In der 1. Klasse Mitte setzte sich der Friesacher AC/Hirter Pils am Samstag mit 4:2 gegen den SC Sörg durch, doch so klar war die Sache aus Sicht der Gäste nicht durchgehend. Obmann Georg Maltschnig verwies nach dem Spiel auf die vielen Ausfälle und hielt fest, dass "mit der halben Mannschaft nicht mehr drin war", zugleich aber auch, dass sich Sörg in Friesach lange ordentlich gewehrt habe.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Nachmittag begann für Sörg so, wie man es in dieser personellen Lage nicht brauchen konnte. Fabian Sortschan brachte Friesach schon in der 8. Minute mit 1:0 in Führung, und Maltschnig gab offen zu: "Da haben wir schon gedacht, das wird schlimm werden." Genau diesen Einbruch ließen die Gäste aber zunächst nicht zu. Maximilian Nussbaumer stellte in der 21. Minute auf 1:1, nur vier Minuten später drehte Martin Stark die Partie sogar auf 2:1 für Sörg. Maltschnig sprach in diesem Zusammenhang von einem "Weitschuss von der Mittellinie", der der Mannschaft in dieser Phase sichtbar Auftrieb gab. Kurz vor der Pause kam Friesach aber noch zum 2:2 durch Phillip Matschnigg. Dass diesem Treffer ein Elfmeter vorausging, sah der Sörg-Obmann kritisch: "Für uns war das nicht nachvollziehbar."
Entscheidend wurde dann der Beginn der zweiten Hälfte. Kaum war wieder angepfiffen, stellte Fabian Sortschan in der 48. Minute auf 3:2 für die Gastgeber, und auch dieses Gegentor ordnete Maltschnig als unglücklich ein. Nach seiner Schilderung sprang der Ball nach einem Schuss von der Stange dem Tormann auf den Rücken und von dort ins Tor. Damit kippte die Partie wieder in Richtung der Gastgeber, ohne dass Sörg völlig auseinanderfiel. "Wir hatten trotzdem auch die eine oder andere Chance", sagte Maltschnig, machte aber ebenso klar, dass es in der Summe nicht zu einem Punkt reichte. Vor allem im Zentrum sah er Vorteile bei Friesach: "Die waren im Mittelfeld schon ein bisschen stärker" und hätten auch das Einleiten ihrer Angriffe sauberer gelöst als seine Mannschaft.
Diese Einschätzung hing für den Obmann unmittelbar mit der personellen Ausgangslage zusammen. "Wir sind mit keiner großen Erwartung nach Friesach gefahren, weil uns die halbe Mannschaft gefehlt hat", sagte Maltschnig. Nach seinen Angaben musste Sörg diesmal sieben bis acht Ausfälle verkraften, darunter auch beide Tormänner. Dazu kamen ein gesperrter Spieler, Verletzte sowie weitere Abwesenheiten. Entsprechend sprach er von einer Rumpfmannschaft, die inklusive eines Ersatztormanns aus der Reserve antreten musste. Gerade deshalb fiel sein Gesamturteil trotz der Niederlage nicht vernichtend aus. "Trotzdem haben sich alle, die im Einsatz waren, tapfer geschlagen", sagte er. Dass Friesach mit dem Sieg seine Ambitionen im Spitzenfeld der Liga untermauerte, passte für ihn ins Bild: "Friesach war nicht überraschend stark, aber einfach etwas besser."
Den Schlusspunkt setzte in der 80. Minute erneut Fabian Sortschan, der mit dem 4:2 seinen Dreierpack komplett machte. Auch dieses Tor ärgerte Maltschnig, weil er es als vermeidbar ansah. Ein Verteidiger habe den Ball bei einer Unebenheit nicht sauber getroffen, danach habe Friesach nur noch den Fuß hinhalten müssen, schilderte er die Szene aus seiner Sicht. Trotzdem blieb der Tenor nach dem Abpfiff nüchtern. "Mit dem 4:2 können wir leben", sagte der Obmann, der den Blick schon auf die kommenden Aufgaben richtete. In den nächsten Heimspielen will sich Sörg laut Maltschnig wieder mannschaftlich stärker präsentieren, um zumindest wieder anzuschreiben. "Und super wären natürlich drei Punkte, weil wir die dringend brauchen", sagte er.