Im Duell zwischen der SV Baldramsdorf und der Sportunion Oberlienz in der 1. Klasse West sprach Mario Steiner von einem taktisch geprägten Beginn, viel Ballkontrolle seiner Elf und langen Bällen des Gegners – und von umstrittenen Pfiffen. Seine Mannschaft trug den Ball konsequent bis an den Strafraum, vergab Topchancen und zeigte in der Schlussphase große Moral. Zugleich hob der Coach die Leistung eines 15-jährigen Flügelspielers hervor und betonte den eingeschlagenen Weg mit jungen Kräften.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Oberlienz dominierte weite Strecken – Steiner sprach von etwa 70:30 Ballbesitz –, fand jedoch zunächst zu selten klare Abschlüsse. Baldramsdorf setzte dem vor allem hohe Bälle und Konter entgegen. Nach der ersten nennenswerten Offensivszene der Gastgeber gab es einen Handelfmeter, den Armin Delic in der 22. Minute zum 0:1 aus Oberlienzer Sicht verwandelte. Oberlienz meldete sich noch vor der Pause mit einer hervorragend herausgespielten Möglichkeit zurück: Um die 27. Minute bediente Maximilian Pichlkostner mit einem feinen Zuspiel Elias Ebner, dessen Ball von der Seite in die Mitte bei Julian Gomig landete – der Abschluss war wegen der Höhe des Zuspiels schwierig. Zur Pause blieb es beim 0:1, obwohl die Gäste den Ball laufen ließen und geduldig angriffen.
Nach Wiederanpfiff drückte Oberlienz, ließ allerdings „drei, vier Tausender“ aus: Elias Ebner kam freistehend zum Schuss, Benjamin Bürgler schloss am Elfmeterpunkt ab, wurde aber geblockt; dazu fehlte bei mehreren flachen Hereingaben der Abnehmer. In diese Druckphase hinein blieb Baldramsdorf seiner Linie treu und kam erneut nach einem Handspiel zum Strafstoß: Dejan Marijanovic erhöhte in der 70. Minute auf 0:2. Für zusätzliche Brisanz sorgten aus Oberlienzer Sicht verweigerte Strafstöße in der 70. und in der Schlussminute. Steiner kritisierte, der Unparteiische habe in allen drei Szenen gesagt, er habe es nicht gesehen: „Für Baldramsdorf gab er zwei Elfmeter, für uns keinen.“ Er schilderte zudem, der Schiedsrichter habe sich während der Partie mit Baldramsdorfer Spielern auch auf Slowenisch unterhalten und bei den Handspielen jeweils erst nach Verzögerung entschieden. Abseits dieser Diskussionen blieb das Duell zwischen den Teams laut Steiner insgesamt fair, ohne unschöne Szenen oder überharte Fouls.
Trotz 0:2-Rückstand reagierte Oberlienz mit Wucht und kam schnell zurück: In der 75. Minute verkürzte Florian Brunner auf 1:2, ehe sich der Druck bis in die Nachspielzeit steigerte und Jakob Weger in der 91. Minute den verdienten Ausgleich zum 2:2 erzielte. Der Trainer zeigte sich stolz auf die Widerstandsfähigkeit seiner jungen Mannschaft – und setzte ein persönliches Ausrufezeichen hinter eine besondere Einzelleistung: „Jakob Weger, erst fünfzehn Jahre alt, hat auf der rechten Außenbahn eine starke Talentprobe abgelegt.“ Für die kommenden Wochen formulierte Steiner einen klaren Plan: Oberlienz will die Philosophie mit einheimischen, jungen Spielern fortführen, das Kurzpassspiel mit Läufen in die Tiefe noch stärker forcieren und insbesondere an der Chancenverwertung arbeiten.