In der 1. Klasse Mitte empfing der SV Glanegg den Friesacher AC/Hirter Pils – am Ende stand ein 1:3, das sich für die Hausherren bitter anfühlt. Glanegg führte, kassierte kurz vor der Pause zwei Gegentreffer und nach dem Seitenwechsel das dritte. Trainer Wolfgang Thun-Hohenstein sprach von einer Partie, in der seine Elf viel investierte, sich aber nicht belohnte – und zog noch am Abend einen Schlussstrich: Er stellte sein Amt zur Verfügung, um „einen neuen Impuls“ zu ermöglichen.

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Glanegg war sofort im Spiel, lief hoch an, suchte die Tiefe und belohnte sich nach 21 Minuten: Stefan Stampfer stellte auf 1:0. Es war die Phase, in der die Hausherren mehr vom Spiel hatten und Friesach in die eigene Hälfte drückten. Wolfgang Thun-Hohenstein bestätigte diesen Eindruck deutlich: „Wir waren von Anfang an sehr gut im Spiel, sehr aggressiv. Wir hätten die erste Halbzeit aufgrund der Chancen 3:0 führen müssen, aber das alte Leiden der letzten zehn Spiele: Wir treffen das Tor nicht.“ Der Führungstreffer gab Selbstvertrauen, doch das zweite Tor blieb aus – und je länger es 1:0 stand, desto wichtiger wurde für die Gäste jeder Ballgewinn tief in der eigenen Hälfte. Glanegg ließ wenig zu, hatte aber selbst nicht die Klarheit im Abschluss, um aus der frühen Kontrolle ein polsterndes 2:0 zu machen.
Aus Sicht der Heimischen kippte die Partie kurz vor der Halbzeit. Friesach kam in Minute 41 durch Jan Mesec zum 1:1, ehe Tobias Schweiger nur vier Minuten später auf 1:2 stellte – mit diesem Ergebnis ging es in die Kabinen. Thun-Hohenstein nannte diese Sequenz klar den Schlüsselmoment: „Der entscheidende Moment waren die zwei schnellen Tore vor der Halbzeit – schwere Fehler von unserer Seite.“ Den Ausgleich schilderte er detailreich: „Beim 1:1 hat ihre Nummer sieben den Ball in der Mitte dreimal nicht richtig unter Kontrolle, wir haben nur zugeschaut, und am Ende bringt er den Pass zum Stürmer.“ Aus einer bis dahin ordentlichen Vorstellung wurde damit innerhalb weniger Minuten ein Rückstand, der für die zweite Hälfte entscheidend war.
Nach der Pause suchte Glanegg den Ausgleich, lief aber ins 1:3: In der 58. Minute traf Jon Fridl Jarc und stellte den Endstand her. Für Thun-Hohenstein haftete an diesem Treffer ein Makel: „Dem 3:1 für Friesach ist ein ganz klares Foul vorangegangen, das leider nicht geahndet wurde, aber ansonsten waren die Schiedsrichterleistungen total okay.“ Trotz des Ärgers blieb seine Analyse nüchtern. Über den Gegner sagte er: „Sie haben es routiniert heruntergespielt, aber den Sieg haben schon wir ihnen geschenkt.“ Friesach stand kompakt, nutzte die Momente eiskalt und ließ hinten wenig zu. Glanegg blieb bemüht, verschoss in der 73 Minute noch einen Elfmeter den der Keeper von Friesach parieren konnte.
Warum es aktuell nicht läuft, formulierte der Trainer offen – und ohne Ausflüchte: „Meine Mannschaft hadert seit ein paar Spielen mit dem Selbstvertrauen. Sie probieren alles, sie geben alles, sie trainieren brav. Es kommen immer 18 bis 19 Leute zum Training, und es ist momentan eine Kopfgeschichte, die wir nicht in den Griff kriegen.“ Den sportlichen Unterschied sah er schlicht vor dem Tor: „An der Chancenverwertung.“ Nach dem Schlusspfiff zog Thun-Hohenstein eine persönliche Konsequenz: „Ich habe heute mein Traineramt niedergelegt , weil ich der Mannschaft vielleicht noch einen Impuls geben möchte. Sie sind in einer richtig blöden Lage und müssen da irgendwie rauskommen. Vielleicht hilft ein Trainerefekt". Wie es beim SV weitergeht, ist offen. Der scheidende Coach will nun „erst einmal runterkommen – und dann schauen wir weiter“.