Spielberichte

„Wir haben Moral bewiesen“ – Oberlienz rettet nach 1:3-Rückstand noch ein 3:3

Oberlienz
Admira Villach

In der 1. Klasse West hat sich Sportunion Oberlienz im Heimspiel gegen den ESV Admira Villach nach einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3 gesichert. Trainer Mario Steiner sprach von einer insgesamt ausgeglichenen Partie, hob aber vor allem die Reaktion seiner Mannschaft hervor. Oberlienz kam über Standards zurück und blieb laut Steiner in der Schlussphase sogar noch nahe am Sieg. Damit passte das Ergebnis für den Oberlienz-Coach zwar grundsätzlich, zufrieden war er mit einigen Szenen im Spielverlauf aber dennoch nicht.

Fußballspieler ganz in Grün gekleidet

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Eckballtor als Start, Villach dreht vor der Pause

Die Partie begann nach Steiners Eindruck auf Augenhöhe. „Es war ein ausgeglichenes Spiel in der ersten Halbzeit“, sagte der Trainer der Gastgeber, der seine Mannschaft dann durch eine einstudierte Standardsituation vorne sah. Laut offizieller Spielchronik brachte Julian Nikolaus Gomig Oberlienz in der 22. Minute mit 1:0 in Führung. Für die Heimelf war das zunächst genau die Entwicklung, die man sich gegen einen starken Gegner erhofft hatte. Lange hielt der Vorsprung aber nicht. Fabian Michael Pinter stellte für die Villacher auf 1:1, drei Minuten vor der Pause drehte Daniel Brandauer die Partie sogar auf 1:2. Steiner haderte dabei deutlich mit der Entstehung dieser beiden Gegentreffer und sagte: „Das 1:1 war für mich klar Abseits, dem 1:2 ging für mich ein Foulspiel im Mittelfeld voraus.“ So ging Oberlienz trotz Führung mit einem Rückstand in die Kabine.

Nach dem 1:3 bleibt Oberlienz dran

Nach dem Seitenwechsel sah Steiner seine Mannschaft verbessert und vor allem aktiver. „Wir haben noch einmal alles versucht, waren dann die bessere Mannschaft“, sagte er. Gleichzeitig sprach er auch an, dass sich durch diese offensivere Ausrichtung Räume für die Gäste öffneten. Genau daraus entstand dann der nächste Rückschlag, als Julian Pinter in der 76. Minute auf 1:3 erhöhte. Auch hier war der Ärger auf Oberlienzer Seite groß, weil Steiner erneut eine Abseitssituation gesehen haben wollte. Entscheidend für den weiteren Verlauf war aber, dass seine Mannschaft nicht auseinanderfiel. Stattdessen kämpfte sie sich über eine weitere Standardsituation zurück. Nach einer Freistoßvariante köpfte Julian Nikolaus Gomig in der 83. Minute das 2:3. Nur drei Minuten später bekam Oberlienz nach einem Foul an Simon Lobenwein einen Elfmeter zugesprochen, den Elias Ebner souverän zum 3:3 verwandelte. Aus einem Spiel, das schon verloren zu gehen schien, wurde damit wieder ein offener Schlagabtausch.

Trainer sieht Licht und Schatten

In der Einordnung nach dem Schlusspfiff fiel Steiner trotz aller Aufregung differenziert aus. „Es war eine ausgeglichene Partie. Das 3:3 ist auf der gerechten Seite“, sagte er. Dass seine Mannschaft nach dem Ausgleich sogar noch auf den Sieg drücken konnte, passte für ihn gut zu diesem späten Aufbäumen. Gleichzeitig machte der Trainer aber auch klar, dass er in einigen Bereichen weiter Arbeit sieht. „Im defensiven Spielaufbau haben wir unnötige Ballverluste gehabt. Und im Offensivbereich muss die Laufbereitschaft noch besser werden, damit jeder anspielbar ist“, erklärte Steiner. Positiv bewertete er dagegen die Chancenverwertung. „Die Chancen haben wir gut genutzt und sind glücklich, am Ende noch auf 3:3 gestellt zu haben“, sagte er. Oberlienz hat sich also einerseits mit Moral und Effizienz zurückgemeldet, andererseits wurden aber auch Punkte sichtbar, die im weiteren Saisonverlauf noch sauberer werden müssen.

Ein Punkt, der Oberlienz vorne dabei hält

Bemerkenswert war in Steiners Analyse auch, wie klar er die Qualität des Gegners anerkannte. Admira Villach habe seiner Mannschaft „alles abverlangt“ und sei „wirklich ebenbürtig, wenn nicht teilweise sogar leicht besser“ gewesen, meinte der Oberlienz-Coach. Umso mehr stellte er die eigene Reaktion in den Mittelpunkt. „Wir haben Moral bewiesen“, sagte Steiner, und genau dieser Satz beschreibt den Abend aus Sicht der Gastgeber am treffendsten. Nach dem 3:3 sei seine Mannschaft noch am Drücker gewesen, habe ihre Situationen dann aber nicht mehr sauber fertig gespielt. Deshalb blieb es beim Remis. In der Tabelle hält Oberlienz nach fünf Runden nun bei zehn Punkten und bleibt damit vorne dabei. Das Unentschieden wird den Gastgebern nicht in allen Details gefallen haben, es zeigt aber trotzdem, dass diese Mannschaft auch nach einem 1:3-Rückstand noch zurückkommen kann.

1. Klasse West: Oberlienz : Admira Villach - 3:3 (1:2)

  • 86
    Elias Ebner 3:3
  • 83
    Julian Nikolaus Gomig 2:3
  • 76
    Julian Pinter 1:3
  • 42
    Daniel Brandauer 1:2
  • 37
    Fabian Michael Pinter 1:1
  • 22
    Julian Nikolaus Gomig 1:0