2:1 – der Auftakt zu einer offeneren, hektischeren Phase. Für Schiefling bot sich kurz darauf der mögliche Knockout, doch in der 50. Minute lief ein Angreifer frei auf den Torhüter zu und wartete zu lange mit dem Abschluss; ein Friesacher klärte in höchster Not. Die Strafe folgte mit dem 2:2: Mario Schmidhofer traf in der 68. Minute per Weitschuss. Später sah Hafner ein weiteres Friesacher Tor wegen eines vorausgegangenen Stürmerfouls annulliert – eine Entscheidung, die das Gespann seiner Ansicht nach korrekt erkannte. Schiefling bekam seinerseits in der 80. Minute nochmals eine riesige Gelegenheit, als ein Spieler von rechts frei auf den Torhüter zulief und den Keeper anschoss. In den Schlussminuten setzte Friesach nach einer Ecke noch einen Kopfball daneben. Die Bilanz des Trainers fällt dennoch eindeutig aus: „Über 90 Minuten war das Chancenplus klar auf unserer Seite.“
Beim Ballbesitz widerspricht Hafner einer simplen Lesart. Er betont, dass Schiefling als Auswärtsteam vor der Pause deutlich mehr vom Ball hatte. Für die zweite Hälfte sieht er keinen klassischen Dominanzwechsel, vielmehr habe Friesach verstärkt auf lange Bälle gesetzt. Dass die Partie weniger über Technik als über Intensität definiert wurde, passt für ihn zum Profil der Liga: „Wir reden hier von der ersten Klasse. Wenn ich behaupten würde, das Spiel sei von Technik geprägt gewesen, wäre die Fußballwelt verkehrt. In dieser Liga werden Spiele über den Kampf und die Zweikämpfe entschieden.“ Standards spielten seiner Einschätzung nach keine Schlüsselrolle: „Standardsituationen waren in diesem Spiel nicht entscheidend.“ Ein Sonderlob geht an das Schiedsrichterteam: Der junge Referee habe die Partie mit Unterstützung eines erfahrenen Linienrichters gut im Griff gehabt. Für die kommende Woche hat Hafner eine klare Agenda: „Jetzt heißt es, daran arbeiten und mental den Zugriff auf die Köpfe der Spieler bekommen“, verbunden mit einem unmissverständlichen Ziel: „Der Fokus muss am Samstag auf drei Punkten liegen.“