In der 21. Runde der 1. Klasse West lieferten sich der Tabellenführer SG Gitschtal und ESV Admira Villach ein Spektakel, das mit einem 4:4 (3:0) endete. Gitschtal legte vor der Pause drei Treffer vor und erhöhte nach dem Seitenwechsel sogar auf 4:0. Doch Admira kam mit Wucht, Moral und vier verschiedenen Torschützen zurück. Sportchef Siegfried Mödritscher sprach am Ende von einem gerechten Punkt beim Leader – und einer Leistung, die nach dem Pausenstand nicht viele für möglich gehalten hatten.

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Die Partie begann intensiv, mit einem Hausherrn, der seine Chancen eiskalt nutzte. Nach 20 Minuten brachte Philipp Werner Kofler Gitschtal in Führung, in Minute 29 legte Lukas Steinwender das 2:0 nach, und kurz vor dem Pausenpfiff stellte Manuel Peter Linhard auf 3:0 (41.). Dazwischen hatte Admira den Moment, der vieles hätte kippen können: Ein Freistoß klatschte ins Lattenkreuz, kurz danach ließ eine Riesenchance den Anschlusstreffer liegen. „Sehr intensiv, sehr effizient in ihren Möglichkeiten“, fasste Siegfried Mödritscher den ersten Durchgang zusammen. „Gitschtal hat gefühlt bei drei Torschüssen drei Tore gemacht. Wir haben gut dagegengehalten und das Spiel offen gehalten, aber ihre Treffer waren teilweise auch ein bisschen glücklich.“ Zur Pause stand’s 3:0 – ein hartes Brett für die Gäste, die sich trotz Nackenschlägen nicht aufgaben und weiter an ihre Chance glaubten.
Nach Wiederbeginn folgte zunächst der nächste Rückschlag: Lukas Steinwender erhöhte in der 62. Minute auf 4:0. Doch nur zwei Zeigerumdrehungen später meldete sich Admira zurück – über links stark vorbereitet von Julian Pinter, vollendete Daniel Brandauer per Volley zum 4:1 (64.). Für Mödritscher war ein anderer Moment der Knackpunkt: „Gitschtal hat einen Elfmeter bekommen, der war nicht gut geschossen, unser Tormann hat gehalten – danach ist das Spiel gekippt.“ Die Gäste blieben am Drücker, pressten höher und bekamen ihre Belohnung: Pinter traf zum 4:2 (71.), ehe der eingewechselte Mario Kleinbichler einen Abpraller zum 4:3 verwertete (78.). „Der Dosenöffner war, dass wir nie aufgegeben haben und super Moral bewiesen haben“, sagte Mödritscher. Fast wäre schon früher der Ausgleich gefallen: „Der Brandauer Daniel hatte eine super Aktion, leider einen Schritt zu spät.“ Der späte Lohn folgte dennoch: In der 88. Minute gab’s Handelfmeter, den Philipp Kranzelmayer souverän zum 4:4 einschoss. „In der 86. oder 88. Minute gab es einen Handelfmeter zum Ausgleich – den haben wir souverän verwertet. In der Nachspielzeit hätten wir sogar noch den Lucky Punch machen können“, so der Sportchef.
Während Gitschtal über weite Strecken effizient auftrat, setzte Admira nach dem 0:4 auf Offensive statt Schadensbegrenzung – mit Wirkung. „Wir hätten defensiv etwas machen können, um das Ergebnis zu halten und zu verlieren. Haben wir aber nicht. Der Trainer hat offensiv gewechselt – auch nach dem 4:1 – und das war entscheidend. Wir haben nach vorne etwas probiert und wurden belohnt“, erklärte Mödritscher. Beim Blick auf den Gegner fand er klare Worte: „Gitschtal ist sehr kompakt, spielt in einer eingespielten Formation, wirkt homogen und ist extrem effizient.“ Lob gab es auch für den Unparteiischen: „Der Schiedsrichter war allein, aber hat seine Sache sehr gut gemacht. Ohne Linienrichter war er oft auf Ballhöhe – keine großen Aufreger.“ Die Kulisse passte zum Spiel: „Sehr viele Villach-Fans sind mitgefahren, Gitschtal war daheim lautstark. Je näher der Ausgleich kam, desto stiller wurde es auf der Heimseite – insgesamt super, sehr freundliche Stimmung.“ Unterm Strich, so Mödritscher, „ein verdientes Unentschieden beim Tabellenführer“. Und mit einem Augenzwinkern der versöhnliche Ausblick: „Wir wünschen Gitschtal für den Aufstieg und die nächste Saison in der Unterliga alles Gute.“ Für Admira ist es ein Punkt, der zeigt, was mit Moral, Mut und Wucht auch auswärts beim Leader möglich ist.