Spielberichte

„Wir hätten den Sack früher zumachen müssen“ – Wietersdorf lässt Liebenfels lange im Spiel

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WSG Wietersdorf
GSC Liebenfels

In der 1. Klasse Mitte hat sich die WSG Wietersdorf im Heimspiel gegen den GSC Liebenfels mit 2:1 durchgesetzt. Trainer Roman Kerschhakl sah seine Mannschaft über weite Strecken als spielerisch besseres Team, ärgerte sich nach dem Schlusspfiff aber trotzdem über die ausgelassenen Möglichkeiten. „Wir hätten den Sack früher zumachen müssen“, sagte er nach einem Spiel, das trotz klarer Vorteile bis zum Ende eng blieb.

Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Dominant begonnen, vor der Pause doch den Ausgleich kassiert

Für Kerschhakl war die Richtung der Partie von Beginn an erkennbar. „Wir waren über neunzig Minuten sehr dominant und spielerisch die bessere Mannschaft“, sagte der Wietersdorfer Trainer und legte damit gleich den Schwerpunkt seiner Analyse fest. Seine Elf hatte laut dieser Einschätzung mehr vom Spiel, war im Ballbesitz klarer und arbeitete sich auch die besseren Möglichkeiten heraus. Der Lohn dafür kam in der 29. Minute, als Urban Krc die Gastgeber mit 1:0 in Führung brachte. Kerschhakl sprach dabei von „einer super Aktion von unserem Stürmer Urban Krc“, was gut dazu passte, dass Wietersdorf zu diesem Zeitpunkt am Drücker war. Umso ärgerlicher war aus Sicht der Heimischen, dass diese Führung nicht bis zur Pause hielt. In der 45. Minute gelang Andreas Pirker das 1:1 für Liebenfels, und genau dieses Gegentor vor dem Halbzeitpfiff ordnete der Trainer als Folge einer Unachtsamkeit ein. Aus einer Partie, in der Wietersdorf lange alles im Griff zu haben schien, wurde damit zur Pause wieder ein völlig offenes Spiel.

Nach dem 2:1 kippte das Spiel wieder auf die Seite der Gastgeber

Dass es nach dem Seitenwechsel nicht einfach so weiterlief wie in der Anfangsphase, sprach Kerschhakl ebenfalls offen an. „In der zweiten Halbzeit ist es hin und her gegangen, das war dann ein ausgeglichenes Spiel“, sagte er. Wietersdorf blieb also nicht permanent in derselben Klarheit überlegen, musste sich den nächsten Vorteil erst wieder erarbeiten. Für den Trainer lag der eigentliche Wendepunkt dann klar in der 56. Minute. „In unsere Richtung ist es dann eigentlich mit dem 2:1 gekippt“, sagte Kerschhakl. Dieses zweite Tor fiel wieder durch Urban Krc, diesmal nach einer Elfmetersituation, die der Wietersdorfer Coach auf gutes Nachsetzen seiner Mannschaft zurückführte. „Wir haben gut nachgesetzt, dann war es Elfmeter“, erklärte er. Danach lag das Momentum wieder klarer bei den Gastgebern. Kerschhakl wollte die Partie zwar nicht als früh entschieden darstellen, machte aber deutlich, dass Wietersdorf wieder mehr Kontrolle bekam. Unterm Strich stand für ihn deshalb fest: „Zum Schluss waren wir der verdiente Sieger.“

Viel Ballbesitz, viele Chancen und doch blieb es bis zum Ende eng

So zufrieden Kerschhakl mit der spielerischen Linie seiner Mannschaft war, so klar benannte er auch den Punkt, der ihm am meisten missfiel. „Verbesserungspotenzial ist sicher wieder einmal die Chancenauswertung“, sagte er, und genau darin lag aus seiner Sicht der Grund, warum aus einem dominanten Auftritt kein ruhiger Nachmittag wurde. Wietersdorf arbeitete sich nach seinen Worten „viele, viele Chancen“ heraus, brachte diesen Aufwand aber zu selten in Tore um. Besonders nach dem 2:1 hätte seine Mannschaft das Spiel früher entscheiden können. „Da hätten wir schon früher den Sack zumachen können“, meinte der Trainer, der auch festhielt, dass Liebenfels bis zum Ende ordentlich dagegenhielt. „Sie haben mit einem Mann weniger recht gut agiert und uns ein bisschen unter Druck gesetzt“, sagte Kerschhakl. Dazu kamen nach seiner Einschätzung die Nadelstiche des Gegners, vor allem aus Standardsituationen. Gerade da sah er ein weiteres Thema, weil Wietersdorf diese Situationen „leichtfertig hergeschenkt“ habe. Das alles änderte nichts am positiven Gesamtbild, erklärte aber sehr gut, warum dieses 2:1 bis in die Schlussphase hinein Arbeit blieb.

Klare Worte nach dem Schlusspfiff und ein Sieg, der Wietersdorf Luft gibt

Kerschhakl beschrieb den Erfolg deshalb nicht als glanzlosen Arbeitssieg, sondern als verdienten Heimsieg mit einem klaren Auftrag für die nächsten Wochen. Einerseits gefiel ihm, dass seine Mannschaft das Spiel laut eigener Einschätzung über weite Strecken kontrollierte und sich von dem späten 1:1 vor der Pause nicht aus dem Konzept bringen ließ. Andererseits blieb bei ihm hängen, dass mehr Ruhe möglich gewesen wäre, wenn die Chancen sauberer genutzt worden wären. Bemerkenswert deutlich fiel auch sein Urteil zum Schiedsrichter aus. „Es hat gar keine strittigen Szenen gegeben“, sagte der Wietersdorfer Trainer und schob ein klares Lob nach: „Der Schiedsrichter war richtig gut, er hat das richtig gut gelöst.“ Mit dem 2:1 verbessert sich Wietersdorf nach der elften Runde auf zwölf Punkte und hält damit auf Rang neun. Für die Heimischen war das gegen den Tabellenfünften aus Liebenfels ein Erfolg, der nicht nur wegen des Ergebnisses zählt, sondern vor allem deshalb, weil der Trainer seine Mannschaft spielerisch auf dem richtigen Weg sieht.

1. Klasse Mitte: Wietersdorf : Liebenfels - 2:1 (1:1)

  • 56
    Urban Krc 2:1
  • 45
    Andreas Pirker 1:1
  • 29
    Urban Krc 1:0