In der 1. Klasse Mitte hat sich SV Straßburg bei SC Reichenau/Falkert mit 2:1 durchgesetzt. Das Ergebnis klingt knapp, die Sicht der Gäste fiel danach aber deutlich aus. Obmann Jakob Andreas Leitgeb sprach von einer sehr starken Anfangsphase, unzähligen Möglichkeiten und einem Spiel, in dem sich seine Mannschaft vor allem durch die schwache Chancenverwertung das Leben lange selbst schwer machte.

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Aus Sicht der Gäste begann die Partie so, wie man sich einen Auswärtsauftritt wünscht. Straßburg war sofort drin, übernahm nach den Worten von Jakob Andreas Leitgeb das Kommando und erspielte sich schon früh eine Reihe guter Möglichkeiten. "Wir haben sehr stark angefangen, mit vielen Chancen, unter anderem einem Lattenpendler", sagte der Obmann. Der Ertrag stellte sich zunächst aber nicht ein. Erst in der 21. Minute brachte Martin Jakob Leitgeb den SV Straßburg mit 1:0 in Führung. Auch danach blieb das Gefühl bei den Gästen, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Leitgeb brachte es nach dem Spiel sehr klar auf den Punkt: "Es hat aber lange gedauert bis zum 1:0. Schlussendlich haben wir viel zu viele Chancen vergeben." Umso bitterer aus Straßburger Sicht, dass SC Reichenau/Falkert in der 36. Minute durch Denis Husejnovic zum 1:1 kam. Für Leitgeb fühlte sich das fast so an, als hätte der Gegner mit dem ersten echten Vorstoß sofort getroffen. Entsprechend deutlich formulierte er auch seine Einschätzung zur ersten Hälfte: "Die Halbzeit müsste eigentlich 5:2 stehen." Tatsächlich ging es trotz klarer Gästevorteile nur mit einem 1:1 in die Pause.
Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild zumindest ein Stück weit. Straßburg blieb zwar gefährlich und kam weiterhin zu seinen Möglichkeiten, ganz einseitig war das Spiel laut Leitgeb aber nicht mehr. "In der zweiten Halbzeit war das Ganze ein bisschen offener", sagte er. Auch die Heimmannschaft kam zwischendurch in den Strafraum und war nicht ungefährlich, sodass der zweite Treffer umso mehr Gewicht bekam. Für den Obmann war genau diese Szene der Wendepunkt. "Die entscheidende Situation war sicher das 2:1. Das hat das Spiel gerettet", erklärte Leitgeb. Gefallen hat ihm dabei vor allem die Entstehung des Tores. Ein junger linker Außenverteidiger spielte, wie er schilderte, einen "Traumpass" in den Lauf von Anze Cankar, der sich diesmal die Chance nicht nehmen ließ und in der 72. Minute zum 2:1 vollendete. Damit hatte Straßburg endlich wieder das vorzuweisen, was davor über weite Strecken gefehlt hatte: die passende Belohnung für den betriebenen Aufwand. Das dritte Tor gelang den Gästen in der Folge zwar nicht mehr, den Ausgleich musste Straßburg aber ebenso wenig hinnehmen.
Dass die Partie bis zum Ende eng blieb, hatte für Leitgeb einen ganz eindeutigen Grund. Nicht die Spielanlage störte ihn, nicht die Kompaktheit und auch nicht die Anzahl der herausgespielten Möglichkeiten. Sein Kritikpunkt war nach dem Schlusspfiff ohne jedes Zögern genannt: "Ganz klar die Chancenverwertung." Zuvor hatte er die eigene Mannschaft sogar ausdrücklich gelobt. "Wir waren kompakt. Wir haben unzählige Torchancen herausgespielt", sagte er und sprach über das gesamte Spiel gesehen von einem klaren Plus an guten Möglichkeiten. Dazu kam aus seiner Sicht auch Pech, etwa bei zwei Aluminiumtreffern. Gleichzeitig hob er hervor, dass auch der Tormann von SC Reichenau/Falkert einen starken Tag erwischt habe und mehrere sehr gute Chancen entschärfen konnte. Deshalb dauerte es für Straßburg so lange, bis der Sieg wirklich in Reichweite war. An der grundsätzlichen Bewertung änderte das für Leitgeb aber nichts. "Summa summarum sicher ein verdienter Sieg für uns heute", lautete sein klares Fazit nach einem Spiel, in dem seine Mannschaft viel investierte und sich am Ende doch noch durchsetzte.
Über das reine Ergebnis hinaus nahm Jakob Andreas Leitgeb noch einen zweiten wichtigen Punkt aus Reichenau mit. Der Funktionär lobte ausdrücklich jene jungen Spieler, die diesmal stärker gefordert waren. Hintergrund dafür waren laut seiner Aussage einige Ausfälle. Umso positiver fiel sein Urteil über die jungen Kräfte aus. "Die Jungen, die gekommen sind im Sommer, haben alle eine tolle Leistung gebracht und sich toll in die Mannschaft eingefügt", sagte Leitgeb. Sein Lob ging noch weiter: "Sie haben heute bewiesen, dass sie für die Erste definitiv bereit sind." Damit bekommt der 2:1-Auswärtssieg für den SV Straßburg gleich doppelte Bedeutung. Zum einen stehen nach Runde zwei die ersten drei Punkte auf dem Konto, zum anderen liefert der Auftritt für die kommenden Wochen offenbar auch personell ein gutes Signal. Selbst bei aller Freude bleibt die Aufgabe für die nächsten Spiele aber klar: Wenn Straßburg die Chancen konsequenter nutzt, kann sich die Mannschaft solche zähen Phasen künftig früher ersparen.