In der 1. Klasse Mitte fiel am Samstag die Entscheidung: Schiefling verlor das direkte Duell um den Meistertitel gegen SV Afritz 1975 klar mit 0:5 (0:3). Zwei frühe Standards setzten den Ton, danach ließen die Gäste wenig zu und machten nach der Pause alles klar. Für Afritz bedeutete der Auswärtssieg den Meistertitel, für Schiefling blieb Rang zwei – und die Erkenntnis, dass ein Fehlstart auf diesem Niveau nicht mehr aufzuholen ist.

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Die Partie begann mit einem Nackenschlag für die Hausherren: Bereits in Minute zwei brachte Julian Eder die Gäste 1:0 in Front. Schiefling-Coach Christopher Hafner schilderte die Szene eindeutig: „Wir sind gleich in Rückstand geraten, nach eineinhalb Minuten stand es 0:1. Das hat uns sofort aus dem Konzept gebracht.“ Der frühe Rückstand wirkte nicht als Weckruf, sondern als Einladung für Afritz. Nach einer Viertelstunde erhöhte Matthias Schreiner auf 0:2, nur vier Minuten später legte Thomas Tauchhammer das 0:3 nach. „Der Knackpunkt waren das schnelle 0:1 und das 0:2 – beide nach Eckball. Da haben wir zweimal geschlafen“, sagte Hafner, der klar festhielt: „Das hat Afritz in die Karten gespielt. Danach konnten sie das Spiel verwalten, wir sind vorne nicht zu unseren Chancen gekommen.“ Nach der Pause blieb Afritz effizient: Tauchhammer schnürte in der 53. Minute den Doppelpack und stellte auf 0:4, kurz vor Schluss setzte Rene Kofler mit dem 0:5 (88.) den Schlusspunkt.
Der Schiefling-Trainer suchte keine Ausreden und ordnete den Abend schonungslos ein. „Bei uns hat heute gar nichts funktioniert“, sagte Hafner und verwies auf die Ausgangslage: „Wir hatten extrem viele Ausfälle und Spieler in der Startelf, die nicht bei hundert Prozent waren. So ist das zustande gekommen.“ Inhaltlich sah er die Gründe auf dem Platz: „Wir hatten gefühlt siebzig Prozent Ballbesitz. Afritz hat uns den Ball überlassen, stand defensiv kompakt und wir hatten zu wenig Ideen, da durchzukommen.“ Während Schiefling lange anlief, setzten die Gäste genau die Nadelstiche, die wehtun. „Das 3:0 war ein Konter, die Tore vier und fünf auch – das haben sie gut ausgespielt“, sagte Hafner. Seine sportliche Bilanz fiel klar aus: „Es war ein verdienter Sieg von Afritz, da gibt’s nicht mehr viel zu sagen.“ Diskussionen über den Unparteiischen gab es nicht: „Es hat keine strittigen Situationen gegeben, die Schiedsrichterleistung war in Ordnung.“
Mit dem 0:5 im direkten Duell holte sich Afritz den Meistertitel, die Tabelle unterstreicht das Bild: 66 Punkte für den neuen Champion, 64 für Schiefling. Hafner brachte es bereits auf den Punkt: „Wenn du in ein Entscheidungsspiel um den Meistertitel startest und gleich 1:0 führst, ist das optimal. Und wenn du nach zwanzig Minuten 3:0 vorne bist, kannst du verwalten.“ Genau so lief es. Afritz nutzte die Standards eiskalt, blieb hinten stabil und machte nach der Pause den Deckel drauf. Schiefling wiederum hatte viel Ballbesitz, aber zu wenig Durchschlagskraft im letzten Drittel – in so einem Spiel bestraft der Gegner jeden Fehler. Dass Hafner den Gegner fair gratulierte und die eigene Leistung nüchtern einordnete, passt zum Abend. Nun bleibt ein kurzer Moment der Enttäuschung, aber auch ein klarer Arbeitsauftrag: Aus dem Fehlstart lernen, die vielen Ausfälle auffangen und die guten Wochen davor wieder abrufen. Die Basis dafür ist gelegt, an einem Entscheidungstag hat es diesmal nicht gereicht.